Letzte Woche sind wir bei strahlendem Sonnenschein losgezogen – T-Shirt-Wetter, die Kinder gut gelaunt. Zwei Stunden später: Graupelschauer und eisiger Wind. Meine Jüngste hat nur gemault, weil sie ihre Regenjacke nicht anziehen wollte („Mama, es ist doch warm!“). Kennst du das? Der Frühling ist für Wanderungen einfach die tückischste Jahreszeit.
Zwischen März und Mai liegt auf den Bergen oft noch Schnee, während im Tal schon die ersten Blumen blühen. Die Temperaturen schwanken zwischen 5 und 20 Grad – manchmal an einem einzigen Tag. Wer mit Kindern unterwegs ist, braucht die richtige Ausrüstung für das Wandern im Frühling, sonst wird aus dem Familienabenteuer schnell eine Geduldsprobe.
In diesem Ratgeber zeige ich dir, welche Ausrüstung sich bei wechselhaftem Frühlingswetter wirklich bewährt hat. Vom Zwiebellook über wasserdichte Jacken bis zur richtigen Rucksackauswahl – mit Praxistipps aus über zehn Jahren Familienwanderungen.
Zwiebellook fürs Wandern im Frühling: Die Basis-Schichten
Der Zwiebellook ist beim Wandern im Frühling nicht optional – er ist Pflicht. Gerade mit Kindern, die ständig zwischen „mir ist zu heiß“ und „mir ist kalt“ wechseln.
Erste Schicht: Funktionsunterwäsche
Die Basis bildet atmungsaktive Funktionswäsche, die Feuchtigkeit von der Haut wegtransportiert. Baumwolle ist hier fehl am Platz – sie saugt sich mit Schweiß voll und trocknet nicht.
Für Frühjahrs-Wanderungen empfehle ich Merinowolle oder synthetische Funktionsfasern. Merino reguliert die Temperatur besser, Synthetik trocknet schneller und ist pflegeleichter (wichtig mit Kindern, die ihre Sachen täglich durchschwitzen).
Atmungsaktive Funktionswäsche aus Merinowolle, geruchsneutral und temperaturregulierend – taugt was für wechselhaftes Frühlingswetter.
Technische Daten für Erwachsene: Gewicht ca. 150-200g, Material meist 150-200g/m² Merinowolle. Für Kinder gibt es leichtere Varianten ab 120g/m².
Zweite Schicht: Isolationslage
Die mittlere Schicht hält warm und sollte trotzdem kompakt verstaubar sein. Fleecejacken oder dünne Daunenwesten sind hier die Klassiker.
Mein Familien-Favorit: leichte Fleecejacken. Sie isolieren auch feucht noch einigermaßen, sind robust (Kinder nutzen sie gern als Kissen beim Pausieren) und lassen sich in jeden Rucksack quetschen.
Robuste Fleecejacke mit guter Isolation, die auch nach hundert Wäschen noch gut aussieht – lohnt sich langfristig.
Alternativ für kalte Frühlingstage: leichte Daunenjacken mit 100-200g Daunenfüllung. Packmaß meist um die 20x15cm, Gewicht 200-350g. Sie wärmen deutlich besser als Fleece, sind aber empfindlicher gegen Feuchtigkeit.
Dritte Schicht: Wind- und Wetterschutz
Die äußerste Schicht schützt vor Wind, Regen und Schnee. Hier kommst du an einer vernünftigen Outdoor-Jacke nicht vorbei.
Für Frühjahrswanderungen mit häufigen Regenschauern empfehle ich Hardshell-Jacken mit mindestens 10.000mm Wassersäule. Softshell-Jacken sind bei trockenem Wetter angenehmer zu tragen, schützen aber nicht ausreichend bei längerem Regen.
Die richtige Regenjacke fürs Wandern im Frühling
Kleiner Spoiler: Die beste Regenjacke ist die, die du auch wirklich trägst. Ich habe jahrelang eine schwere Gore-Tex-Jacke mitgeschleppt und sie aus Bequemlichkeit im Rucksack gelassen – bis zum ersten Wolkenbruch.
Wassersäule und Atmungsaktivität
Für Wanderungen brauchst du mindestens 10.000mm Wassersäule, besser 15.000-20.000mm. Alles darunter ist eher ein Regenschutz für den Stadtspaziergang.
Genauso wichtig: die Atmungsaktivität. Sie wird in g/m²/24h angegeben – je höher, desto besser. Werte ab 10.000 g/m²/24h sind gut, ab 20.000 g/m²/24h sehr gut.
Leichte 2,5-Lagen-Jacke mit guter Atmungsaktivität und kleinem Packmaß – kommt bei unseren Touren ständig zum Einsatz.
Technische Daten: Gewicht ca. 280-350g, Packmaß etwa 18x10cm, Wassersäule 20.000mm, Atmungsaktivität 15.000 g/m²/24h. Preisbereich 100-150 Euro.
Auf diese Features solltest du achten
Mit Kindern sind verstellbare Kapuzen Gold wert – sie sollten auch über einen Helm passen (falls ihr in alpinerem Gelände unterwegs seid). Unterarmreißverschlüsse helfen bei der Belüftung, wenn es bergauf geht.
Was ich Familien nicht empfehlen würde: ultrakurze Jacken, die nicht über den Po reichen. Beim Hinsetzen auf nasse Felsen oder Baumstämme wird der Hosenbund garantiert durchnässt.
Mehr Details zu verschiedenen Jackentypen findest du in unserem ausführlichen Camping Regenjacken Test.
Ausrüstung für die Beine: Hosen und Schuhe
Vergiss die Beine nicht – kalte, nasse Füße können eine Wanderung schneller beenden als alles andere (vor allem mit motzendem Nachwuchs).
Wanderhosen für den Frühling
Zip-Off-Hosen sind praktisch, aber ehrlich gesagt nicht mein Favorit. Die Reißverschlüsse drücken oft unter dem Rucksack-Hüftgurt, und die Beine flattern im Wind wie Fahnen.
Ich setze lieber auf normale Wanderhosen mit wasserabweisender Imprägnierung. Bei kaltem Wetter trage ich darunter eine dünne Funktionsleggins – lässt sich schneller an- und ausziehen als Zip-Off-Beine.
Robuste Wanderhose mit G-1000-Material, wind- und wasserabweisend, mit Belüftungsschlitzen – ziemlich unverwüstlich.
Für regnerische Tage: Regenhosen. Die packst du am besten griffbereit in die Deckeltasche deines Rucksacks. Gewicht ca. 200-300g, Packmaß etwa 15x10cm.
Wanderschuhe fürs wechselhafte Frühlingswetter
Im Frühling sind die Wege oft noch matschig und rutschig. Knöchelhohe Wanderschuhe mit griffigem Profil sind hier die bessere Wahl als flache Trailrunner.
Gore-Tex-Membrane halten die Füße trocken, haben aber einen Nachteil: Sie trocknen von innen schlecht. Wer viel schwitzt oder durch Bäche watet, ist mit nicht-wasserdichten Schuhen manchmal besser dran (klingt paradox, funktioniert aber).
Mittelhoher Wanderschuh mit Gore-Tex, guter Knöchelstütze und griffiger Sohle – passt super für wechselhaftes Frühlingswetter.
Mehr Empfehlungen findest du in unserem Wanderschuhe Test 2026 oder speziell bei den Wanderschuhen im Test unter 100 Euro.
Gamaschen für schlammige Trails
Gamaschen sind so ein Ausrüstungsteil, das ich früher für überflüssig hielt. Bis wir im April durch knöcheltiefen Matsch gestapft sind und die Kinderschuhe vollgelaufen waren.
Kurze Gamaschen (bis übers Sprunggelenk) reichen für die meisten Frühjahrswanderungen. Sie halten Dreck, Steinchen und Feuchtigkeit vom Schuhinneren fern. Gewicht ca. 100-150g pro Paar.
Leichte Kurz-Gamaschen mit verstellbarem Kordelzug, halten Schmutz und Nässe zuverlässig ab – echt praktisch bei Matsch.
Rucksack-Packliste fürs Wandern im Frühling
Bei wechselhaftem Wetter wird der Rucksack schnell schwerer – mehr Kleidungsschichten, Regensachen, vielleicht sogar Handschuhe und Mütze.
Die richtige Rucksackgröße
Für Tagestouren im Frühling empfehle ich 25-35 Liter Volumen. Das reicht für Wechselkleidung, Verpflegung, Erste Hilfe und die Extra-Schichten.
Mit Kindern brauchst du meist einen größeren Rucksack – schließlich trägst du nicht nur deine eigenen Sachen, sondern auch die Regenjacke, die dein Kind „nicht braucht“ (bis es dann doch regnet).
Leichter Tagesrucksack mit Regenhülle, gutem Tragesystem und Deckeltasche für Kleinkram – kommt gut an bei Tagestouren.
Weitere Empfehlungen findest du in unserem Trekkingrucksack Test 2026.
Wasserdichte Packsäcke oder Regenhülle?
Die meisten Rucksäcke sind wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Bei längerem Regen sickert Feuchtigkeit durch Nähte und Reißverschlüsse.
Ich nutze eine Kombination: Regenhülle über den ganzen Rucksack (gegen den Hauptregen) plus wasserdichte Packsäcke für Wechselkleidung und Elektronik (Handy, Powerbank). So bleibt garantiert alles trocken.
Leichte wasserdichte Packsäcke in verschiedenen Größen, mit Rollverschluss – kannst du nicht viel falsch machen.
Packliste: Das sollte im Rucksack sein
Hier meine erprobte Packliste für Frühjahrswanderungen mit der Familie:
- Kleidung: Regenjacke, Fleecejacke oder Weste, Regenhose, Ersatz-Shirt, dünne Handschuhe, Stirnband oder Mütze
- Notfall: Erste-Hilfe-Set, Blasenpflaster, Rettungsdecke, Stirnlampe (Touren dauern mit Kindern oft länger als geplant)
- Navigation: Karte, Kompass oder GPS-Gerät (mehr dazu im GPS-Geräte Test 2026)
- Verpflegung: Ausreichend Wasser, energiereiche Snacks (Nüsse, Trockenobst, Müsliriegel), warmes Getränk in der Thermosflasche
- Sonstiges: Sonnencreme, Sonnenbrille, Taschentücher, Müllbeutel, Powerbank fürs Handy
Auf unserer letzten Tour durch den Bayerischen Wald Anfang April hatten wir alles dabei – nur die Sonnencreme vergessen. Bei strahlendem Sonnenschein auf 1.400 Metern Höhe haben wir das schnell bereut. Die Frühlingssonne ist tückisch, vor allem in den Bergen.
Ausrüstung für Kinder: Besonderheiten beachten
Kinder kühlen schneller aus als Erwachsene, schwitzen aber genauso stark. Die Ausrüstung für das Wandern im Frühling muss bei ihnen besonders durchdacht sein.
Kindgerechte Regenjacken
Kinderregenjacken sollten eine gut sitzende Kapuze haben, die das Gesicht nicht einengt. Reflektoren sind im Frühjahr wichtig – die Dämmerung kommt schneller als gedacht.
Mein Praxis-Tipp: Kaufe die Jacke eine Nummer größer. Dann passt sie über die dicke Fleecejacke und dein Kind kann sie länger als eine Saison tragen (bei meinen Dreien wachsen die Sachen gefühlt im Wochenrhythmus raus).
Leichte Kinderregenjacke mit Reflektoren, guter Passform und kleinem Packmaß – hat sich bei unseren Touren bewährt.
Wanderschuhe für Kinderfüße
Kinderfüße sind empfindlicher als unsere – zu steife Schuhe können schnell zu Blasen führen. Gleichzeitig brauchen die Kleinen guten Halt auf rutschigen Frühlingswegen.
Ich empfehle leichte, flexible Wanderschuhe mit griffiger Sohle. Gore-Tex ist nice to have, aber keine Pflicht – Kinder watscheln sowieso durch jeden Matsch und Bach.
Kinderrucksäcke und Tragesysteme
Für kleinere Kinder (bis ca. 4 Jahre) sind Kraxen praktisch – Tragerucksäcke, in denen das Kind auf deinem Rücken sitzt. Bei wechselhaftem Wetter brauchst du dann eine Regenhülle für die Kraxe.
Größere Kinder können ihren eigenen kleinen Rucksack tragen (10-15 Liter). Packe nur Leichtes rein: Trinkflasche, Snacks, vielleicht ein kleines Spielzeug. Die Regenjacke trägst besser du – sonst bleibt sie im Kinderrucksack und wird nicht angezogen.
Familien-Geheimtipp: Lass dein Kind selbst entscheiden, was in den Rucksack kommt (innerhalb vernünftiger Grenzen). Meine Mittlere schleppt seit zwei Jahren ihr Lieblingsplüschtier mit – macht ihr Spaß und motiviert zum Weiterlaufen.
Zusatzausrüstung für alpine Frühjahrstouren
Wer in den Bergen unterwegs ist, braucht im Frühling oft noch Schneeausrüstung. Oberhalb von 1.500-2.000 Metern liegt bis in den Mai hinein Schnee.
Grödel oder Steigeisen?
Für leichte Schneefelder reichen Grödel – kleine Spikes, die unter die Wanderschuhe geschnallt werden. Sie geben auf hartem Schnee und Eis guten Halt, sind leicht (ca. 400-600g) und passen in jeden Rucksack.
Richtige Steigeisen brauchst du nur für steile, eisige Passagen. Für normale Frühjahrswanderungen sind sie überdimensioniert.
Leichte Schneeketten für Wanderschuhe, einfach zu montieren und rutschfest auf hartem Schnee – gute Sicherheit für kleines Geld.
Trekkingstöcke für rutschige Wege
Trekkingstöcke sind im Frühling Gold wert. Matschige Wege, Schneefelder, glitschige Wurzeln – mit Stöcken hast du deutlich mehr Stabilität.
Achte auf verstellbare Länge (wichtig für Auf- und Abstiege) und robuste Spitzen. Gummipuffer für die Spitzen schonen die Umwelt auf befestigten Wegen.
Robuste Teleskopstöcke mit Federung, verstellbar und mit Schneetellern – taugen was auf allen Untergründen.
Lawinenausrüstung: Wann ist sie nötig?
Lawinen sind im Frühling ein reales Risiko – die Schneedecke wird instabil, wenn die Temperaturen steigen. Wer abseits markierter Wege unterwegs ist, braucht LVS-Gerät, Sonde und Schaufel.
Ehrlich gesagt: Mit Kindern würde ich von Touren mit Lawinengefahr abraten. Es gibt genug familienfreundliche Routen in sicheren Höhenlagen. Kindersicherheit geht bei Outdoor-Ausrüstung immer vor – keine Kompromisse.
Wetterkunde für Frühjahrswanderungen
Die beste Ausrüstung nützt nichts, wenn du nicht weißt, wie du das Wetter richtig einschätzt. Im Frühling kann sich die Lage schnell ändern.
Wettervorhersage richtig interpretieren
Schau dir nicht nur die allgemeine Prognose an, sondern auch Bergwetter-Dienste (bergfex, alpenverein.de). Sie geben detaillierte Infos zu Temperaturen in verschiedenen Höhenlagen, Schneefallgrenze und Windverhältnissen.
Faustregel: Pro 100 Höhenmeter sinkt die Temperatur um ca. 0,6-1 Grad. Wenn im Tal 15 Grad sind, hast du auf 1.500 Metern nur noch 6-10 Grad.
Warnsignale am Himmel erkennen
Ziehen schnell dunkle Wolken auf? Wird der Wind stärker? Das sind Zeichen für ein nahendes Gewitter. Im Frühling entwickeln sich Wärmegewitter oft schnell am Nachmittag.
Meine Regel: Wenn ich bis Mittag den Gipfel nicht erreiche, drehe ich um. Nachmittags-Gewitter im Frühling sind kein Spaß – schon gar nicht mit Kindern.
Not-Biwak vorbereiten
Für den absoluten Notfall gehört eine Rettungsdecke in jeden Rucksack. Sie wiegt nur 50-80g, kostet ein paar Euro und kann im Ernstfall lebensrettend sein.
Bei längeren Touren packe ich zusätzlich einen großen Müllsack ein (als improvisierter Regenschutz) und Streichhölzer in einer wasserdichten Dose. Kommt natürlich drauf an, wie abgelegen die Tour ist.
Tourenplanung für wechselhaftes Frühlingswetter
Mit der richtigen Ausrüstung für das Wandern im Frühling bist du gut gerüstet – aber die Tourenplanung ist genauso wichtig.
Route mit Fluchtmöglichkeiten wählen
Plane Routen mit mehreren Ausstiegsmöglichkeiten. Rundwege sind im Frühling praktischer als Streckenwanderungen – wenn das Wetter kippt, kannst du abkürzen.
Für Einsteiger empfehle ich unseren Jakobsweg für Anfänger Guide – die Etappen lassen sich flexibel an Wetter und Kondition anpassen.
Gehzeiten realistisch kalkulieren
Mit Kindern dauert alles länger. Rechne mindestens 50% mehr Zeit ein als die offiziellen Angaben. Pausen zum Spielen, Schnee-Entdecken, Vesper und mindestens drei Pipistopps inbegriffen.
Mehr Tipps dazu in unserem Artikel über Camping mit Kindern.
Hüttentouren im Frühling
Viele Berghütten öffnen erst ab Mitte Mai. Prüfe vorher die Öffnungszeiten – sonst stehst du vor verschlossenen Türen.
Für Übernachtungen in den Bergen brauchst du wärmere Ausrüstung. In unserem Guide zu Schlafsäcken fürs Winter Camping findest du passende Empfehlungen (ja, ich weiß – Frühling ist kein Winter, aber auf 2.000 Metern kann es nachts noch frostig werden).
Budget-Tipps: Ausrüstung für wenig Geld
Gute Ausrüstung für das Wandern im Frühling muss nicht teuer sein. Mit ein paar klugen Entscheidungen kannst du viel Geld sparen.
Wo lohnt sich die Investition?
Investiere in gute Schuhe und eine vernünftige Regenjacke. Diese beiden Teile machen den größten Unterschied beim Tragekomfort.
Sparen kannst du bei: Rucksack (Decathlon-Modelle taugen was), Funktionsunterwäsche (Aldi/Lidl haben regelmäßig gute Angebote), Fleecejacken (Second-Hand oder Outlet-Stores).
In unserem Artikel über praktische Camping Ausrüstung unter 30 Euro findest du weitere Budget-Tipps.
Gebrauchtkauf: Worauf achten?
Outdoor-Ausrüstung ist robust – Second-Hand lohnt sich oft. Achte bei gebrauchten Regenjacken auf intakte Nähte und funktionierende Reißverschlüsse. Die Imprägnierung kannst du auffrischen (Nikwax oder Granger’s).
Schuhe würde ich nicht gebraucht kaufen – sie laufen sich ein und passen dann oft nicht mehr optimal.
Mieten statt kaufen
Für teure Spezialausrüstung (Grödel, Trekkingstöcke, GPS-Geräte) gibt es Verleih-Angebote. In den meisten Outdoor-Städten kannst du Equipment tageweise mieten.
Gerade für Familientouren, wo du für alle Kinder Ausrüstung brauchst, lohnt sich das. Meine Drei wachsen so schnell, dass ich ihre Wanderschuhe kaum noch kaufe – ich leihe oder tausche mit anderen Familien.
Häufige Fehler beim Wandern im Frühling
Aus Fehlern lernt man – hier meine gesammelten Patzer der letzten Jahre (damit du sie nicht wiederholen musst).
Zu wenig Kleidung dabei
Der häufigste Anfängerfehler: „Es ist doch warm, da brauche ich keine Jacke.“ Zwei Stunden später auf dem Gipfel: Eisiger Wind, 5 Grad und keine warme Schicht dabei.
Pack immer mehr ein als du denkst zu brauchen. Lieber die Fleecejacke nicht anzeihen als sie zu Hause vermissen.
Falsche Schuhe für die Bedingungen
Trailrunner im knöcheltiefen Matsch, Gummistiefel am steilen Hang – ich hab beides schon erlebt (und bereut).
Informiere dich vorher über die Wegbeschaffenheit. Alpenvereinshütten und Tourismusbüros geben Auskunft über aktuelle Bedingungen.
Unterschätzte Tourdauer mit Kindern
Eine Vierstunden-Tour wird mit Kindern schnell zur Sechs-Stunden-Expedition. Plane Pufferzeit ein – sonst läufst du im Dunkeln den letzten Kilometer (ja, auch das haben wir schon geschafft).
FAQ: Häufige Fragen zur Frühjahrs-Wanderausrüstung
Welche Kleidung eignet sich am besten fürs Wandern im Frühling?
Der Zwiebellook ist Pflicht: Funktionsunterwäsche als Basis, Fleece oder dünne Daune als Isolation, wind- und wasserdichte Außenjacke. So kannst du flexibel auf Temperaturwechsel reagieren. Merino oder Synthetik statt Baumwolle – die saugt sich mit Schweiß voll.
Brauche ich im Frühling wasserdichte Wanderschuhe?
Das kommt auf die Region an. In den Bergen mit Schneefeldern und Bächen sind Gore-Tex-Schuhe sinnvoll. Auf trockenen Mittelgebirgs-Trails reichen oft wasserabweisende Schuhe. Sie trocknen schneller, wenn sie doch mal nass werden.
Wie packe ich meinen Rucksack fürs wechselhafte Frühlingswetter?
Wasserdichte Packsäcke für Wechselkleidung und Elektronik sind ein Muss. Pack Regenjacke und -hose griffbereit ins oberste Fach oder die Deckeltasche. Schweres kommt nah an den Rücken, Leichtes nach außen. Alle paar Stunden Zwischenschichten neu sortieren – was du gerade nicht trägst, verstaust du.
Welche Notfallausrüstung gehört bei Frühjahrstouren in den Rucksack?
Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflastern, Rettungsdecke, Stirnlampe (Touren dauern oft länger als geplant), Handy mit Notfallkontakten, ausreichend Verpflegung und Wasser. In alpinem Gelände zusätzlich: Grödel, Biwaksack, Feuerstahl. Je abgelegener die Tour, desto umfangreicher die Notfallausrüstung.
Kann man im Frühling auch mit kleinen Kindern wandern?
Auf jeden Fall! Wähle kurze Routen mit wenig Höhenmetern und vielen Spielmöglichkeiten. Plane doppelt so viel Zeit ein wie angegeben. Packe Wechselkleidung für die Kinder ein (sie werden garantiert nass und dreckig). Kraxen für Kleinkinder mit Regenhülle sind praktisch. Mehr Tipps in unserem Guide zum Wandern mit Hund (die Planungs-Prinzipien gelten ähnlich für Kinder).
Fazit: Mit der richtigen Ausrüstung macht Frühling Spaß
Wandern im Frühling ist wunderschön – wenn du auf wechselhaftes Wetter vorbereitet bist. Der Zwiebellook, eine gute Regenjacke und die richtige Tourenplanung machen den Unterschied zwischen Outdoor-Abenteuer und nasser Tortur.
Mit Kindern gilt: Lieber zu viel einpacken als zu wenig. Die Extra-Fleecejacke im Rucksack nervt nicht so sehr wie ein frierendes Kind auf dem Berg.
Und zum Schluss noch das Wichtigste: Lass dich vom Aprilwetter nicht abschrecken. Mit der passenden Ausrüstung für das Wandern im Frühling gibt es keine schlechten Touren – nur welche, bei denen du im Nachhinein schmunzelnd sagst: „Das war ein Abenteuer!“ (auch wenn du während des Graupelschauers vie