Rucksäcke & Gepäck

Daypack Test 2026: Die besten Tagesrucksäcke zum Wandern

Kennst du das? Du planst deine nächste Tagestour und stehst vor dem Kleiderschrank – der alte Uni-Rucksack ist zu unpraktisch, der große Trekkingrucksack für einen Nachmittag in den Bergen völlig überdimensioniert. Genau diese Situation hatte ich letztes Jahr im Frühling, als ich mit meinen beiden Kindern spontan zum Tegernsee wollte. Der Kleine (damals fünf) brauchte noch Snacks, Wechselklamotten und sein Trinkfläschchen, ich wollte eine dünne Jacke für den Gipfel dabei haben. Am Ende haben wir alles in eine ausgebeulte Sporttasche gestopft – und ich hatte nach zwei Stunden Schulterschmerzen.

Ein vernünftiger Daypack hätte mir den Tag gerettet. Seitdem teste ich Tagesrucksäcke konsequent auf Familientauglichkeit: Lässt sich die Trinkflasche meines Sohnes auch mit kalten Fingern aus der Seitentasche ziehen? Kann ich den Rucksack auf dem Parkplatz abstellen, ohne dass er umkippt? Passt die Brotdose ordentlich rein?

In diesem Test schaue ich mir 7 Daypacks zwischen 18 und 28 Litern an – vom budgetfreundlichen Allrounder bis zum Premium-Modell mit perfekter Belüftung.

Kurze Halbtagestouren (2-4 Stunden)

Hier reichen 18-22 Liter völlig. Du packst Trinkflasche, Snacks, Regenjacke und vielleicht ein kleines Erste-Hilfe-Set ein. Leichtgewichtige Modelle ohne viel Schnickschnack sind perfekt – der Rucksack sollte unter 500 Gramm wiegen.

Ganztagestouren mit Kindern

Dann greife besser zu 24-28 Litern. Du brauchst Platz für Wechselklamotten der Kids, zusätzliche Verpflegung, eventuell eine zweite Trinkflasche und eine wärmere Jacke für den Gipfel. Ein gutes Tragesystem wird bei 6-8 Stunden Gehzeit wichtiger als jedes eingesparte Gramm.

Die 7 besten Tagesrucksäcke im Test

★ Favorit

DEUTER
Speed Lite 21
****-
4.4
(40 reviews)

Mein Familien-Favorit für Tagestouren. Das Aircomfort-Rückensystem sorgt auch bei höheren Temperaturen für Luftzirkulation, der Hüftgurt lässt sich komplett in einer Tasche verstauen (praktisch, wenn man den Rucksack mal in der Bahn trägt). Mit Kindern draußen schätze ich besonders die zwei großen Seitentaschen – die Trinkflaschen sind blitzschnell griffbereit.

Volumen21 Liter
Gewicht490 g
Rückenlänge42-48 cm
Preis ca.90 €

Stärken
  • Belüftetes Rückensystem auch bei Wärme angenehm
  • Zwei Seitentaschen mit Gummizug für Flaschen
  • Regenhülle im Bodenfach integriert
Schwächen
  • Keine Fronttasche für Kleinkram
  • Hüftgurt könnte mehr Polsterung vertragen

Preis-Leistung

OSPREY
Talon 22
****-
4.6
(1516 reviews)

Ein echter Allrounder, den ich guten Gewissens auch Outdoor-Neulingen empfehle. Das AirScape-Rückensystem ist angenehm gepolstert ohne zu schwer zu sein, die Kompression an den Seiten hilft beim Stabilisieren der Ladung. Was mir besonders gefällt: Der Rucksack steht von selbst – klingt banal, ist aber Gold wert, wenn man auf dem Wanderparkplatz die Brotdose rausholen will.

Volumen22 Liter
Gewicht620 g
Rückenlänge43-51 cm (verstellbar)
Preis ca.105 €

Stärken
  • Verstellbares Rückensystem (auch für größere Kinder geeignet)
  • Steht selbstständig – super praktisch
  • Brustgurt mit Signalpfeife
  • Viele Befestigungspunkte außen
Schwächen
  • Etwas schwerer als minimalistische Modelle
  • Keine integrierte Regenhülle (muss separat gekauft werden)

Budget-Tipp

VAUDE
Wizard 24+4
****-
4.7
(363 reviews)

Was ich Familien nicht empfehlen würde: Einen 120-Euro-Rucksack kaufen, bevor man weiß, ob die Kinder beim Wandern überhaupt dabei bleiben. Der Vaude Wizard ist dafür perfekt – solide Verarbeitung, alle wichtigen Features und ein Preis unter 70 Euro. Das „+4″ bedeutet, dass man den Rucksack durch Öffnen einer Kordel um 4 Liter erweitern kann. Praktisch für spontane Jacken-Momente.

Volumen24+4 Liter
Gewicht710 g
Material100% Polyamid, PFC-frei
Preis ca.65 €

Stärken
  • Erweiterbar um 4 Liter bei Bedarf
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Nachhaltige Produktion (Vaude Green Shape)
Schwächen
  • Rückensystem weniger belüftet als Premium-Modelle
  • Etwas schwerer durch robusteres Material

Ultraleicht

GREGORY
Nano 20
****-
4.0
(9 reviews)

Für Puristen, die wirklich nur das Nötigste mitnehmen wollen. Mit 350 Gramm gehört der Gregory Nano zu den Leichtgewichten unter den Daypacks – du merkst ihn kaum auf dem Rücken. Allerdings musst du dafür auf jeglichen Luxus verzichten: kein Hüftgurt, minimale Polsterung, keine Außentaschen. Ich nehme ihn für schnelle Feierabendrunden, bei Familientouren greife ich zu etwas mehr Komfort.

Volumen20 Liter
Gewicht350 g
Material100D Robic Nylon
Preis ca.78 €

Stärken
  • Sehr geringes Gewicht (350 g)
  • Komprimierbar und platzsparend verstaubar
  • Wasserabweisende Außenbeschichtung
Schwächen
  • Kein Hüftgurt – bei schwerer Beladung unbequem
  • Wenig Organisationsfächer
  • Für Kinder-Zusatzgepäck zu minimalistisch

JACK WOLFSKIN
Moab Jam 24
****-
4.6
(30 reviews)

Ein solider Mittelklasse-Daypack, der sich durch clevere Details auszeichnet. Die integrierte Sitzmatte im Bodenfach nutze ich tatsächlich regelmäßig (gerade im Frühling, wenn die Bänke noch feucht sind). Das ACS Tight-Rückensystem liegt nah am Körper – gut für die Stabilität, im Hochsommer allerdings etwas warm auf dem Rücken.

Volumen24 Liter
Gewicht580 g
BesonderheitIntegrierte Sitzmatte
Preis ca.88 €

Stärken
  • Sitzmatte im Bodenfach integriert
  • Körpernah geschnitten – gute Lastkontrolle
  • Reflektierende Elemente für Dämmerung
Schwächen
  • Weniger Belüftung als Modelle mit Netzrücken
  • Seitentaschen könnten tiefer sein

SALEWA
MTN Trainer 22
****-
4.5
(45 reviews)

Ein technischer Daypack mit alpinem Anspruch. Salewa hat hier vor allem Bergsteiger und anspruchsvolle Wanderer im Blick: Helmhalterung, Seilbefestigung, verstärkte Nähte. Für normale Tagestouren mit Familie etwas überdimensioniert (und der Preis entsprechend höher), aber wenn du öfter im anspruchsvollen Gelände unterwegs bist, bekommst du hier ein sehr robustes Modell.

Volumen22 Liter
Gewicht670 g
Material420D Nylon (verstärkt)
Preis ca.125 €

Stärken
  • Sehr robust für anspruchsvolles Gelände
  • Helmhalterung und alpine Features
  • Contact Mesh-Rückensystem mit Belüftung
Schwächen
  • Teurer als klassische Tagesrucksäcke
  • Technische Features für Alltagstouren überflüssig

MAMMUT
Lithium Speed 20
****-
4.4
(47 reviews)

Kleiner Spoiler: Der Lithium Speed ist mein persönlicher Favorit für schnelle Solo-Touren ohne Kinder. Extrem leicht (410 g), trotzdem mit vernünftigem Tragesystem und genug Platz für eine Isolationsjacke und Verpflegung. Die Fronttasche mit Reißverschluss ist perfekt für Handy und Schlüssel dimensioniert. Allerdings: Mit Kindern brauchst du mehr Volumen.

Volumen20 Liter
Gewicht410 g
Material100D Nylon Ripstop
Preis ca.110 €

Stärken
  • Sehr leicht bei trotzdem guter Ausstattung
  • Fronttasche perfekt für Kleinkram
  • Minimalistisches, zeitloses Design
Schwächen
  • 20 Liter für Familientouren knapp
  • Kein integrierter Regenschutz

Modell Volumen Gewicht Preis ca. Für wen
Deuter Speed Lite 21 21 L 490 g 90 € Familien, Tagestouren
Osprey Talon 22 22 L 620 g 105 € Allrounder, Einsteiger
Vaude Wizard 24+4 24+4 L 710 g 65 € Budget, Familien
Gregory Nano 20 20 L 350 g 78 € Ultraleicht-Fans, Solo
Jack Wolfskin Moab Jam 24 24 L 580 g 88 € Alltagstouren
Salewa MTN Trainer 22 22 L 670 g 125 € Alpine Touren
Mammut Lithium Speed 20 20 L 410 g 110 € Leichte Solo-Touren

Worauf es beim Kauf wirklich ankommt

Volumen: Wie viel Liter brauchst du wirklich?

Die Faustregel für Tagestouren liegt zwischen 18 und 28 Litern. Ich packe für eine 4-Stunden-Wanderung mit meinen Kindern ungefähr Folgendes ein: zwei 0,75-Liter-Flaschen, Brotdosen für drei Personen, eine dünne Isolationsjacke, Regenjacke, kleines Erste-Hilfe-Set, Handy, Schlüssel, eventuell Wechsel-T-Shirt fürs Kleinkind. Das passt locker in 22-24 Liter.

Wenn du allerdings im Frühling oder Herbst unterwegs bist und mehrere Kleidungsschichten mitnehmen musst, sind 26-28 Liter angenehmer. Der Rucksack sollte dann auch nicht randvoll sein – sonst findest du unterwegs nichts mehr.

Was ich nicht empfehlen würde: Einen 35-Liter-Rucksack für Tagestouren kaufen, weil man ja „nie weiß“. Ein halb leerer großer Rucksack trägt sich schlechter als ein gut gefüllter kleiner Daypack. Wenn du längere Touren mit Übernachtung planst, schau dir lieber unseren Trekkingrucksack Test an.

Tragesystem: Belüftung gegen Komfort abwägen

Hier gibt es zwei grundsätzliche Philosophien: Rucksäcke mit Netzrücken (wie der Deuter Speed Lite) halten den Stoff vom Rücken fern und sorgen für Luftzirkulation. Das ist im Sommer Gold wert, kostet aber ein bisschen Gewicht und manchmal auch Stabilität.

Die Alternative sind körpernahe Rückensysteme mit dünner Polsterung (wie beim Jack Wolfskin Moab Jam). Die liegen näher am Körper, übertragen die Last direkter und sind oft leichter – allerdings schwitzt man schneller.

Gerade im Frühling bei wechselhaftem Wetter empfehle ich eher die belüfteten Varianten. Du kannst dann deine Isolationsschicht im Rucksack lassen, statt sie schon nach 20 Minuten Aufstieg wieder ausziehen zu müssen. Mehr zum Thema Kleidungsschichten findest du in unserem Artikel über Wandern im Frühling.

Organisationsfächer: Mehr ist nicht immer besser

Ein häufiger Anfängerfehler: Man denkt, je mehr Fächer, desto besser die Organisation. In der Praxis nutzt du bei einem 20-Liter-Daypack maximal drei Bereiche aktiv: Hauptfach, Deckelfach für Kleinkram, Seitentaschen für Flaschen.

Wichtiger als viele Fächer: Die richtigen Fächer. Eine Fronttasche mit Reißverschluss (wie beim Mammut Lithium Speed) ist perfekt für Handy, Schlüssel und Taschentücher – Dinge, die du griffbereit brauchst ohne den ganzen Rucksack aufmachen zu müssen. Seitentaschen mit elastischem Gummizug sind praktischer als solche mit Reißverschluss, weil du die Flasche auch mit einer Hand wieder reinstecken kannst.

Familien-Geheimtipp: Rucksack-Farbe

Klingt banal, ist aber wichtig: Kauf keinen schwarzen oder dunkelgrauen Daypack, wenn du mit Kindern unterwegs bist. Erstens sehen die Kids auf dem Parkplatz nicht, wo du stehst. Zweitens heizt sich dunkler Stoff in der Sonne stärker auf – und das merkt man an der Trinkflasche. Ich hab unsere Daypacks bewusst in Orange und hellem Grau gekauft. Die Kinder erkennen mich schon von Weitem.

Gewicht vs. Haltbarkeit: Die ehrliche Rechnung

Ein ultraleichter Daypack wie der Gregory Nano (350 g) fühlt sich fantastisch an – solange du ihn nicht durch Brombeergestrüpp ziehst oder auf kantigen Felsen abstellst. Das dünne Nylon ist eben dünn, da reißt bei unsachter Behandlung auch mal was.

Bei Familientouren, wo der Rucksack auch mal von einem Siebenjährigen durch den Matsch geschleift wird, sind robustere Modelle wie der Vaude Wizard oder der Salewa MTN Trainer die bessere Wahl. Die wiegen zwar 200-300 Gramm mehr, halten dafür aber mehrere Saisons durch.

Meine Faustregel: Wenn der Rucksack nur von dir selbst getragen wird und du pfleglich damit umgehst, darfst du gerne zum Leichtgewicht greifen. Sobald Kinder ins Spiel kommen oder der Rucksack häufig auf rauen Oberflächen landet, investiere lieber in solidere Verarbeitung.

Übrigens: Wenn du mehr zum Thema Gewichtseinsparung wissen möchtest, schau mal in unseren Guide zu Ultralight Trekking Ausrüstung.

Regenschutz: Integriert oder separat?

Etwa die Hälfte der Daypacks in diesem Test hat eine integrierte Regenhülle im Bodenfach (Deuter, Jack Wolfskin). Das ist praktisch, weil man sie nicht vergessen kann – allerdings auch ein kleines Zusatzgewicht.

Die andere Hälfte setzt darauf, dass du dir bei Bedarf selbst eine Regenhülle besorgst oder den Rucksack aus wasserabweisendem Material fertigst. Modelle wie der Osprey Talon oder Mammut Lithium Speed haben zwar keine integrierte Hülle, das Außenmaterial hält aber leichte Schauer 20-30 Minuten ab.

Für Tagestouren im Mittelgebirge (wo du im Zweifelsfall schnell wieder am Auto bist) reicht das meistens. Wenn du aber in den Alpen unterwegs bist oder im Herbst wanderst, würde ich immer eine Regenhülle dabei haben – entweder integriert oder als separates 50-Gramm-Teil.

Unser Artikel über Camping Regenjacken zeigt dir übrigens, wie du dich selbst bei längeren Regenphasen trocken hältst.

Kleine Daypack-Geheimnisse aus der Praxis

Nach drei Jahren intensivem Testen mit Familie hab ich ein paar Tricks gelernt, die in keiner Produktbeschreibung stehen:

Karabiner am Schlüsselring: Hänge einen kleinen Karabiner an den Schlüsselbund und clippe ihn an eine Schlaufe im Deckelfach. Dann wühlst du nicht zehn Minuten nach dem Autoschlüssel, während die Kinder bereits Richtung Spielplatz rennen.

Kompressionsriemen clever nutzen: Die seitlichen Kompressionsriemen sind nicht nur zum Stabilisieren da. Wenn du eine dünne Isolationsjacke schnell griffbereit haben willst, klemmst du sie einfach unter die Riemen an der Außenseite. Spart dir das Rucksack-Öffnen am kalten Gipfel.

Deckelfach für häufigen Zugriff: Pack ins Deckelfach nur Dinge, die du wirklich mehrmals am Tag brauchst: Sonnencreme, Taschentücher, eventuell Müsliriegel für die Kids. Alles andere wandert ins Hauptfach – sonst wird das Deckelfach zur Rumpelkammer.

Trinkflaschen-Trick: Steck die Trinkflasche immer mit dem Deckel nach unten in die Seitentasche. Klingt komisch, hat aber zwei Vorteile: Erstens rutscht sie nicht so leicht raus. Zweitens siehst du sofort, ob der Deckel richtig zu ist – bei einem undichten Verschluss läuft das Wasser nach außen statt in deinen Rucksack.

Pflege-Tipp für Daypacks

Die meisten Tagesrucksäcke kannst du bei 30 Grad in der Waschmaschine waschen – allerdings ohne Schleudern und ohne Weichspüler. Vorher alle abnehmbaren Teile (Hüftgurt, Brustgurt) entfernen und den Rucksack in einen alten Kopfkissenbezug stecken. Das schont die Reißverschlüsse. Nach dem Waschen an der Luft trocknen lassen, niemals in den Trockner. Bei stark verschmutzten Bereichen (Schultergurte, Hüftgurt) vorher mit einer Bürste und mildem Spülmittel vorbehandeln.

Was du für den Preis erwarten darfst

Die Preise für vernünftige Daypacks liegen 2026 zwischen 60 und 130 Euro. Hier eine ehrliche Einschätzung, was du in welcher Preisklasse bekommst:

60-80 Euro (Budget-Klasse): Solide Verarbeitung, grundlegende Features wie Seitentaschen und Deckelfach, meist etwas schwerer (650-750 g). Beispiel: Vaude Wizard. Völlig ausreichend für gelegentliche Tagestouren und Einsteiger. Die Materialien sind robuster als bei teureren Modellen, die Rückensysteme aber weniger raffiniert.

80-110 Euro (Mittelklasse): Hier spielen die meisten empfehlenswerten Daypacks. Du bekommst ausgefeilte Tragesysteme, bessere Belüftung, durchdachte Taschenaufteilung und oft leichtere Materialien (450-620 g). Beispiele: Deuter Speed Lite, Osprey Talon, Jack Wolfskin Moab Jam. Das ist die Komfortzone für regelmäßige Wanderer.

110-140 Euro (Premium-Klasse): Spezialmodelle mit technischen Features oder besonders leichte Konstruktionen. Beispiele: Mammut Lithium Speed, Salewa MTN Trainer. Lohnt sich, wenn du sehr häufig unterwegs bist oder spezielle Anforderungen hast (alpine Touren, Ultraleicht-Ambitionen).

Ehrlich gesagt: Die besten Familien-Daypacks kosten oft unter 100 Euro. Bei Premium-Modellen zahlst du häufig für Details, die im Alltag mit Kindern kaum einen Unterschied machen.

Falls du nach passenden Outdoor Geschenken unter 50 Euro suchst, können Zusatzartikel wie Regenhüllen oder Trinksysteme eine schöne Ergänzung zum Rucksack sein.

Welcher Daypack passt zu deiner Tour?

Für Familien mit Kindern unter 10 Jahren: Greif zum Deuter Speed Lite 21 oder Osprey Talon 22. Beide bieten genug Platz für Zusatzgepäck, gute Tragesysteme und robuste Verarbeitung. Der Vaude Wizard ist die günstigere Alternative, wenn Budget eine Rolle spielt.

Für schnelle Solo-Touren: Der Gregory Nano 20 oder Mammut Lithium Speed 20 sind perfekt. Minimales Gewicht, trotzdem vernünftiges Tragesystem und ausreichend Platz für Jacke plus Verpflegung.

Für alpine oder technische Touren: Schau dir den Salewa MTN Trainer 22 an. Die alpinen Features und die robuste Verarbeitung rechtfertigen den höheren Preis, wenn du regelmäßig im Hochgebirge unterwegs bist.

Für Einsteiger mit kleinem Budget: Der Vaude Wizard 24+4 bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Du bekommst alle wichtigen Features zu einem fairen Preis – und die nachhaltige Produktion ist ein netter Bonus.

Wenn du nebenbei auch mit dem Rad unterwegs bist, könnte unser Trinkrucksack Test fürs Mountainbike interessant sein – manche Modelle eignen sich auch als Hybrid-Lösung.

Häufige Anfängerfehler beim Daypack-Kauf

Nach drei Jahren Familien-Wanderungen kenne ich die typischen Stolpersteine:

Zu groß kaufen: „Lieber ein bisschen mehr Volumen, schadet ja nicht.“ Doch, schadet. Ein 30-Liter-Rucksack für Tagestouren ist unpraktisch, weil er halb leer schlabbert und sich die Last nicht gut verteilt. Besser: Einen 22-Liter-Daypack gut vollpacken.

Nur aufs Gewicht schauen: Ein 300-Gramm-Rucksack ist toll – solange du nicht 6 Kilogramm Kinder-Verpflegung reinpackst. Dann fehlt dir ein ordentliches Tragesystem und nach zwei Stunden tun die Schultern weh. Gewicht ist wichtig, aber nicht das einzige Kriterium.

Rückenlänge ignorieren: Viele probieren den Rucksack im Laden leer an und denken „passt“. Erst mit Last merkst du, ob die Rückenlänge stimmt. Bei Modellen mit verstellbarem System (wie dem Osprey Talon) kannst du das korrigieren – bei festen Systemen musst du die passende Größe von vornherein wählen.

Keine Seitentaschen: Es gibt tatsächlich Daypacks ohne Seitentaschen für Trinkflaschen. Lass die Finger davon. Du willst deine Flasche schnell greifen können, ohne den Rucksack abzusetzen – besonders mit Kindern im Schlepptau.

Apropos praktische Ausrüstung: In unserem Artikel über Outdoor Powerbanks findest du passende Stromversorgung fürs Handy auf längeren Touren.

Häufige Fragen

Für die meisten Tageswanderungen reichen 20-24 Liter völlig aus. Wenn du mit Kindern unterwegs bist oder im Frühling/Herbst mehrere Kleidungsschichten brauchst, sind 24-28 Liter komfortabler. Ich packe für eine 4-Stunden-Tour mit Familie (zwei Trinkflaschen, Verpflegung, Wechselklamotten fürs Kind, Regenjacken) locker in 22 Liter. Mehr Volumen brauchst du eigentlich nur bei Tagestouren mit spezieller Ausrüstung wie Kletterseil oder Fotoequipment.

Ein Daypack ist für Touren ohne Übernachtung konzipiert – typischerweise 18-28 Liter Volumen, leicht (350-700 g) und mit einfacherem Tragesystem. Ein Trekkingrucksack (40-70 Liter) ist für mehrtägige Touren mit Schlafsack, Zelt und Verpflegung gedacht, hat ein deutlich ausgereifteres Tragesystem mit Hüftgurt und wiegt meist über 1.500 Gramm. Für normale Tageswanderungen wäre ein Trekkingrucksack überdimensioniert und unbequem – umgekehrt passt in einen Daypack keine Mehrtages-Ausrüstung. Mehr Details findest du in unserem Trekkingrucksack Test.

Kommt auf dein Einsatzgebiet an. Bei kurzen, leichten Touren (unter 3 Stunden, wenig Gewicht im Rucksack) kannst du auf einen Hüftgurt verzichten. Sobald du aber längere Tagestouren machst oder mehr Gewicht trägst (z.B. mit Kinder-Zusatzgepäck), wird ein Hüftgurt deutlich angenehmer. Er verteilt die Last von den Schultern auf die Hüfte und entlastet deinen Rücken. Ultraleicht-Modelle wie der Gregory Nano verzichten bewusst darauf – dann solltest du aber auch entsprechend wenig einpacken. Familienfreundliche Daypacks wie der Deuter Speed Lite oder Osprey Talon haben immer einen (oft abnehmbaren) Hüftgurt.

Sehr wichtig, wenn du im Sommer oder bei Anstiegen viel schwitzt. Ein Netzrücken (wie beim Deuter Speed Lite) hält den Stoff vom Rücken fern und lässt Luft zirkulieren – das macht bei höheren Temperaturen einen deutlichen Unterschied. Im Frühling oder Herbst ist die Belüftung weniger kritisch, da würde ich eher auf geringes Gewicht oder guten Sitz achten. Körpernahe Systeme (wie beim Jack Wolfskin Moab Jam) haben dafür bessere Lastübertragung, sind aber bei Hitze unangenehmer. Meine Empfehlung: Wenn du hauptsächlich in den wärmeren Monaten wanderst, investiere in ein belüftetes Modell.

Ja, die meisten Daypacks (20-25 Liter) passen problemlos als Handgepäck. Die üblichen Airline-Limits liegen bei 55 x 40 x 20 cm – ein typischer 22-Liter-Daypack misst etwa 48 x 24 x 18 cm und liegt damit deutlich darunter. Ich nutze meinen Osprey Talon regelmäßig als Handgepäck auf Flugreisen. Achte nur darauf, dass du keine verbotenen Gegenstände einpackst (Taschenmesser, große Flüssigkeitsmengen). Viele Wanderer kombinieren Flugreise und Trekking – dann ist ein Daypack als Handgepäck plus ein größerer Trekkingrucksack als aufgegebenes Gepäck die ideale Lösun