Letzten Sommer stand ich um drei Uhr morgens vor unserem Familienzelt und fragte mich ernsthaft, ob ich den Verstand verloren hatte. Meine Jüngste heulte, weil sie dringend musste. Der Campingplatz war stockdunkel. Und ich? Ich hatte natürlich vergessen, die Taschenlampe griffbereit zu packen.
Camping mit Kindern ist halt nicht immer Instagram-perfekt. Trotzdem würde ich es nicht missen wollen. Die Lagerfeuer-Abende, die leuchtenden Augen beim ersten selbst aufgebauten Zelt, das Gefühl von Freiheit – das macht jeden nächtlichen Toilettengang wett.
Nach etlichen Campingtrips mit unserer Familie habe ich gelernt: Die richtige Vorbereitung macht den Unterschied zwischen Abenteuer und Albtraum. Lass mich dir zeigen, was wirklich funktioniert.
Tipp 1: Das richtige Zelt macht den Unterschied
Beim Camping mit Kindern sind Tipps zur Zeltauswahl Gold wert. Vergiss die romantische Vorstellung vom winzigen Zwei-Personen-Zelt. Mit Kids brauchst du Platz. Richtig viel Platz.
Für eine vierköpfige Familie rechne mit mindestens einem Sechs-Personen-Zelt. Klingt übertrieben? Ist es nicht. Zwischen Isomatten, Schlafsäcken, Rucksäcken und dem unvermeidlichen Spielzeug-Chaos wird’s schnell eng.
Bei uns hat sich ein Tunnelzelt mit Stehhöhe bewährt. Morgens nicht gebückt durchs Zelt kriechen zu müssen – unbezahlbar. Eine separate Schlafkabine für die Eltern? Luxus, aber manchmal sein Geld wert.
Geräumiges Familienzelt mit verdunkelten Schlafkabinen und extra Wohnbereich – perfekt für entspannte Campingnächte mit Kindern.
Achte auf diese Details: Ein Vorzelt oder Stauraum für nasse Klamotten ist praktisch. Ein dunkles Innenzelt hilft beim Mittagsschlaf – besonders im Hochsommer, wenn die Sonne schon um sechs aufgeht.
Mehr zur Zeltauswahl findest du in meinem ausführlichen Ratgeber zum Zeltkauf.
Schnellaufbau vs. Klassik
Pop-up-Zelte sehen verlockend aus. Sind sie auch – für Festivals ohne Kinder. Mit Familie würde ich immer zum klassischen Gestänge-Zelt greifen. Die stehen stabiler, halten besser dicht und lassen sich ordentlich abspannen.
Ein gutes Familienzelt steht in 15 bis 20 Minuten. Mit etwas Übung auch schneller. Die zehn Minuten Zeitersparnis beim Pop-up sind’s nicht wert, wenn nachts der Wind auffrischt.
Tipp 2: Der Schlafsack muss wirklich passen
Hier hab ich am Anfang Lehrgeld bezahlt. Ich dachte, irgendein günstiger Kinderschlafsack tut’s schon. Falsch gedacht.
Kinder kühlen schneller aus als Erwachsene. Gleichzeitig schwitzen sie schneller. Ein Schlafsack für Kinder braucht deshalb eine gute Temperaturregulierung und sollte mitwachsen.
Meine Faustregel: Lieber einen Komforttemperatur-Bereich wählen, der fünf Grad niedriger liegt als erwartet. Eine kühle Sommernacht kann schnell auf zwölf Grad fallen – und dann ist’s vorbei mit der romantischen Camping-Idylle.
Mitwachsender Kinderschlafsack mit verlängerbarem Fußteil und kuschelweichem Innenmaterial – kommt bei unseren Kids richtig gut an.
Ein mitwachsender Schlafsack lohnt sich. Die haben meist ein verlängerbares Fußteil und passen so mehrere Saisons. Kostet zwar mehr, rechnet sich aber.
Was tun bei Frierkatzen?
Meine Mittlere friert immer – egal wie warm der Schlafsack ist. Für solche Fälle hab ich immer eine dünne Fleece-Innenschicht dabei. Wiegt kaum was, macht aber echt Unterschied.
Auch wichtig: Eine ordentliche Isomatte unter dem Schlafsack. Von unten zieht die Kälte am stärksten. Eine aufblasbare Matte mit mindestens fünf Zentimetern Dicke ist Pflicht.
Tipp 3: Packliste erstellen (und zweimal prüfen)
Ich geb’s zu: Ich bin manchmal chaotisch. Aber beim Camping mit den Kids hab ich gelernt, Listen zu lieben. Eine durchdachte Packliste ist beim Camping mit Kindern ein Tipp, den ich jedem ans Herz lege.
Erstell deine Liste in Kategorien:
- Schlafen: Zelt, Heringe, Hammer, Schlafsäcke, Isomatten, Kissen (ja, Kissen sind bei Kindern nicht verhandelbar)
- Kochen: Campingkocher, Gaskartusche, Töpfe, Geschirr, Besteck, Schneidebrett, Messer
- Beleuchtung: Stirnlampen für alle, Campinglaterne, Ersatzbatterien
- Hygiene: Feuchttücher (viele!), Handtücher, Zahnbürste, Sonnencreme
- Kleidung: Mehr als du denkst, plus Regensachen
- Notfall: Erste-Hilfe-Set, Zeckenzange, Pflaster, Desinfektionsmittel
Bei uns liegt die Packliste in einer Hülle im Campingschrank. Eine Woche vor der Tour hängen wir sie an den Kühlschrank und haken Punkt für Punkt ab.
Die Kinder einbeziehen
Ab etwa fünf Jahren können Kinder ihren eigenen kleinen Rucksack packen. Lieblingskuscheltier, ein Buch, ein Spiel – das gibt ihnen Verantwortung und sie fühlen sich als Teil des Abenteuers.
Nur die Kontrolle nicht vergessen. Sonst stehst du am Campingplatz und stellst fest, dass dein Sohn statt Wechselklamotten fünf Spielzeugautos eingepackt hat. Nicht dass mir das je passiert wäre…
Tipp 4: Der richtige Campingplatz für Familien
Nicht jeder Campingplatz ist familienfreundlich. Manche legen Wert auf Ruhe und Entspannung – verständlich, aber mit tobenden Kindern eher schwierig.
Für den Einstieg empfehle ich Plätze mit diesen Extras:
- Spielplatz auf dem Gelände
- Sanitäranlagen mit Familienbädern (erleichtert das abendliche Duschen enorm)
- Restaurant oder Kiosk (für Notfall-Pizza, wenn die Campingküche streikt)
- Kinderanimation (muss nicht sein, kann aber Lebensretter sein)
- Flaches Gelände zum Radfahren
Unser Familien-Favorit: Plätze mit Badestrand oder Pool. Beschäftigt die Kids stundenlang und du hast mal fünf Minuten Ruhe für deinen Kaffee.
Die Stellplatzwahl
Bei der Ankunft nicht den erstbesten Platz nehmen. Ein bisschen Zeit in die Stellplatzwahl investieren zahlt sich aus.
Meide Plätze direkt an den Sanitäranlagen – zu viel Durchgangsverkehr und Lärm. Aber auch nicht zu weit weg – nachts mit schlaftrunkenen Kindern hundert Meter zur Toilette latschen ist nervig.
Schau nach Schatten für die heißen Nachmittagsstunden. Und prüf den Untergrund: Steinig oder matschig sind beide doof.
Tipp 5: Mahlzeiten einfach halten
Vergiss aufwendige Drei-Gänge-Menüs auf dem Campingkocher. Das klappt vielleicht auf Instagram, in der Realität mit hungrigen Kindern endet es in Stress.
Meine bewährten Camping-Gerichte:
- Nudeln mit Fertigsoße (keine Scham, funktioniert immer)
- Würstchen mit Brot
- Dosenravioli (ja, wirklich)
- Pfannkuchen zum Frühstück
- Stockbrot am Lagerfeuer
Was richtig gut ankommt: Die Kinder dürfen beim Kochen helfen. Unser Neunjähriger ist mittlerweile Profi im Würstchenwenden.
Zuverlässiger Zwei-Flammen-Kocher mit guter Windabschirmung – macht das Kochen für die Familie echt einfacher.
Snacks nicht vergessen
Kinder haben beim Camping ständig Hunger. Liegt vielleicht an der frischen Luft. Pack mehr Snacks ein als du für nötig hältst – und dann nochmal die doppelte Menge.
Müsliriegel, Obst, Kekse, Nüsse – alles was nicht gekühlt werden muss und schnelle Energie liefert. Spart auch Nerven, wenn’s mal wieder heißt: „Mama, ich hab Hunger!“
Tipp 6: Beschäftigung einplanen
Bei Regen im Zelt hab ich gemerkt, wie wichtig Beschäftigung ist. Drei Stunden nasse Langeweile können sich anfühlen wie drei Tage.
Unser Unterhaltungs-Notfallpaket besteht aus:
- Kartenspiele (UNO läuft immer)
- Kleine Bücher oder Comics
- Malzeug und Notizbuch
- Fernglas für Naturbeobachtungen
- Taschenlampe (wird abends zum Schattentheater)
Was auch super funktioniert: Schnitzeljagden auf dem Campingplatz. Ich verstecke kleine Zettel und die Kids suchen. Beschäftigt sie mindestens eine Stunde und kostet null Geld.
Bildschirmzeit lockern
Ich bin sonst streng mit Tablet-Zeit. Aber beim Camping? Da darf’s auch mal ein Film auf dem Tablet sein, wenn’s draußen schüttet. Kein schlechtes Gewissen nötig.
Allerdings: Nicht den ganzen Tag. Die Kids sollen schon raus und die Natur erleben. Das ist ja der Sinn der Sache.
Tipp 7: Kleidung nach dem Zwiebelprinzip
Das Wetter beim Camping ist unberechenbar. Selbst im Hochsommer kann’s nachts frisch werden. Und Regen kommt sowieso immer überraschend.
Pack für jedes Kind:
- Drei Garnituren normale Kleidung
- Fleecejacke oder Pullover
- Regenjacke und Regenhose (wirklich wichtig!)
- Lange Schlafanzüge
- Mehr Socken und Unterwäsche als du denkst
- Badesachen
- Feste Schuhe und Sandalen
Die Klamotten pack ich in durchsichtige Packtaschen. So findet man auch im Zelt-Chaos schnell die richtige Hose.
Robuste Packsäcke in verschiedenen Größen und Farben – jedes Kind bekommt eine Farbe, so bleibt alles organisiert.
Der Regenhosen-Trick
Kinder ziehen ungern Regenhosen an. Zu umständlich, zu unbequem. Mein Trick: Ich kauf sie eine Nummer größer, sodass sie bequem über normale Hose passen. Dann geht’s ruckzuck und es gibt kein Gemecker.
Tipp 8: Routine beibehalten wo möglich
Camping ist Abenteuer, klar. Aber kleine Kinder brauchen trotzdem ihre Routine. Besonders beim Zubettgehen.
Wir machen’s so: Auch im Zelt gibt’s die vertrauten Rituale. Zähneputzen, Geschichte vorlesen, Gute-Nacht-Lied. Dauert maximal 20 Minuten, gibt den Kids aber Sicherheit.
Das gilt auch für Essenszeiten. Ungefähr zur gewohnten Zeit essen hilft, Quengelattacken zu vermeiden.
Aber auch flexibel bleiben
Gleichzeitig: Wenn’s mal später wird – nicht stressen. Camping darf auch heißen, mal bis 22 Uhr am Lagerfeuer zu sitzen und Stockbrot zu rösten.
Die Balance macht’s. Struktur wo nötig, Freiheit wo möglich.
Tipp 9: Erste-Hilfe und Sicherheit
Ein ordentliches Erste-Hilfe-Set gehört ins Gepäck. Nicht nur die Miniversion aus dem Baumarkt – ein richtiges für Familien.
Das sollte drin sein:
- Verschiedene Pflastergrößen (werden die meistgebrauchten Dinge sein)
- Desinfektionsspray
- Verbandszeug
- Blasenpflaster
- Zeckenzange (absolut wichtig!)
- Fieberthermometer
- Schmerzmittel und Fiebersaft für Kinder
- Salbe gegen Insektenstiche
Zeig den Kindern vor der ersten Nacht, wo das Erste-Hilfe-Set liegt. Bei uns hat’s einen festen Platz im vorderen Zeltfach.
Campingplatz-Regeln besprechen
Bevor die Kids losziehen, klare Regeln vereinbaren. Wo dürfen sie hin? Wo ist die Grenze? Wie machen wir uns bemerkbar, wenn’s Essen gibt?
Wir haben ein Signal: Drei kurze Pfiffe bedeuten „sofort zurückkommen“. Klingt albern, funktioniert aber auf jedem Campingplatz.
Tipp 10: Weniger ist manchmal mehr
Bei unserer ersten Campingtour hatten wir den Kofferraum bis unters Dach vollgestopft. Aufblasbare Sofas, faltbare Tische, elektrische Luftpumpen – der ganze Schnickschnack.
Ehrlich? Wir haben die Hälfte nicht mal ausgepackt.
Mittlerweile gilt: Wenn wir’s nicht wirklich brauchen, bleibt es zu Hause. Das macht das Packen leichter, den Aufbau schneller und das Campen entspannter.
Die Basics reichen völlig: Zelt, Schlafsäcke, Kocher, Lampe, Klamotten. Den Rest kann man improvisieren oder vor Ort kaufen, wenn wirklich nötig.
Der Luxus-Artikel-Test
Für jeden „Luxus“-Artikel frag dich: Würde ich das beim Wandern 500 Meter weit tragen? Wenn nein, brauchst du’s wahrscheinlich nicht.
Ausnahmen gibt’s natürlich. Meine aufblasbare Campingliege ist so eine Ausnahme. Unnötig? Vielleicht. Gemütlich? Auf jeden Fall.
Tipp 11: Das Wetter im Blick behalten
Eine Wetter-App auf dem Handy ist Gold wert. Nicht weil du bei jedem Regentropfen nach Hause fahren sollst – aber du willst nicht von einem Gewitter überrascht werden.
Gewitter mit Kindern im Zelt? Ganz ehrlich, darauf kannst du verzichten. Wenn für den Nachmittag Unwetter angesagt sind, plant man den Tag halt anders.
Bei uns heißt das dann: Morgens raus zum Wandern oder an den See, nachmittags im überdachten Aufenthaltsraum Spiele spielen oder im Auto einen Film schauen.
Bei richtig miesem Wetter
Manchmal versaut dir das Wetter einfach den ganzen Tag. Passiert. Dann hilft nur Gelassenheit und eine gute Plan-B-Liste:
- Schwimmbad in der Nähe?
- Gibt’s ein Museum oder Indoor-Spielplatz?
- Gemütlicher Café-Nachmittag?
- Einfach im Zelt abhängen mit Hörspielen und Snacks?
Keine falsche Ehre: Wenn’s wirklich durchregnet, können auch mal ein paar Stunden im Auto mit Tablet-Film drin sein.
Tipp 12: Nachtruhe respektieren (auch die eigene)
Die meisten Campingplätze haben Nachtruhe ab 22 Uhr. Das gilt für deine Kinder genauso wie für die Party-Gruppe drei Plätze weiter.
Ab dieser Zeit sollten die Kids wirklich im Zelt sein. Nicht nur wegen der anderen Camper – auch weil übermüdete Kinder am nächsten Tag keine Freude sind.
Gleichzeitig: Sei nachsichtig mit Lärm von anderen Familien. Jeder gibt sein Bestes. Und wenn’s zu laut wird? Höflich ansprechen oder die Platzwarte informieren.
Ohrstöpsel für die Eltern
Klingt komisch, ist aber mein Geheimtipp: Ohrstöpsel für die Nacht. Nicht gegen die eigenen Kinder – sondern gegen schnarchende Zeltnachbarn oder frühmorgendliche Vögel.
Die Kinder hörst du trotzdem, wenn’s nötig ist. Aber der Rest wird angenehm gedämpft.
Tipp 13: Wandern in Etappen
Lange Wanderungen mit Kindern? Vergiss die Kilometerangaben. Bei uns gilt die Faustregel: Alter in Jahren = maximal Kilometer.
Also mit einem Fünfjährigen maximal fünf Kilometer wandern. Klingt wenig, reicht aber völlig. Kinder wandern ja nicht – sie rennen, klettern, sammeln Steine, jagen Schmetterlinge.
Plane viele Pausen ein. Und hab immer einen Snack parat. Ein Müsliriegel wirkt Wunder bei „Ich kann nicht mehr“-Momenten.
Leichter Kinderrucksack mit Brustgurt und Sitzkissen – perfekt für kleine Wanderer ab drei Jahren.
Mehr Tipps zu passenden Schuhen für die ganze Familie findest du in meinem Wanderschuh-Test 2026.
Motivation aufrechterhalten
Unser Trick: Geocaching oder kleine „Missionen“. Sucht zehn verschiedene Blätter. Findet einen besonderen Stein. Zählt alle Ameisenhaufen.
Plötzlich wird aus der langweiligen Wanderung eine Schatzsuche. Und die Kilometer fliegen nur so dahin.
Tipp 14: Lagerfeuer-Sicherheit
Ein Lagerfeuer gehört zum Camping dazu. Aber mit Kindern gelten besondere Regeln.
Erstens: Nur dort, wo es erlaubt ist. Viele Campingplätze haben feste Feuerstellen. Nutzt die.
Zweitens: Klare Grenzen ziehen. Bei uns gilt: Mindestens ein Meter Abstand zur Feuerstelle. Nicht verhandelbar. Zum Stockbrot rösten dürfen sie näher – aber unter Aufsicht.
Drittens: Immer einen Eimer Wasser oder Sand neben der Feuerstelle. Und das Feuer nie unbeaufsichtigt lassen.
Stockbrot-Rezept, das immer klappt
500g Mehl, ein Päckchen Trockenhefe, ein TL Salz, ein TL Zucker, 300ml lauwarmes Wasser, zwei EL Öl. Alles vermischen, eine Stunde gehen lassen, fertig.
Der Teig hält sich im Kühlschrank zwei Tage. Perfekt fürs Camping.
Tipp 15: Realistische Erwartungen haben
Hier kommt der wichtigste aller Tipps zum Camping mit Kindern: Es wird nicht perfekt sein.
Jemand wird quengeln. Es wird regnen. Die Luftmatratze hat ein Loch. Das Essen brennt an. Die Kids streiten sich wegen Nichtigkeiten.
Und weißt du was? Das ist völlig okay.
Camping mit Kindern ist nicht immer Instagram-perfekt – aber immer ein Abenteuer. Die Geschichten, die ihr später erzählt, sind nicht die vom perfekten Sonnenuntergang. Es sind die vom durchweichten Zelt, vom verbrannten Essen, vom nächtlichen Toilettengang.
Diese Unperfektheit macht’s authentisch. Und am Ende sind’s genau diese Momente, die zusammenschweißen.
Der große Erfolg in kleinen Momenten
Erfolg beim Familien-Camping misst sich nicht in spektakulären Aktivitäten. Es sind die kleinen Dinge: Das begeisterte Gesicht, wenn das erste Lagerfeuer brennt. Das gemeinsame Lachen im Zelt. Die Stolz, wenn dein Kind zum ersten Mal alleine das Zelt mit aufbaut.
Diese Momente sammelt ihr. Und die machen jeden Stress wett.
Die richtige Camping-Ausrüstung für Familien
Lass mich noch kurz die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände zusammenfassen, die sich bei uns bewährt haben.
Beim Zelt würde ich nie an der Qualität sparen. Ein gutes Familienzelt hält Jahre und macht jeden Trip entspannter. Mit Kindern draußen brauchst du einfach einen zuverlässigen Unterschlupf.
Schlafsäcke sollten wirklich passen. Zu groß ist genauso schlecht wie zu klein. Und investier in vernünftige Isomatten – der Schlafkomfort macht den Unterschied zwischen fröhlichen und mauligen Kindern.
Selbstaufblasende Isomatte mit fünf Zentimetern Dicke – richtig bequem und isoliert gut gegen Bodenkälte.
Bei der Beleuchtung gilt: Lieber zu viel als zu wenig. Stirnlampen für jedes Familienmitglied plus eine große Campinglaterne fürs Zelt. Ersatzbatterien nicht vergessen.
Was du nicht brauchst
Lass dich nicht von Camping-Katalogen verrücken. Du brauchst keinen faltbaren Camping-Fernseher, keine aufblasbare Outdoor-Couch und kein zwölfteiliges Besteck-Set.
Besonders übertriebenes Glamping-Zubehör, das den Kofferraum sprengt, kannst du getrost zu Hause lassen. Einfachheit ist beim Camping mit Kindern dein Freund.
Häufige Fragen zum Camping mit Kindern
Ab welchem Alter kann man mit Kindern campen gehen?
Grundsätzlich ab jedem Alter – aber realistisch wird’s entspannt ab etwa drei Jahren. Vorher ist der Aufwand mit Windeln, Fläschchen und Mittagsschlaf-Routine ziemlich hoch. Hat schon jeden Campingplatz-Typ getestet – vom Luxus-Glamping bis zum einfachen Naturzeltplatz – und die süße Spot liegt meist bei Kindern zwischen vier und zehn Jahren.
Wie geht man mit schlechtem Wetter beim Camping um?
Vorbereitung ist alles. Pack Gesellschaftsspiele, Bücher und Hörbücher ein. Such dir einen Campingplatz mit Aufenthaltsraum oder Indoor-Aktivitäten in der Nähe. Und vor allem: Akzeptiere, dass ein Regentag auch mal ein fauler Tag im Zelt sein darf. Keine Scham, den Kindern dann auch mal einen Film auf dem Tablet zu erlauben.
Was tun, wenn Kinder nachts Angst im Zelt haben?
Eine gute Taschenlampe griffbereit legen hilft enorm. Viele Kinder fühlen sich sicherer, wenn sie bei Bedarf selbst Licht machen können. Auch bewährt: Das Lieblingskuscheltier mitnehmen und die gewohnte Einschlafroutine beibehalten. Bei größeren Ängsten kann ein kleines Nachtlicht für Zelte Wunder wirken.
Wie viel Gepäck braucht man wirklich für eine Familie?
Weniger als du denkst. Für ein verlängertes Wochenende reichen drei Outfits pro Kind, Hygiene-Basics und die Schlafausrüstung. Die meisten Campingplätze haben Waschmaschinen – nach drei Tagen einfach durchwaschen. Faustregel: Wenn der Kofferraum voll ist und du noch nicht beim Essen bist, hast du zu viel eingepackt.
Lohnt sich Camping mit Kindern finanziell?
Auf jeden Fall. Nach der Anfangsinvestition in Zelt und Schlafsäcke sind die laufenden Kosten minimal. Campingplätze kosten zwischen 20 und 50 Euro pro Nacht für die ganze Familie – ein Bruchteil von Hotelübernachtungen. Und die Ausrüstung hält bei guter Pflege Jahre. Unser Familienzelt ist jetzt im sechsten Jahr und läuft immer noch perfekt.
Fazit: Einfach machen
Camping mit Kindern braucht keine teure Spezialausrüstung, aber die richtige Planung. Und vor allem: Die richtige Einstellung.
Vergiss die Pinterest-perfekten Camping-Fantasien. Real ist besser. Real sind müde Kinder mit schmutzigen Gesichtern und leuchtenden Augen. Real ist das Chaos im Zelt, das gemeinsame Lachen am Lagerfeuer, das Zusammenrücken bei Regen.
Diese 15 Tipps zum Camping mit Kindern sind das Ergebnis von etlichen Familientrips – mit allen Höhen und Tiefen. Nimm sie als Orientierung, aber mach deine eigenen Erfahrungen.
Und jetzt? Pack die Sachen und ab nach draußen. Das erste Mal wird nicht perfekt sein. Das zweite wahrscheinlich auch nicht. Aber irgendwann läuft’s – und dann willst du nie wieder etwas anderes machen.
Versprochen.