Letzten Sommer stand ich mit meinem Zelt in der Provence. Mittags zeigte das Thermometer 38 Grad. Im Zelt? Gefühlt das Doppelte. Mein Schlafsack klebte am Körper, an Schlaf war nicht zu denken. Genau in diesem Moment wurde mir klar: Wer im Sommer campen will, braucht andere Strategien als im Rest des Jahres. Keine dicken Daunenschlafsäcke, keine windgeschützten Waldplätze. Stattdessen: Kühlung, Belüftung, clevere Zeitplanung.
Die gute Nachricht? Mit der richtigen Vorbereitung wird aus einem schwitzenden Hitze-Marathon ein entspannter Outdoor-Sommer. Es geht nicht darum, die Temperaturen zu bekämpfen – sondern mit ihnen zu arbeiten. Lass uns mal schauen, wie das funktioniert.
Warum Sommer Camping andere Strategien braucht
Viele Camper unterschätzen die Hitze komplett. Sie packen ihre Standard-Ausrüstung ein und wundern sich dann, wenn die Nacht zur Sauna wird. Tatsächlich ist Hitze eine der größten Herausforderungen beim sommerlichen Camping – manchmal sogar anstrengender als Kälte.
Der menschliche Körper kann mit Kälte besser umgehen als mit extremer Hitze. Bei niedrigen Temperaturen ziehst du mehr an, bewegst dich, trinkst heißen Tee. Gegen Hitze? Da hilft irgendwann nur noch Schatten und Abkühlung. Für meine Sommer Camping Tipps gegen Hitze gilt deshalb: Prävention schlägt Reaktion.
Wenn die Temperaturen über 30 Grad klettern, verändert sich alles. Die Ausrüstung muss leichter sein, Lebensmittel verderben schneller, der Körper braucht mehr Flüssigkeit. Und während du im Winter im Zelt relativ gemütlich liegen kannst, wird das Zelt im Sommer schnell zum Backofen.
Die richtige Zelt-Wahl für heiße Sommernächte
Nicht jedes Zelt taugt für den Sommer. Viele Modelle sind auf drei Jahreszeiten ausgelegt – und die meisten Hersteller meinen damit: Frühling, Sommer, Herbst. Aber echte Sommerhitze? Da braucht’s spezielle Features.
Worauf ich bei einem Sommerzelt achte: maximale Belüftung. Das heißt: große Mesh-Flächen am Innenzelt, mehrere Lüftungsöffnungen, idealerweise eine gute Durchlüftung von unten und oben. Manche Zelte haben sogar Mesh-Dächer, die du komplett öffnen kannst. An sternenklaren Sommernächten ist das ziemlich cool.
Die Farbe macht mehr aus, als du denkst. Helle Zelte reflektieren Sonnenlicht besser als dunkle. Mein altes dunkelgrünes Trekkingzelt wurde mittags unerträglich heiß. Seit ich auf ein hellgraues Modell umgestiegen bin, ist der Unterschied spürbar.
Leichtes Trekkingzelt mit großen Mesh-Flächen und guter Belüftung – perfekt für warme Sommernächte bei moderatem Budget.
Aufbau-Taktik bei Hitze
Selbst das beste Sommerzelt bringt nichts, wenn du es mittags in der prallen Sonne aufbaust. Meine Taktik: Ich suche mir den Platz morgens oder abends aus und orientiere mich am Schattenwurf. Wo steht die Sonne morgens? Wo nachmittags?
Bäume sind deine besten Freunde. Ein schattiger Platz unter einer alten Eiche kann die Temperatur im Zelt um 10-15 Grad senken. Aber Vorsicht: Nicht jeder Baum ist erlaubt, und bei Gewitter solltest du Abstand halten. Ein guter Kompromiss: Randbereich eines Waldstücks mit Morgen- oder Abendsonne.
Wenn kein Schatten verfügbar ist, baue ein Tarp über dem Zelt auf. Der Luftspalt zwischen Tarp und Zelt wirkt als zusätzliche Isolierung. Klingt aufwendig, lohnt sich aber bei mehrtägigen Touren richtig.
Vielseitiges Sonnensegel in verschiedenen Größen, um zusätzlichen Schatten über dem Zelt zu schaffen – robust und schnell aufgebaut.
Schlafen bei Hitze: Schlafsack und Isomatte
Dein dicker Winterschlafsack kann zu Hause bleiben. Bei sommerlichen Temperaturen über 20 Grad nachts reicht oft ein dünner Hüttenschlafsack oder ein Sommerschlafsack mit Komfortbereich ab 15 Grad. Manche Nächte sind so warm, dass du nur eine dünne Decke brauchst.
Ich nutze im Hochsommer gerne einen Schlafsack mit durchgehendem Reißverschluss. Den kann ich komplett aufklappen und als Decke verwenden. Je nach Temperatur ziehe ich ihn dann mehr oder weniger über mich. Diese Flexibilität ist Gold wert.
Bei der Isomatte gilt: Je dicker, desto wärmer. Im Winter super, im Sommer eher hinderlich. Eine dünne aufblasbare Isomatte mit niedrigem R-Wert (unter 2) reicht völlig. Manche Ultralight-Camper verzichten im Sommer sogar komplett auf die Isomatte und legen nur eine dünne Schaumstoffmatte unter.
Leichter Sommerschlafsack mit großem Temperaturbereich, komplett zu öffnen und als Decke nutzbar – etwa 60-80 Euro.
Der Cooling-Trick für die Nacht
Ein simpler Trick, den ich in Südfrankreich gelernt habe: Nimm eine Wasserflasche, fülle sie abends mit kaltem Wasser und lege sie über Nacht ans Fußende des Schlafsacks. Die Kühlung hält ein paar Stunden. Alternativ kannst du auch ein nasses T-Shirt tragen – aber Vorsicht, dass du nicht auskühlst, wenn nachts die Temperatur doch noch fällt.
Manche schwören auf feuchte Tücher am Zelteingang. Die Verdunstungskälte kann die Lufttemperatur im Zelt tatsächlich ein bisschen senken. Funktioniert allerdings nur bei trockener Hitze, nicht bei schwüler Luft.
Kühlung und Hydration: Trinken, trinken, trinken
Bei 35 Grad im Schatten verlierst du je nach Aktivität zwischen zwei und vier Liter Flüssigkeit pro Tag. Das ist nicht zu unterschätzen. Dehydration kommt schleichend – erst fühlst du dich nur schlapp, dann kommen Kopfschmerzen, dann wird’s kritisch.
Mein Grundsatz: Sobald du Durst hast, ist es eigentlich schon zu spät. Du solltest regelmäßig trinken, bevor der Körper sich meldet. Bei Hitze nehme ich mir vor, alle 30-45 Minuten ein paar Schlucke zu trinken – auch wenn ich keinen Durst habe.
Wasser ist gut, aber bei starkem Schwitzen verlierst du auch Elektrolyte. Ich mische mir oft ein Elektrolytpulver ins Wasser oder packe Brausetabletten ein. Hilft dem Körper, die Flüssigkeit besser aufzunehmen.
Flexible Trinkblase mit großer Öffnung zum einfachen Befüllen und Reinigen – perfekt für heiße Tage auf Tour.
Wasser kühl halten unterwegs
Warmes Wasser schmeckt nicht nur mies, es erfrischt auch kaum. Eine Isolierflasche ist bei Sommercamping Pflicht. Die hält Wasser über Stunden kühl – oder wenn du geschickt bist, sogar über einen ganzen Tag.
Trick aus meiner Pyrenäen-Tour: Fülle die Flasche abends mit Wasser und stelle sie über Nacht raus. Morgens füllst du kaltes Wasser nach. Die kühle Nacht sorgt dafür, dass die Flasche gut temperiert startet.
Wenn du an einem Bach oder Fluss vorbeikommst, kannst du deine Wasserflaschen auch kurz ins fließende Wasser legen. Funktioniert super als Schnellkühlung. Aber denk dran: Wasser aus natürlichen Quellen immer filtern oder abkochen, bevor du es trinkst.
Robuste Edelstahl-Isolierflasche mit breiter Öffnung – hält Wasser bei Hitze angenehm kühl, um 35-45 Euro.
Sonnenschutz: Haut, Augen und Kopf schützen
Sonnenbrand beim Camping ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann die ganze Tour ruinieren. Besonders heimtückisch: Oft merkst du es erst abends, wenn es schon zu spät ist. Beim Wandern, beim Schwimmen, beim Zeltaufbau – überall lauert die Sonne.
Sonnencreme mit mindestens LSF 30 sollte selbstverständlich sein. Ich nehme immer LSF 50 mit, weil ich schnell verbrenne. Wichtig: regelmäßig nachcremen, besonders nach dem Schwimmen. Auch wasserfeste Cremes halten nicht ewig.
Ein Hut mit breiter Krempe ist Gold wert. Meine Cap aus der Stadt taugt draußen nichts – die schützt nur die Stirn, nicht Nacken und Ohren. Ein richtiger Wanderhut mit Nackenschutz sieht vielleicht nicht super stylish aus, aber er funktioniert.
Die richtige Kleidung bei extremer Hitze
Baumwolle ist beim Camping meistens keine gute Idee – aber bei Hitze kann sie funktionieren. Ein lockeres Baumwoll-Shirt nimmt Schweiß auf und kühlt durch Verdunstung. Allerdings trocknet es langsam, das kann abends unangenehm werden.
Ich bevorzuge helle Funktionskleidung mit UV-Schutz. Lange, dünne Hemden schützen besser als kurze T-Shirts. Klingt paradox, aber in vielen Wüstenregionen tragen die Menschen lange Gewänder – aus gutem Grund. Die Luft zwischen Stoff und Haut wirkt isolierend.
Für die Augen sind Sonnenbrillen mit UV-Schutz Pflicht. Bei starker Sonneneinstrahlung in den Bergen oder am Wasser können ungeschützte Augen richtig Schaden nehmen. Achte auf die CE-Kennzeichnung und Kategorie 3 oder 4.
Leichter Sonnenhut mit breiter Krempe und Nackenschutz, atmungsaktiv und mit UV-Schutz – etwa 35-45 Euro.
Essen und Lebensmittel bei sommerlicher Hitze
Lebensmittel verderben im Sommer deutlich schneller. Was im Frühling noch zwei Tage im Rucksack durchhält, ist bei 35 Grad nach ein paar Stunden ungenießbar. Besonders kritisch: Milchprodukte, Fleisch, Fisch, alles mit Mayonnaise.
Meine Strategie für mehrtägige Sommertouren: Ich setze auf haltbare Lebensmittel. Hartwurst statt Aufschnitt, Hartkäse statt Frischkäse, Müsli statt Joghurt. Obst und Gemüse wähle ich nach Robustheit: Äpfel, Karotten, Paprika halten länger als Beeren oder Tomaten.
Eine Kühlbox ist bei Autocamp oder Van Life fast schon Pflicht. Die passive Kühlung mit Kühlakkus reicht für 1-2 Tage. Für längere Trips lohnt sich eine elektrische Kühlbox, die am 12V-Anschluss läuft. Die kosten zwar mehr, aber verdorbene Lebensmittel sind auch teuer.
Thermoelektrische Kühlbox mit 48 Liter Volumen, läuft an 12V und 230V – praktisch für Van Life und längere Campingtrips, etwa 150-180 Euro.
Kochen bei Hitze: Weniger ist mehr
Bei 30 Grad hast du vermutlich keine Lust auf dampfende Eintöpfe oder aufwendige Kochorgien. Ich plane im Sommer einfachere Mahlzeiten: Salate, kalte Wraps, Couscous mit Gemüse, Müsli mit Trockenobst.
Wenn ich doch koche, dann früh morgens oder spät abends, wenn es kühler ist. Die Mittagshitze vermeide ich komplett. Stattdessen gibt’s mittags kalte Snacks: Nüsse, Trockenfrüchte, Energieriegel. Spart auch Brennstoff und Zeit.
Falls du einen Campingkocher fürs Van Life suchst, achte darauf, dass er auch draußen gut funktioniert. Bei Hitze willst du nicht in einem stickigen Van stehen und kochen.
Zeitplanung und Aktivitäten anpassen
Die beste Strategie gegen Hitze? Weiche ihr aus. Klingt simpel, funktioniert aber richtig gut. Ich plane meine Tagestouren im Sommer komplett anders als im Rest des Jahres.
Morgens stehe ich früh auf – oft schon bei Sonnenaufgang oder sogar davor. Die ersten Stunden des Tages sind noch angenehm kühl, perfekt für Wanderungen oder andere Aktivitäten. Bis 10 oder 11 Uhr habe ich dann schon einiges geschafft.
Die Mittagszeit zwischen 12 und 16 Uhr ist Siesta-Zeit. Ich suche mir ein schattiges Plätzchen, lese, döse, genieße die Ruhe. Bei extremer Hitze ist körperliche Anstrengung in dieser Zeit ohnehin keine gute Idee – Kreislaufprobleme und Sonnenstich drohen.
Abends, wenn die Temperaturen fallen, kommt dann der zweite Teil des Tages. Noch eine kurze Wanderung, Lagerfeuer vorbereiten, schwimmen gehen. Die Dämmerung ist im Sommer oft die schönste Zeit draußen.
Baden und Schwimmen als Abkühlung
Ein See oder Fluss in der Nähe ist bei Sommercamping ein Segen. Ich suche meine Campingplätze im Sommer gezielt nach Wassernähe aus. Einmal kurz eintauchen, und die Hitze ist vergessen – zumindest für eine Weile.
Aber sei vorsichtig mit kaltem Wasser, wenn du überhitzt bist. Nicht einfach reinspringen, sondern langsam reingehen und den Körper ans kalte Wasser gewöhnen. Sonst kann es zu Kreislaufproblemen kommen.
Ein nasses Bandana oder Halstuch um den Nacken ist auch eine simple, aber effektive Methode zur Abkühlung. Die Verdunstungskälte wirkt über Stunden. Ich tauche meins alle halbe Stunde neu ein.
Notfall-Ausrüstung für extreme Hitze
Wir reden hier nicht nur von Komfort, sondern auch von Sicherheit. Extreme Hitze kann gefährlich werden – Hitzschlag, Dehydration, Sonnenstich sind reale Risiken beim Sommer Camping.
In meinem Erste-Hilfe-Set für Outdoor-Touren habe ich im Sommer immer zusätzlich dabei: Elektrolytpulver, Kühlpads, After-Sun-Lotion, Blasenpflaster (weil Schweiß die Reibung erhöht). Ein kleines Fieberthermometer kann auch nicht schaden – bei Überhitzung steigt die Körpertemperatur.
Wichtig ist auch, die Anzeichen von Hitzeproblemen zu kennen. Starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, trockene Haut trotz Hitze – das sind Warnsignale. Dann sofort in den Schatten, Wasser trinken, abkühlen. Im Zweifel lieber den Notdienst rufen.
Spezielle Cooling-Towels, die durch Verdunstung kühlen – einfach nass machen, ausdrücken, um den Nacken legen. Etwa 15-20 Euro.
Schutz vor Insekten in warmen Nächten
Warmes Wetter bedeutet auch: Mehr Insekten. Mücken, Bremsen, Wespen – sie alle lieben die Sommermonate. Ein gutes Mückennetz am Zelt ist deshalb unverzichtbar. Die meisten modernen Zelte haben bereits große Mesh-Flächen, aber prüfe das vor dem Kauf.
Insektenschutzmittel mit DEET oder Icaridin funktionieren zuverlässig, riechen aber nicht besonders angenehm. Natürliche Alternativen wie Citronella sind sanfter, aber oft weniger wirksam. Ich nutze beides: Tagsüber das chemische Mittel, abends am Lagerfeuer das natürliche.
Ein Mosquito-Netz für den Kopf klingt übertrieben, aber in manchen Regionen – besonders an Seen oder Flüssen – kann es dich vor dem Wahnsinn bewahren. Die Dinger wiegen fast nichts und kosten wenig.
Camping-Ziele für den Sommer: Wo ist es erträglich?
Nicht alle Regionen sind im Sommer gleich heiß. Wenn du die Wahl hast, suche dir Gebiete mit natürlicher Kühlung: Berge, Küsten, Wälder. Je höher, desto kühler – als Faustregel sinkt die Temperatur pro 100 Höhenmeter um etwa 0,6 Grad.
Die Alpen sind im Sommer eine gute Wahl. Ab 1500-2000 Metern sind die Nächte angenehm kühl, tagsüber meist warm aber nicht heiß. Ich war letzten August in den Dolomiten campen – tagsüber 25 Grad, nachts 10 Grad. Perfekt zum Schlafen.
Auch Küstenregionen bieten durch die Meeresbrise meist etwas Abkühlung. Nord- und Ostsee sind im Hochsommer allerdings oft voll, deshalb plane ich solche Trips außerhalb der Schulferien. Skandinavien ist übrigens auch im Sommer noch angenehm – selten über 25 Grad.
Wildcampen im Sommer: Rechtliches und Praktisches
Wer im Sommer wildcampen will, sollte besonders vorsichtig sein – nicht nur wegen der Gesetze, sondern auch wegen Waldbrandgefahr. Bei anhaltender Trockenheit und Hitze sind offene Feuer in vielen Regionen verboten. Zu Recht.
Informiere dich vorher über die lokalen Regelungen. In Deutschland ist Wildcampen größtenteils verboten, in Skandinavien durch das Jedermannsrecht erlaubt. Aber selbst dort gilt: Respektiere die Natur, hinterlasse keine Spuren, sei vorsichtig mit Feuer.
Falls du einen Campingkocher nutzt, stelle ihn auf festen, nicht brennbaren Untergrund. Bei starkem Wind besser gar nicht kochen – Funkenflug kann schnell zu einem Flächenbrand führen.
Van Life im Sommer: Besondere Herausforderungen
Ein Van oder Camper kann im Sommer zur Sauna werden. Metallkarosserie, große Fensterflächen, wenig Isolierung – alles Faktoren, die für Hitze sorgen. Wer Van Life für Anfänger plant, sollte das Thema Belüftung ernst nehmen.
Dachluken sind das Wichtigste. Ich kenne kaum einen Van-Lifer, der nicht mindestens eine Dachluke nachgerüstet hat. Die warme Luft steigt nach oben und kann so entweichen. Kombiniert mit geöffneten Fenstern entsteht ein Durchzug, der die Temperatur deutlich senkt.
Thermomatten für die Windschutzscheibe und Fenster helfen enorm. Von außen angebracht reflektieren sie die Sonnenstrahlen, bevor sie den Innenraum aufheizen. Das macht locker 5-10 Grad Unterschied aus.
Manche Vanlife-Camper schwören auf Solar-Ventilatoren oder tragbare Klimageräte. Die brauchen allerdings Strom – entweder über Landstrom oder eine gut dimensionierte Solaranlage mit Batterie. Für gelegentliche Sommertrips eher überdimensioniert, für Vollzeit-Vanlifer durchaus sinnvoll.
Akkubetriebener Ventilator für Van oder Zelt, etwa 8 Stunden Laufzeit, stufenlos regelbar – kostet um die 40-50 Euro.
Duschen und Hygiene bei Hitze
Bei Hitze schwitzt du mehr, und entsprechend wichtiger wird die Körperhygiene. Nicht alle Campingplätze haben Duschen, und beim Wildcampen erst recht nicht. Eine Campingdusche kann dann Gold wert sein.
Die einfachste Variante: Ein schwarzer Wassersack, den du in die Sonne legst. Nach ein paar Stunden ist das Wasser warm genug für eine angenehme Dusche. Funktioniert prima und kostet fast nichts. Ich nutze einen 20-Liter-Sack, das reicht für zwei ausgiebige Duschen.
Alternativ tut’s auch ein Sprung in den nächsten See oder Fluss. Mit biologisch abbaubarer Seife (aber bitte mit Abstand zum Wasser benutzen, nicht direkt im See!) kannst du dich auch dort sauber halten.
Schwarzer Wassersack mit Duschkopf und Schlauch, erwärmt sich in der Sonne auf angenehme Temperaturen – etwa 15-20 Euro.
Packliste für Sommer Camping bei Hitze
Zum Abschluss noch eine kompakte Packliste mit den wichtigsten Dingen für deine Sommer Camping Tipps gegen Hitze:
- Zelt: Mit maximaler Belüftung und heller Farbe, eventuell zusätzliches Tarp als Sonnensegel
- Schlafsack: Leichter Sommerschlafsack oder Hüttenschlafsack, komplett zu öffnen
- Isomatte: Dünne Matte mit niedrigem R-Wert (unter 2)
- Trinksystem: Trinkblase oder mehrere Wasserflaschen, Isolierflasche für kaltes Wasser
- Sonnenschutz: Sonnencreme LSF 50, Sonnenbrille, Hut mit breiter Krempe
- Kleidung: Helle, lange Funktionskleidung mit UV-Schutz, leichte Sandalen fürs Camp
- Kühlausrüstung: Kühlende Handtücher, eventuell kleine Kühlbox mit Kühlakkus
- Lebensmittel: Haltbare Produkte, wenig Kochaufwand, viele Snacks
- Notfall: Erste-Hilfe-Set mit Elektrolytpulver, Kühlpads, After-Sun
- Insektenschutz: Mückennetz am Zelt, Insektenspray, eventuell Moskitonetz
- Extras: Ventilator (akkubetrieben), Campingdusche, Thermometer
Wenn du noch einen passenden Trekkingrucksack suchst, achte im Sommer besonders auf gute Rückenbelüftung. Manche Modelle haben Netzrücken, die den Kontakt zum Körper minimieren – das verhindert den typischen Schweißrücken.
FAQ: Häufige Fragen zu Sommer Camping bei Hitze
Wie kühle ich mein Zelt im Sommer am besten?
Die effektivste Methode ist ein schattiger Standort unter Bäumen. Zusätzlich hilft ein Tarp über dem Zelt als Sonnensegel, maximale Belüftung durch geöffnete Mesh-Flächen und ein akkubetriebener Ventilator im Zeltinneren. Tagsüber das Zelt komplett geschlossen und dunkel halten, abends durchlüften.
Wie viel Wasser brauche ich beim Camping im Sommer pro Tag?
Bei normaler Aktivität etwa 3-4 Liter pro Person und Tag, bei Wanderungen oder Sport in der Hitze bis zu 6 Liter. Wichtig ist regelmäßiges Trinken, nicht erst bei Durst. Elektrolytgetränke helfen dem Körper, die Flüssigkeit besser aufzunehmen.
Welche Lebensmittel eignen sich für Camping bei großer Hitze?
Haltbare Produkte ohne Kühlung sind ideal: Hartwurst, Hartkäse, Vollkornbrot, Müsli, Trockenobst, Nüsse, Pasta, Reis, Couscous. Frisches Obst und Gemüse sollte robust sein: Äpfel, Karotten, Paprika halten länger als Beeren oder Tomaten. Kühlbox für empfindliche Lebensmittel nutzen.
Wie erkenne ich einen Hitzschlag und was mache ich dann?
Warnsignale sind starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, verwirrt Sein, trockene heiße Haut trotz Hitze, sehr hoher Puls. Sofortmaßnahmen: Person in den Schatten bringen, Kleidung lockern, mit Wasser besprühen, vorsichtig Wasser zu trinken geben. Bei ernsten Symptomen sofort Notruf 112 wählen – ein Hitzschlag kann lebensbedrohlich sein.
Kann ich im Sommer auch ohne Schlafsack campen?
Ja, bei sehr warmen Nächten über 20 Grad reicht oft eine dünne Decke oder ein Baumwolltuch. Viele Camper nutzen ihren Schlafsack dann nur noch als Unterlage. Aber Vorsicht: Nachts kann es auch im Sommer überraschend kühl werden, besonders in den Bergen. Lieber einen leichten Schlafsack dabei haben, den du nicht zumachen musst, aber kannst.
Aus meiner Sicht ist Sommercamping mit der richtigen Vorbereitung entspannter als die meisten denken. Klar, die Hitze fordert andere Strategien als Kälte – aber dafür brauchst du weniger warme Ausrüstung, kannst draußen schlafen, schwimmen gehen, lange Abende genießen. Wenn die Temperaturen steigen, verlege ich meine Aktivitäten einfach in die kühleren Stunden und genieße die Mittagshitze im Schatten mit einem guten Buch. So wird aus der Herausforderung Hitze ein entspannter Sommer draußen.
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