Letzten Sommer am Gardasee: Das Gasventil an meinem Kocher war festsitzend, die Plane musste zugeschnitten werden, und dann war da noch dieser verdammte Splitter im Finger. Ohne mein Multitool hätte ich drei verschiedene Werkzeuge aus dem Van kramen müssen. So? Drei Handgriffe, Problem gelöst, weiter ging’s.
Ein gutes Multitool ist wie dein stiller Kompagnon draußen. Es repariert, schneidet, schraubt und zieht – und passt dabei in die Hosentasche. Die Auswahl ist riesig: Von kompakten Taschentools mit acht Funktionen bis zu ausgewachsenen Werkzeugschlössern mit 21 Komponenten. In diesem Test zeige ich dir acht Multitools, die sich im Camping-Alltag wirklich bewährt haben. Nicht alle sind gleich gut – und das sage ich auch ganz ehrlich.
Ich habe die Tools nach Funktionsumfang, Verarbeitung und Praxistauglichkeit bewertet. Am Lagerfeuer getestet, bei Reparaturen eingesetzt, beim Van-Ausbau genutzt. Die Ergebnisse liegen jetzt vor dir.
Test: Diese 8 Multitools fürs Camping überzeugen uns




Mein persönlicher Favorit für ernsthafte Outdoor-Einsätze. Das Wave Plus kombiniert 18 Funktionen mit einer Verarbeitung, die auch nach Jahren noch wie neu wirkt. Die außenliegenden Klingen lassen sich einhändig öffnen – das ist am Lagerfeuer gold wert. Ja, es kostet mehr als manches Konkurrenzprodukt. Aber in der Praxis zeigt sich schnell: Das ist eine Investition für mindestens ein Jahrzehnt.
- Außenliegende Klingen – einhändig nutzbar
- 25 Jahre Garantie von Leatherman
- Robuste Zange mit viel Hebelkraft
- Austauschbare Drahtschneider
- Relativ schwer für die Hosentasche
- Höherer Preis – aber gerechtfertigt
- Ohne Nylon-Holster recht sperrig




Der Klassiker aus der Schweiz – und das aus gutem Grund. Das Huntsman bietet 15 Funktionen zum Preis eines guten Abendessens. Für Camping-Einsteiger oder als Backup-Tool im Van eine solide Wahl. Die Säge taugt was, das Dosenöffner-Modul ist durchdacht. Ja, die Zange fehlt – aber dafür ist es federleicht und verschwindet in jeder Tasche.
- Extrem leicht – merkt man kaum in der Tasche
- überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Holzsäge funktioniert erstaunlich gut
- Schweizer Qualität hält ewig
- Keine Zange – das fehlt bei Reparaturen
- Klingen nicht außenliegend
- Schraubendreher recht kurz




Das minimalistische Leatherman – nur sieben Funktionen, aber genau die richtigen. Mit 142 Gramm deutlich leichter als das Wave Plus, trotzdem mit ordentlicher Zange und außenliegendem Messer. Der integrierte Karabiner ist praktischer als erwartet – hängt bei mir meist außen am Rucksack. Für Trekking-Touren, wo jedes Gramm zählt, meine erste Wahl.
- Deutlich leichter als vollwertige Multitools
- Karabiner integriert – super praktisch
- Messer mit 154CM-Stahl hält lange scharf
- Einhändige Bedienung möglich
- Nur sieben Funktionen – kein Sägen möglich
- Keine Schere – das vermisse ich manchmal
- Preis relativ hoch für den Funktionsumfang
Gute Alternative zum teureren Leatherman – für die Hälfte des Preises bekommst du 15 solide Funktionen. Die gefederte Zange greift sicher, die Federung macht Wiederholungsarbeiten angenehmer. Verarbeitung ist okay, nicht überragend, aber für Gelegenheits-Camper völlig ausreichend. Kannst du nicht viel falsch machen, wenn das Budget begrenzt ist.
- Gefederte Zange – arbeitet sich angenehmer
- Sehr guter Preis für den Funktionsumfang
- Alle wichtigen Werkzeuge an Bord
- Nylon-Holster im Lieferumfang
- Klingen nicht außenliegend – braucht zwei Hände
- Etwas schwerer als vergleichbare Modelle
- Verarbeitung einen Tick unter Leatherman



Das Profi-Werkzeug von Victorinox – 24 Funktionen in robuster Ausführung. Die Federmechanik der Zange ist durchdacht, alle Werkzeuge lassen sich von außen öffnen. Für Van-Ausbau oder längere Expeditionen, wo du wirklich auf dein Werkzeug angewiesen bist, eine erstklassige Wahl. Der Preis ist heftig, ja. Aber hier bekommst du Schweizer Präzision in Bestform.
- Alle Werkzeuge von außen zugänglich
- Gefederte Zange mit hoher Präzision
- Lederholster inklusive – macht was her
- Lebenslange Garantie
- Teuerster Kandidat im Test
- Viele Funktionen – kann überfordernd wirken
- Relativ kompakt – manche Tools dadurch klein



Kompaktes Keychain-Tool mit überraschend viel Power. Mit 129 Gramm leicht genug für den Schlüsselbund, trotzdem mit vollwertiger Zange und Schere. Die gefederte Zange erleichtert repetitive Arbeiten. Für Tagestouren oder als EDC-Tool richtig gut – aber bei mehrtägigen Touren fehlt mir persönlich die Säge.
- Extrem kompakt – passt wirklich an den Schlüsselbund
- Schere gut dimensioniert – schneidet sauber
- Gefederte Zange trotz geringer Größe
- Guter Mittelweg zwischen Funktion und Gewicht
- Keine Säge – bei Holzarbeiten Fehlanzeige
- Messerklinge relativ kurz
- Materialqualität gut, aber nicht Spitzenklasse



Das größte Leatherman im Programm – 21 Funktionen plus austauschbare Sägeblätter. Mit 335 Gramm definitiv kein Leichtgewicht, aber wenn du am Lagerplatz oder im Van ernsthaft werkeln willst, ist das hier dein Ding. Die Zange ist kräftig genug für Drahtarbeiten, die Säge frisst sich durch Äste bis fünf Zentimeter Durchmesser. Für mobile Handwerker quasi das Schweizer Taschenmesser unter den Zangen-Tools.
- Kräftigste Zange im Testfeld – echte Power
- Austauschbare Sägeblätter und Bithalter
- Alle wichtigen Klingen außenliegend
- Kommt mit Bit-Set im Nylon-Holster
- Mit 335 g deutlich zu schwer für Trekking
- Größe – nichts für die Hosentasche
- Teuerste Standardvariante von Leatherman



Der Maximalist unter den Taschenmessern – 33 Funktionen in einem Tool. Hier ist wirklich alles dabei: Von der Lupe über die Pinzette bis zur LED-Lampe. Für Wochenend-Camper, die gerne vorbereitet sind, durchaus interessant. In der Praxis nutzt man aber ehrlich gesagt nie alle Funktionen. Eher ein Spielzeug für Sammler als ein Arbeitstier.
- 33 Funktionen – wirklich alles dabei
- Klassisches Victorinox-Design
- Relativ kompakt trotz Funktionsvielfalt
- Schweizer Verarbeitung zuverlässig
- Viele Funktionen bleiben ungenutzt
- Keine Zange – das ist der Knackpunkt
- Durch viele Lagen recht dick
- Nicht alle Tools sind praktisch dimensioniert
Finger weg von No-Name-Multitools aus dem Baumarkt für 15 Euro. Die Klingen sind oft minderwertig, die Zangen verbiegen sich bei ernsthaften Arbeiten, und nach einer Saison ist das Scharnier ausgeleiert. Was viele Anfänger nicht wissen: Ein gutes Multitool ist eine Anschaffung für zehn Jahre oder länger – da lohnt es sich, einmal richtig zu investieren statt dreimal billig nachzukaufen.
Vergleichstabelle: Alle Camping-Multitools im Überblick
| Modell | Gewicht | Funktionen | Zange | Preis ca. |
|---|---|---|---|---|
| Leatherman Wave Plus | 241 g | 18 | Ja, robust | 120 € |
| Victorinox Huntsman | 97 g | 15 | Nein | 40 € |
| Leatherman Skeletool | 142 g | 7 | Ja, kompakt | 85 € |
| Gerber Suspension NXT | 249 g | 15 | Ja, gefedert | 55 € |
| Victorinox SwissTool Spirit X | 214 g | 24 | Ja, gefedert | 135 € |
| SOG PowerPint | 129 g | 12 | Ja, gefedert | 48 € |
| Leatherman Surge | 335 g | 21 | Ja, sehr robust | 145 € |
| Victorinox Swiss Champ | 185 g | 33 | Nein | 95 € |
Kaufberatung: So findest du dein Camping-Multitool
Zangen-Tool oder Taschenmesser?
Die grundsätzliche Frage zuerst: Brauchst du eine Zange oder nicht? Wenn du am Lagerplatz Heringe nachbiegen, Draht schneiden oder Schrauben festziehen willst, führt kein Weg an einem Zangen-Tool vorbei. Leatherman, Gerber und SOG haben hier die Nase vorn. Die klassischen Victorinox-Taschenmesser sind dagegen die richtige Wahl, wenn du hauptsächlich schneiden, schälen und kleinere Reparaturen durchführst.
In der Praxis zeigt sich: Für Wochenend-Camping im Zelt reicht oft ein gutes Taschenmesser. Wer aber einen Van ausbaut, längere Zeit autark unterwegs ist oder Van-Ausbau-Projekte plant, wird die Zange vermissen. Meine Faustregel: Wenn du schon mal Campingausrüstung reparieren musstest, nimm ein Zangen-Tool. Wenn du nur Brot schneiden und Dosen öffnen willst, reicht ein Schweizer Messer.
Gewicht vs. Funktionsumfang
Bei Multitools gilt nicht „je mehr, desto besser“. Das Victorinox Swiss Champ mit 33 Funktionen klingt beeindruckend – aber ehrlich, wann brauchst du den Uhrmacher-Schraubendreher am Lagerfeuer? Gerade beim Trekking mit Zelt zählt jedes Gramm. Mein persönlicher Favorit fürs Ultraleicht-Trekking ist das Leatherman Skeletool: Nur 142 Gramm, aber mit Zange, Messer und den wichtigsten Schraubendrehern ausgestattet.
Für Van-Camping oder Basislager-Touren darf es dagegen gerne mehr sein. Das Leatherman Surge oder das Victorinox SwissTool Spirit X bieten echten Werkzeug-Komfort – da verzichte ich gerne auf 150 Gramm Gewichtsersparnis, wenn ich dafür eine kräftige Säge und austauschbare Bits bekomme.
Material und Verarbeitung
Bei der Stahlqualität trennt sich die Spreu vom Weizen. Die günstigen No-Name-Tools nutzen oft minderwertige Legierungen, die schnell korrodieren oder die Schärfe verlieren. Leatherman setzt auf 420HC-Stahl – rostfrei, schärfbar, langlebig. Victorinox nutzt eigene Stahllegierungen mit ähnlichen Eigenschaften. Bei den Premiummodellen wie dem Leatherman Surge kommt teilweise S30V-Stahl zum Einsatz – das ist richtig hochwertiges Material, das auch nach Jahren noch scharf bleibt.
Die Verarbeitung erkennst du am Spiel der Gelenke: Qualitäts-Multitools lassen sich mit einer Hand öffnen, rasten sauber ein und haben kaum seitliches Spiel. Billige Tools wackeln schon nach wenigen Wochen und die Federn leiern aus. Gerade bei gefederten Zangen merkst du den Unterschied sofort.
Nach jeder Tour das Multitool auseinanderklappen und mit einem leicht öligen Lappen abwischen. Gerade nach Salzwasser-Kontakt oder bei Arbeiten mit Harz solltest du die Gelenke mit einem Tropfen Öl behandeln. Die meisten Hersteller bieten spezielles Pflegeöl an – aber ein Tropfen Ballistol tut’s auch. Klingen regelmäßig mit einem feinen Schleifstein nachziehen – dann hält dein Tool wirklich ein Leben lang.
Einsatzbereiche: Welches Tool für welchen Zweck?
Für Trekking und Wandern
Beim Trekking mit leichtem Rucksack zählt jedes Gramm. Hier würde ich zum Leatherman Skeletool (142 g) oder zum Victorinox Huntsman (97 g) greifen. Beide bieten die essentiellen Funktionen – Messer, Säge, Schraubendreher – ohne unnötigen Ballast. Das Skeletool hat den Vorteil der integrierten Zange, das Huntsman punktet mit ultraleichtem Gewicht.
Auf mehrtägigen Touren habe ich meist beide dabei: Das Skeletool am Gürtel für schnellen Zugriff, das Huntsman als Backup im Rucksack. Klingt vielleicht nach Overkill, aber die 239 Gramm zusammen wiegen weniger als ein einzelnes Leatherman Surge – und ich habe doppelte Sicherheit falls ein Tool ausfällt.
Für Van-Camping und Stellplatz
Im Van oder am festen Stellplatz darf das Tool ruhig mehr wiegen. Hier sind das Leatherman Wave Plus oder das Victorinox SwissTool Spirit X meine ersten Empfehlungen. Beide bieten genug Funktionen für typische Camp-Reparaturen: Schrauben nachziehen, Gasschläuche kürzen, Heringe nachbiegen, Holz sägen.
Gerade beim Van-Ausbau hat sich das Leatherman Wave Plus bei mir bewährt. Die außenliegenden Klingen spare ich mir ständiges Auf- und Zuklappen, und die robuste Zange hat schon so manchen verzogenen Hering wieder gerade gebogen. Wenn du ernsthaft am Van schraubst, würde ich sogar zum Leatherman Surge raten – die austauschbaren Bits und die kräftige Säge rechtfertigen das höhere Gewicht.
Für Wochenend-Camping
Für gelegentliche Camping-Trips am Wochenende ist das Victorinox Huntsman schwer zu schlagen. Für rund 40 Euro bekommst du ein zuverlässiges Werkzeug mit allen wichtigen Funktionen. Die Säge schneidet saubere Kerben ins Brennholz, der Dosenöffner ist durchdacht konstruiert, und das Messer bleibt lange scharf.
Alternative wäre das Gerber Suspension NXT – etwas mehr Geld, dafür mit gefederter Zange. Für Familien mit Kindern eine gute Wahl, weil die Zange beim Aufbauen oft gebraucht wird. Und wenn das Teil mal verloren geht oder von Junior im Boden vergraben wird, tut’s nicht so weh wie bei einem 120-Euro-Leatherman.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Außenliegende vs. innenliegende Klingen
Das ist ein echter Praxispunkt: Bei Leatherman-Tools wie dem Wave Plus oder Surge lassen sich die wichtigsten Klingen von außen öffnen – ohne dass du das ganze Tool aufklappen musst. Am Lagerfeuer mit einer Hand operieren? Kein Problem. Bei klassischen Victorinox-Taschenmessern musst du dagegen immer beide Hände frei haben.
In der Praxis merkt man den Unterschied vor allem bei repetitiven Arbeiten. Wenn du zehn Schrauben nachziehen musst, nervt das ständige Auf- und Zuklappen. Für gelegentliches Schneiden ist es weniger relevant. Die Frage ist also: Wie oft nutzt du dein Tool wirklich intensiv?
Verriegelungsmechanismus
Sicherheit geht vor: Alle Tools in diesem Test haben eine Klingenverriegelung. Bei Leatherman ist das meist ein Liner-Lock – die Klinge rastet mit einem hörbaren Klick ein und ist bombensicher verriegelt. Bei Victorinox gibt es je nach Modell verschiedene Systeme, vom einfachen Slip-Joint bis zum ausgefeilten Liner-Lock.
Was viele Anfänger nicht wissen: Eine nicht verriegelte Klinge kann beim Arbeiten einklappen – und das endet meist mit einem Besuch in der Notaufnahme. Gerade bei größeren Klingen achte ich deshalb auf einen soliden Verriegelungsmechanismus. Das Leatherman Wave Plus hat hier den besten Lock in meinem Test – absolut wackelfrei.
Garantie und Reparaturservice
Leatherman gibt 25 Jahre Garantie auf alle Tools. Victorinox bietet eine lebenslange Garantie. Das klingt erstmal nach Marketing-Gerede – aber in der Praxis zeigt sich: Beide Hersteller stehen wirklich zu ihrem Wort. Ich hatte vor drei Jahren einen gebrochenen Drahtschneider am Wave Plus, eingeschickt, zwei Wochen später kam es repariert zurück. Kostenfrei.
Bei No-Name-Herstellern kannst du das vergessen. Defektes Tool? Wegwerfen, neu kaufen. Das macht die vermeintlich günstige Anschaffung schnell teurer als ein einmal richtig gekauftes Marken-Tool. Meine ehrliche Empfehlung: Einmal ordentlich investieren, dafür zehn Jahre oder länger Ruhe haben.
Multitool und andere Camping-Ausrüstung kombinieren
Ein gutes Multitool ersetzt nicht das richtige Werkzeug. Für ernsthaftes Holzspalten am Lagerfeuer brauchst du zusätzlich eine Camping-Axt. Die Säge am Multitool ist für Äste bis fünf Zentimeter okay, aber beim dickeren Brennholz kommst du nicht weit.
Ähnlich beim Thema Sicherheit: Wenn du längere Zeit an einem Stellplatz stehst, solltest du über ein zusätzliches Camping-Schloss nachdenken. Das Multitool kann zwar im Notfall ein simples Vorhängeschloss knacken – aber das ist nicht wirklich seine Kernkompetenz.
Für Bikepacking-Touren empfehle ich das Skeletool in Kombination mit einem kompakten Fahrrad-Multitool. Das Skeletool deckt alle allgemeinen Reparaturen ab, das spezialisierte Bike-Tool hat die richtigen Inbus-Größen und Speichenschlüssel. So bist du für alle Fälle gerüstet ohne unnötiges Gewicht mitzuschleppen.
Ich trage mein Multitool meist am Gürtel in einem Nylon-Holster – nicht im Rucksack. Warum? Weil ich es ständig brauche. Schnur abschneiden, Schrauben nachziehen, Dose öffnen – das passiert mehrmals täglich. Wenn du dafür jedes Mal den Rucksack absetzen musst, nervt das gewaltig. Die meisten Marken-Tools kommen mit einem ordentlichen Holster. Das Leatherman Wave Plus hat sogar ein Clip-System für die Hosentasche.
Häufige Fragen zu Camping-Multitools
Im Handgepäck sind Multitools mit Klingen tabu – das gilt für alle Messer über 6 cm Klingenlänge. Im aufgegebenen Gepäck darfst du dein Tool problemlos mitnehmen. Ich packe mein Leatherman immer in den Trekkingrucksack und gebe den auf. Bei Kontrollen gab’s damit noch nie Probleme. Tipp: Holster dabei lassen, dann sieht man auf dem Röntgenbild sofort, dass es ein Werkzeug und keine Waffe ist.
Für Einsteiger würde ich das Victorinox Huntsman empfehlen. Es kostet um die 40 Euro, bietet alle wichtigen Funktionen und die Bedienung ist selbsterklärend. Wenn du bereit bist etwas mehr zu investieren und eine Zange brauchst, ist das Gerber Suspension NXT eine solide Wahl. Beide Tools sind robust genug für die ersten Camping-Saisons und verzeihen auch mal eine unsachgemäße Handhabung.
Mit einem feinen Schleifstein oder Diamantschärfer – Körnung 1000-3000 ist ideal. Die Klinge im 20-Grad-Winkel ansetzen und mit leichtem Druck über den Stein ziehen. Wichtig: Immer vom Klingenrücken zur Schneide arbeiten, nicht umgekehrt. Nach 10-15 Zügen pro Seite sollte die Schärfe deutlich besser sein. Wer unsicher ist, kann sein Leatherman oder Victorinox auch einschicken – beide Hersteller bieten Schleif-Services an.
Kommt drauf an. Für Wochenend-Camping reicht meist das Multitool. Auf längeren Touren oder beim Bushcraft würde ich zusätzlich ein festes Messer mitnehmen – am besten ein Mora Companion oder ähnliches. Das hat eine längere, stabilere Klinge für ernsthafte Holzarbeiten. Das Multitool ist dann für Feinarbeiten und Reparaturen zuständig. Ein gutes Messer ist das wichtigste Werkzeug draußen. Punkt.
Nach jeder Tour alle Klingen ausklappen und mit warmem Wasser plus etwas Spülmittel reinigen. Besonders nach Kontakt mit Salz, Harz oder Schmutz. Dann gründlich trocknen – am besten mit Druckluft in die Gelenke pusten. Anschließend alle beweglichen Teile mit einem Tropfen Öl behandeln. Ballistol oder spezielles Werkzeugöl funktionieren gut. So behandelt hält dein Multitool problemlos zehn Jahre oder länger.
Fazit: Meine Empfehlung zum Multitool fürs Camping
Nach acht getesteten Multitools und zahllosen Einsätzen am Lagerfeuer bleibt mein persönlicher Favorit das Leatherman Wave Plus. Die Kombination aus 18 durchdachten Funktionen, außenliegenden Klingen und solider Verarbeitung rechtfertigt den Preis von rund 120 Euro. Für ernsthafte Camper, die ihr Werkzeug regelmäßig nutzen, ist das die beste Investition.
Wer ein begrenztes Budget hat, greift zum Victorinox Huntsman. Für 40 Euro bekommst du ein zuverlässiges Schweizer Taschenmesser mit allem, was man für Wochenend-Camping braucht. Die fehlende Zange ist verschmerzbar, wenn du hauptsächlich schneiden und öffnen musst.
Für Ultraleicht-Trekker ist das Leatherman Skeletool die richtige Wahl. Mit 142 Gramm verschwindend leicht, trotzdem mit Zange und den wichtigsten Werkzeugen ausgestattet. Der Karabiner hat sich als praktischer erwiesen als erwartet – bei mir hängt das Skeletool meist griffbereit am Rucksack.
Gerade wenn du mit Baby beim Camping unterwegs bist oder E-Bike-Camping mit der Familie machst, wirst du dein Multitool lieben lernen. Es gibt kaum ein Werkzeug, das so vielseitig ist und so wenig Platz braucht.
Am Lagerfeuer getestet, in der Praxis bewährt – das sind meine acht Favoriten für 2026. Welches Tool am Ende in deiner Tasche landet, hängt von deinem Einsatzbereich ab. Aber eins kann ich dir versprechen: Mit einem dieser acht Multitools bist du für die meisten Situationen draußen gut gerüstet.