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Wander-Apps im Test 2026: Komoot, Outdooractive & Alternativen

Wander-Apps im Test 2026: Komoot, Outdooractive und Alternativen

Vor ein paar Jahren stand ich in den Tiroler Alpen, Nebel zog auf, und mein GPS-Gerät streikte. Der Akku meines Smartphones zeigte noch 47 Prozent. In diesem Moment war ich verdammt froh, dass ich nicht nur eine, sondern drei verschiedene Wander-Apps installiert hatte – mit heruntergeladenen Offline-Karten. Die Redundanz hat mich sicher zurück zur Hütte gebracht.

Seitdem teste ich jede neue Wander-App, die auf den Markt kommt. Nicht weil ich Technik-Nerd bin, sondern weil im Ernstfall dein Smartphone die einzige Verbindung zur Zivilisation sein kann. Moderne Wander-Apps sind längst mehr als digitale Karten – sie planen Routen, warnen vor Gefahren und zeichnen deine Touren auf. Manche können das richtig gut, andere versagen genau dann, wenn’s drauf ankommt.

In diesem Test schaue ich mir acht Apps an, die ich selbst auf mehrtägigen Touren genutzt habe. Von den Platzhirschen Komoot und Outdooractive bis zu Alternativen, die weniger bekannt, aber mindestens genauso tauglich sind.

Die besten Wander-Apps 2026 im Überblick

★ Favorit

KOMOOT
Premium Version

Die wahrscheinlich intuitivste Wander-App auf dem Markt. Komoot plant Routen blitzschnell, die Sprachnavigation funktioniert zuverlässig, und die Community teilt tausende getestete Touren. Für Einsteiger und Alltagswanderer ist das meine klare Empfehlung.

Offline-KartenRegion-Pakete
RoutenplanungAutomatisch
Premium-Abo59,99 €/Jahr

Stärken
  • Extrem einfache Bedienung
  • Hervorragende Routenvorschläge
  • Große Community mit getesteten Touren
  • Sprachnavigation auch offline
Schwächen
  • Kartenmaterial manchmal ungenau im alpinen Gelände
  • Weltweite Karten nur mit Premium teuer

Komoot ist der Grund, warum viele überhaupt mit digitaler Navigation beim Wandern anfangen. Die App macht es dir verdammt leicht: Start- und Zielpunkt setzen, Sportart wählen (Wandern, Bergwandern, Mountainbike), fertig. Der Algorithmus schlägt dir eine Route vor, die tatsächlich sinnvoll ist – keine absurden Umwege, keine Highways bei Wandertouren.

Was ich besonders schätze: Die „Highlights“ entlang der Strecke. Andere Nutzer markieren schöne Aussichtspunkte, gute Einkehrmöglichkeiten oder technisch anspruchsvolle Passagen. Das ist Gold wert, wenn du in einer fremden Region unterwegs bist. Die Sprachnavigation sagt dir rechtzeitig Bescheid, wenn du abbiegen musst – funktioniert auch ohne Internetverbindung, wenn du die Karten vorher heruntergeladen hast.

Ein Wort zur Sicherheit:

Verlasse dich im alpinen Gelände nie blind auf automatische Routenvorschläge. Komoot kennt keine Lawinengefahr, keine gesperrten Wege, keine aktuellen Wetterwarungen. Die App ist ein Werkzeug, kein Ersatz für gesunden Menschenverstand.

Preis-Leistung

OUTDOORACTIVE
Pro+ Jahresabo

Die Profi-Variante für ambitionierte Bergwanderer. Outdooractive bietet detaillierteres Kartenmaterial, bessere Touren-Infos (Schwierigkeit, Exposition) und eine solide 3D-Ansicht. Wer regelmäßig in den Alpen unterwegs ist, bekommt hier mehr Informationstiefe als bei Komoot.

Offline-KartenWeltweite Abdeckung
Touren-Datenbank300.000+ Routen
Pro+ Abo59,99 €/Jahr

Stärken
  • Sehr detailliertes Kartenmaterial (AV-Karten, Schweizer Karten)
  • Professionelle Tourenbeschreibungen mit Schwierigkeitsbewertung
  • 3D-Ansicht zur Orientierung im Gelände
  • Wetter- und Lawineninfos integriert
Schwächen
  • Interface weniger intuitiv als Komoot
  • Viele Funktionen erst mit Pro+ nutzbar

Outdooractive ist die App, die ich auf anspruchsvollen Mehrtagestouren nutze. Die Touren-Datenbank ist riesig und – das ist der Unterschied zu Komoot – meist von Profis oder Tourismusverbänden erstellt. Du bekommst nicht nur eine GPS-Linie, sondern ausführliche Beschreibungen: Wie exponiert ist der Weg? Gibt es Kletterstellen? Wo sind Trinkwasserquellen?

Das Kartenmaterial kommt je nach Region von verschiedenen Anbietern: Alpenvereinskarten, Schweizer Landeskarten, topografische Karten – alle offline verfügbar. Für Skitouren ist die Integration von Lawinenlageberichten und Hangneigungskarten extrem nützlich. Die 3D-Ansicht hilft bei der Orientierung, wenn du in einem Kessel stehst und wissen willst, welcher Grat der richtige ist.

Der Nachteil: Die App kann anfangs überfordern. Es gibt so viele Optionen, Layer, Filter – wer einfach nur wandern will, kommt mit Komoot schneller zum Ziel. Für echte Bergfreaks ist Outdooractive aber die bessere Wahl.

ALLTRAILS AllTrails+

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ALLTRAILS
AllTrails+
★★★★☆
4.1
(21 Bewertungen)

Die größte Community-Plattform für Wandertouren weltweit. AllTrails punktet mit unzähligen Nutzerbewertungen, Fotos und aktuellen Wegzustandsmeldungen. Ideal für Reisen außerhalb Europas, wo Komoot und Outdooractive weniger Touren haben.

Touren weltweit450.000+
Offline-KartenMit Plus-Abo
Plus-Abo39,99 €/Jahr

Stärken
  • Riesige Auswahl an Community-Touren mit Bewertungen
  • Aktuelle Fotos und Wegzustandsmeldungen
  • Gute Abdeckung in USA, Kanada, Neuseeland
  • Günstigeres Abo als Komoot/Outdooractive
Schwächen
  • Kartenmaterial in den Alpen weniger detailliert
  • Routenplanung nicht so ausgereift wie bei Komoot

Letzten Herbst war ich in den kanadischen Rockies unterwegs. Komoot und Outdooractive hatten zwar Karten, aber kaum Touren-Infos. AllTrails dagegen: Hunderte Trails mit aktuellen Bewertungen vom Vortag. „Vorsicht Grizzly gesichtet bei Kilometer 7″, „Brücke über den Fluss weggeschwemmt, Umleitung nötig“. Solche Infos sind Gold wert.

AllTrails lebt von seiner Community. Fast jede Tour hat Dutzende Bewertungen, Fotos vom Gipfel, Kommentare zum Wegzustand. Das macht die App besonders wertvoll für Reisen in Regionen, die du nicht kennst. Der Algorithmus zeigt dir Touren basierend auf deinem Fitnesslevel und gewünschter Schwierigkeit.

In Europa, speziell in den Alpen, ist AllTrails aber nicht meine erste Wahl. Das Kartenmaterial erreicht nicht die Detailtiefe von Outdooractive, und die automatische Routenplanung ist weniger ausgereift. Für Nordamerika, Neuseeland oder Südostasien? Definitiv die beste Option.

Budget-Tipp

BERGFEX Touren & Karten App

BERGFEX
Touren & Karten App
★★★★☆
4.4
(19 Bewertungen)

Der Geheimtipp für Alpen-Wanderer mit schmalem Budget. Bergfex bietet solide Offline-Karten, eine große Touren-Datenbank und Wetterinfos – komplett kostenlos in der Basisversion. Premium ist günstig und reicht für die meisten Wochenendtouren.

Touren Alpenraum70.000+
Kostenlose VersionMit Werbung
Premium17,99 €/Jahr

Stärken
  • Sehr günstig, Basisversion kostenlos
  • Gute Abdeckung Alpenraum (Österreich, Bayern, Südtirol)
  • Integrierte Wetter- und Webcam-Infos
Schwächen
  • Interface wirkt etwas altbacken
  • Außerhalb der Alpen weniger Touren
  • Routenplanung nicht automatisiert

Bergfex ist die App für alle, die nicht 60 Euro pro Jahr ausgeben wollen. Die kostenlose Version zeigt Werbung, lässt dich aber alle wichtigen Funktionen nutzen: Offline-Karten herunterladen, Touren speichern, GPS-Tracking aktivieren. Für 18 Euro im Jahr wird die Werbung entfernt und du bekommst Zugriff auf Premium-Karten.

Der Fokus liegt klar auf dem Alpenraum. Wenn du hauptsächlich in Österreich, Bayern oder Südtirol unterwegs bist, findest du hier tausende gut beschriebene Touren. Die Integration von Webcams ist praktisch: Vor der Tour schnell checken, wie die Verhältnisse am Berg aussehen.

Was fehlt: Eine schlaue automatische Routenplanung wie bei Komoot. Du wählst vordefinierte Touren oder zeichnest deine Route manuell ein. Das Interface ist funktional, aber nicht besonders hübsch. Dafür ist Bergfex ehrlich und verlässlich – keine nervigen Upsells, keine versteckten Kosten.

VIEWRANGER Outdoors GPS

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VIEWRANGER
Outdoors GPS
★★★☆☆
3.7
(54 Bewertungen)

Inzwischen von Outdooractive übernommen, aber die eigenständige App existiert noch. ViewRanger bietet Zugriff auf Ordnance Survey Karten (UK), topografische Karten weltweit und eine solide Offline-Funktion. Für UK-Touren eine gute Wahl.

KartenmaterialOS, IGN, USGS
Skyline-FunktionAR-Navigation
Premium34,99 €/Jahr

Stärken
  • Hervorragende UK-Karten (Ordnance Survey)
  • Skyline-AR-Funktion zeigt Gipfelnamen
  • BuddyBeacon zur Live-Positionsteilung
Schwächen
  • Wird nicht mehr aktiv weiterentwickelt
  • Migration zu Outdooractive geplant

ViewRanger war lange mein Favorit für Touren in Schottland und Wales. Die Integration der Ordnance Survey Karten ist überzeugend – das ist das detaillierteste Kartenmaterial, das du in Großbritannien bekommen kannst. Jede Mauer, jeder Bach, jeder Pfad ist eingezeichnet.

Die Skyline-Funktion ist ein nettes Gimmick: Du richtest die Kamera deines Smartphones auf einen Berg, und die App zeigt dir per Augmented Reality den Namen des Gipfels. Klingt nach Spielerei, ist aber tatsächlich hilfreich, wenn du in den Highlands stehst und wissen willst, welcher Munro das da drüben ist.

Der große Haken: Outdooractive hat ViewRanger gekauft und will die Nutzer langfristig migrieren. Die App funktioniert noch, wird aber nicht mehr weiterentwickelt. Für neue Nutzer würde ich direkt zu Outdooractive greifen – da bekommst du die gleichen Funktionen plus aktuelle Updates.

OSMAND Offline-Navigation

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OSMAND
Offline-Navigation
★★★★☆
4.1
(556 Bewertungen)

Die Open-Source-Alternative für Minimalisten und Technik-Affine. OsmAnd basiert auf OpenStreetMap, funktioniert komplett offline und ist unglaublich anpassbar. Nichts für Einsteiger, aber wer sich einarbeitet, bekommt ein mächtiges Werkzeug ohne Abo-Zwang.

KartenmaterialOpenStreetMap
Offline100% offline nutzbar
PreisKostenlos / 9,99 € einmalig

Stärken
  • Komplett offline, keine Cloud-Abhängigkeit
  • Open Source, kein Daten-Tracking
  • Extrem detaillierte Karten durch OSM
  • Einmaliger Kauf statt Abo
Schwächen
  • Steile Lernkurve, unübersichtliches Interface
  • Kartenmaterial variiert je nach Region stark
  • Keine Community-Touren

OsmAnd ist die App für Leute, die Abos hassen und ihre Daten nicht in irgendeiner Cloud wissen wollen. Alles läuft lokal auf deinem Smartphone, die Karten lädst du einmal herunter, fertig. Kein Internet nötig, kein Tracking, keine monatlichen Kosten.

Die Kartenbasis ist OpenStreetMap – das kann genial oder frustrierend sein, je nachdem wo du unterwegs bist. In beliebten Wanderregionen sind die OSM-Karten oft detaillierter als kommerzielle Anbieter, weil lokale Wanderer jeden Pfad einpflegen. In abgelegenen Gegenden fehlen manchmal wichtige Infos.

Ehrlich gesagt: Ich nutze OsmAnd nur als Backup. Die Bedienung ist gewöhnungsbedürftig, das Interface überladen. Aber als zweite App auf dem Smartphone, falls Komoot oder Outdooractive streiken? Absolut sinnvoll. Und für neun Euro einmalig kannst du nicht viel falsch machen.

MAPY.CZ Outdoor-Karten Tschechien

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MAPY.CZ
Outdoor-Karten Tschechien
★★★★☆
4.5
(44 Bewertungen)

Der Spezialist für Tschechien, Slowakei und Osteuropa. Mapy.cz bietet kostenlose, extrem detaillierte Karten und funktioniert komplett offline. Für Touren im Riesengebirge, der Hohen Tatra oder böhmischen Wäldern die beste Wahl.

FokusTschechien, Slowakei
Offline-KartenKostenlos
Preis0 €

Stärken
  • Komplett kostenlos, keine Werbung
  • überzeugend detailliert in Tschechien
  • Markierte Wanderwege, Radrouten, Skipisten
Schwächen
  • Außerhalb Osteuropas wenig nützlich
  • Keine Touren-Community
  • Interface nur in Tschechisch/Englisch

Mapy.cz ist eine dieser Apps, von denen nur Insider wissen. Wenn du im Elbsandsteingebirge oder im Böhmerwald unterwegs bist, installiere diese App. Das Kartenmaterial ist phänomenal – alle markierten Wanderwege (die roten, gelben, blauen Markierungen), Schutzhütten, Quellen, historische Stätten. Alles eingezeichnet, alles kostenlos.

Die App wird vom tschechischen Kartendienst Seznam betrieben und ist dort Marktführer. In Tschechien nutzt gefühlt jeder Wanderer Mapy.cz statt Google Maps. Für Westeuropa taugt die App wenig, aber wenn deine nächste Tour Richtung Osten geht: Unverzichtbar.

GAIA GPS Premium Membership

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GAIA GPS
Premium Membership
★☆☆☆☆
1.0
(1 Bewertungen)

Die Profi-App für Backcountry-Navigation. Gaia GPS bietet Zugriff auf dutzende verschiedene Kartenebenen (USGS, NatGeo, Satellite), detailliertes Tracking und Export für GPS-Geräte. Für Expeditionen und anspruchsvolle Mehrtagestouren eine solide Wahl.

Kartenquellen20+ Layer
ExportGPX, KML, GeoJSON
Premium39,99 €/Jahr

Stärken
  • Riesige Auswahl an Kartenquellen
  • Professionelles Tracking mit Statistiken
  • Export für Garmin, Suunto etc.
  • Offline-Funktion sehr zuverlässig
Schwächen
  • Kein Social-Feed, keine Community-Touren
  • Eher für Nordamerika optimiert
  • Lernkurve steiler als bei Komoot

Gaia GPS ist die App, die ich auf Expeditionen nutze – oder wenn ich mehrtägig in Regionen unterwegs bin, wo es keine markierten Wege gibt. Der große Vorteil: Du kannst zwischen unzähligen Kartenquellen wechseln. Topografische Karten, Satellitenbilder, historische Karten, spezialisierte Wander- oder Bikekarten.

Das Tracking ist präzise und detailliert. Du siehst nicht nur deine Route, sondern auch Höhenmeter, Geschwindigkeit, Pausen, Steigungswinkel – alles wird aufgezeichnet und lässt sich später analysieren. Für Leute, die ihre Outdoor-Uhr mit GPS-Tracks füttern wollen, ist der Export nach GPX Gold wert.

Der Nachteil: Gaia GPS ist ein Werkzeug, kein soziales Netzwerk. Es gibt keine vorgefertigten Touren, keine Community, keine „Highlights“ wie bei Komoot. Du planst selbst, du navigierst selbst, du trägst die Verantwortung. Für Einsteiger nicht geeignet, für erfahrene Outdoorer ein mächtiges Tool.

Vergleich: Welche Wander-App passt zu dir?

App Beste für Offline-Karten Preis/Jahr Routenplanung
Komoot Premium Einsteiger, Alltagswanderer Region-Pakete 59,99 € Automatisch, sehr gut
Outdooractive Pro+ Alpen, anspruchsvolle Touren Weltweit, AV-Karten 59,99 € Gut, viele Profi-Touren
AllTrails+ Reisen außerhalb Europa Weltweit 39,99 € Community-basiert
Bergfex Premium Alpenraum, Budget Alpen, kostenlos nutzbar 17,99 € Manuelle Auswahl
OsmAnd Plus Offline-Puristen OpenStreetMap, weltweit 9,99 € einmalig Manuell, anspruchsvoll
Gaia GPS Expeditionen, Backcountry 20+ Kartenquellen 39,99 € Manuell, sehr flexibel

So findest du die richtige Wander-App

Offline-Karten: Wie zuverlässig funktioniert die App ohne Netz?

Das ist die entscheidende Frage. Im Tal hast du meistens Empfang, aber sobald du über 1500 Meter kommst oder in Schluchten wanderst, ist Schluss mit Internet. Eine gute Wander-App muss komplett offline funktionieren – inklusive Routenplanung, Navigation und GPS-Tracking.

Komoot und Outdooractive laden Karten regionweise herunter. Das funktioniert gut, braucht aber Vorausplanung. Vor der Tour musst du die richtigen Regionen auswählen und runterladen – über WLAN, nicht unterwegs mit Mobilfunk. Die Kartenpakete sind groß, rechne mit 500 MB bis 2 GB pro Region.

OsmAnd und Mapy.cz speichern alles lokal. Einmal installiert, brauchst du nie wieder Internet. Das ist beruhigend, frisst aber Speicherplatz. Wenn du mehrere Länder abdecken willst, können locker 10-15 GB zusammenkommen.

Gaia GPS bietet die flexibelste Lösung: Du wählst für jedes Gebiet aus, welche Kartenebene du brauchst. Topo-Karte für Navigation, Satellitenbild zur Orientierung, historische Karten aus Interesse. Jede Ebene lädst du separat. Das gibt dir Kontrolle, ist aber auch aufwendiger.

Tipp

Teste die Offline-Funktion vor deiner Tour: Flugmodus aktivieren und die geplante Route aufrufen. Wenn die Karte lädt und Navigation funktioniert, bist du safe. Wenn nicht, fehlt ein Download.

Akku-Verbrauch: Wie lange hält dein Smartphone durch?

GPS frisst Akku. Das ist Physik, daran führt kein Weg vorbei. Eine Wander-App mit aktivem Tracking zieht in etwa so viel Strom wie Dauervideo-Aufnahme. Rechne mit 4-6 Stunden bei normaler Nutzung, weniger bei Kälte.

Was du tun kannst: Bildschirm-Helligkeit runter, Display nach 30 Sekunden automatisch ausschalten, nur bei Bedarf auf die Karte schauen. Die meisten Apps bieten einen Energiesparmodus, der die GPS-Genauigkeit leicht reduziert – für Wandern völlig ausreichend.

Auf Mehrtagestouren brauchst du eine Backup-Lösung. Entweder eine dicke Powerbank (20.000 mAh reichen für 4-5 Ladungen) oder ein Solarladegerät. Bei meinen Alpentouren habe ich immer beides dabei – je nachdem ob Sonne oder Regen vorherrscht, nutze ich das eine oder andere.

Ein Wort zur Sicherheit: Verlasse dich nie ausschließlich auf dein Smartphone. Ein klassisches GPS-Gerät (Garmin eTrex oder ähnlich) hält eine Woche mit AA-Batterien durch. Kostet 150 Euro, wiegt 150 Gramm, ist aber deine Lebensversicherung wenn das Smartphone im kritischen Moment den Geist aufgibt.

Kosten: Einmalzahlung oder Abo?

Die meisten Apps arbeiten mit Abo-Modellen. 40 bis 60 Euro pro Jahr für Premium-Funktionen, Offline-Karten und erweiterte Features. Das summiert sich: Nach fünf Jahren hast du 300 Euro bezahlt – mehr als ein solides GPS-Gerät kostet.

Die Frage ist: Wie oft bist du draußen? Wenn du jedes Wochenende wanderst, lohnt sich ein Abo allemal. Die Zeitersparnis bei der Routenplanung, die Community-Tipps, die aktuellen Karten – das ist jeden Cent wert. Wenn du zweimal im Jahr eine große Tour machst? Dann reicht vielleicht die kostenlose Version von Bergfex oder OsmAnd.

Mein Ansatz: Eine Premium-App (Komoot oder Outdooractive) plus eine kostenlose Backup-App (OsmAnd oder Mapy.cz). Die Premium-App nutze ich für Planung und Navigation, die kostenlose liegt als Notfall-Backup auf dem Smartphone. Wenn ich im Alpenverein bin, kann ich mir die Outdooractive-Lizenz über die Mitgliedschaft holen – spart 30 Euro im Jahr.

Häufige Fragen zu Wander-Apps

Komoot ist die einsteigerfreundlichste App. Die automatische Routenplanung funktioniert intuitiv, die Community teilt getestete Touren, und die Sprachnavigation führt dich sicher ans Ziel. Für die ersten Wanderungen reicht die kostenlose Version mit einer Region völlig aus.

Ja, alle getesteten Apps bieten Offline-Karten – allerdings musst du die jeweiligen Regionen vorher über WLAN herunterladen. Komoot, Outdooractive und AllTrails funktionieren dann komplett offline, inklusive Navigation und GPS-Tracking. Teste die Offline-Funktion im Flugmodus, bevor du losziehst.

GPS-Tracking zieht ordentlich Strom. Rechne mit 4-6 Stunden Laufzeit bei aktivem Display und laufender Navigation. Energiesparmodus aktivieren, Bildschirm dimmen und nur bei Bedarf auf die Karte schauen verlängert die Laufzeit. Für Mehrtagestouren ist eine Powerbank oder ein Solarladegerät Pflicht.

Outdooractive bietet das detaillierteste Kartenmaterial für den Alpenraum, inklusive Alpenvereinskarten und Schweizer Landeskarten. Für Österreich, Bayern und Südtirol ist auch Bergfex eine gute Wahl – deutlich günstiger und mit soliden topografischen Karten.

Ja, alle Apps ermöglichen manuelle Routenplanung. Komoot und Outdooractive bieten zusätzlich automatische Routenvorschläge basierend auf deinen Präferenzen. Gaia GPS und OsmAnd erfordern manuelle Planung, geben dir dafür aber maximale Kontrolle über jeden Wegpunkt.

Für normale Tageswanderungen reicht das Smartphone mit einer guten App völlig aus. Für anspruchsvolle Mehrtagestouren, alpine Durchquerungen oder Expeditionen empfehle ich zusätzlich ein dediziertes GPS-Gerät als Backup. Die laufen eine Woche mit Batterien und sind robuster als jedes Smartphone.

Mein Fazit: Welche App für welchen Wanderer?

Auf meiner letzten Tour durch die Stubaier Alpen hatte ich drei Apps parallel laufen: Komoot für die Navigation, Outdooractive zum Checken der Hangneigung vor einer Schneequerung, OsmAnd als eiserne Reserve im Flugmodus. Redundanz rettet Leben – oder zumindest einen ziemlich teuren Hubschraubereinsatz.

Für die meisten Wanderer ist Komoot die richtige Wahl. Die App ist einfach zu bedienen, die Routen passen, die Community ist hilfreich. Wenn du hauptsächlich in den Alpen unterwegs bist und anspruchsvolle Touren planst, lohnt sich der Griff zu Outdooractive. Das Kartenmaterial ist detaillierter, die Tourenbeschreibungen professioneller, die Integration von Wetter- und Lawineninfos kann entscheidend sein.

Für Reisen außerhalb Europas ist AllTrails überzeugend. Die Community-Bewertungen sind Gold wert, wenn du in fremden Regionen unterwegs bist. Bergfex ist der Budget-Tipp für alle, die ein Abo scheuen und primär im Alpenraum wandern. Und OsmAnd? Das ist deine Versicherung für den Fall, dass alles andere versagt.

Meine Empfehlung: Installiere zwei Apps. Eine Premium-App für Komfort und Routenplanung, eine kostenlose Open-Source-App als Backup. Lade die Offline-Karten vor jeder Tour herunter, teste die Navigation im Flugmodus, packe eine Powerbank ein. Und wenn du wirklich sicher gehen willst auf Mehrtagestouren: Nimm zusätzlich ein klassisches GPS-Gerät mit. Das wiegt 150 Gramm und kann im Zweifel dein Leben retten.

Zur Mehrtageswanderung Packliste gehört neben der App auch eine echte Papierkarte – nicht als Backup, sondern für den Überblick. Eine gute topografische Karte im Maßstab 1:25.000 zeigt dir Zusammenhänge, die auf dem Smartphone-Display untergehen. Für die Detailnavigation nutze ich die App, für die strategische Planung und Orientierung im Gelände die Karte.

Wenn du mit Kindern unterwegs bist, schau dir auch unsere Tipps zum Wandern mit Kindern an – da helfen Apps mit eingebauten Highlights und Spielelementen besonders. Und falls du dich fürs Winterwandern interessierst: Die Integration von Lawineninfos in Outdooractive ist für Schneeschuhtouren extrem wertvoll.

Wer es wirklich ernst meint mit mehrtägigen Touren, sollte parallel zur App eine Outdoor-Uhr mit GPS nutzen. Die läuft drei bis vier Tage mit einer Akkuladung und zeichnet deine Route auf, auch wenn das Smartphone längst tot ist. In Kombination mit einer guten Wander-App hast du dann drei unabhängige Navigationssysteme: Smartphone-App, GPS-Uhr, Papierka