Der Himmel hatte sich innerhalb von Minuten zugezogen – und ich stand da, 15 Kilometer vom Trailhead entfernt, in einer Regenjacke die versprach „100% wasserdicht“ zu sein. Nach einer Stunde Dauerregen war mein Fleece trotzdem durchnässt. Die Jacke war dicht, klar. Aber das Kondenswasser von innen hatte ganze Arbeit geleistet.
Seitdem bin ich vorsichtig mit vollmundigen Versprechen bei Regenjacken. Nach hunderten Kilometern im Regen habe ich gelernt: Eine gute Camping Regenjacke ist mehr als nur eine wasserdichte Membran. Sie muss atmen, darf nicht knattern, sollte nicht wie ein Müllsack aussehen und – ganz wichtig – muss zum Einsatzbereich passen.
Ich habe 14 Modelle für verschiedene Budgets und Anforderungen getestet. Manche sind echte Trail-Begleiter geworden, bei anderen würde ich dir ehrlich abraten.
Meine Top-Favoriten: Diese drei Jacken empfehle ich
Vorab die Kandidaten, die mich wirklich überzeugt haben. Diese drei würde ich für unterschiedliche Einsatzbereiche blind empfehlen:
Fjällräven Keb Eco-Shell – Mein Allrounder für längere Touren
Wenn ich nur eine einzige Regenjacke für mehrtägige Trekkingtouren wählen dürfte – es wäre die Keb Eco-Shell. Gewicht: 460 Gramm (Größe M), Packmaß ungefähr wie ein großer Apfel. Das klingt nicht nach Ultralight, und das ist sie auch nicht. Aber die Jacke macht so vieles richtig.
Die Eco-Shell Membran kommt komplett ohne Fluorcarbone aus und hält trotzdem ordentlich Wasser ab. Nach einem kompletten Tag im norwegischen Dauerregen (und ich meine wirklich acht Stunden durchgehend) war ich innen trocken. Die Belüftungsreißverschlüsse unter den Armen lassen sich auch mit Rucksack gut erreichen – ein Detail das viele Hersteller vergessen.
Die verlängerte Rückenpartie schützt den unteren Rücken auch mit schwerem Trekkingrucksack. Gerade wenn du mit einem Trekkingrucksack zwischen 40 und 70 Litern unterwegs bist, wirst du das zu schätzen wissen. Preis liegt bei etwa 450 Euro – nicht günstig, aber für die Verarbeitung gerechtfertigt.
Premium-Regenjacke für mehrtägige Trekkingtouren mit excellenter Atmungsaktivität und durchdachten Details für Rucksackträger.
Patagonia Torrentshell 3L – Der verlässliche Mittelweg
Die Torrentshell ist so etwas wie der VW Golf unter den Regenjacken. Macht nichts spektakulär, aber alles ziemlich gut. Mit 355 Gramm deutlich leichter als die Fjällräven, dabei robuster als die meisten Ultralight-Modelle.
Die 3-Lagen H2No Membran funktioniert auch nach Jahren noch zuverlässig (meine erste Torrentshell hat über 500 Kilometer durchgehalten, bevor die Beschichtung nachließ). Was ich besonders mag: Die Kapuze lässt sich einhändig verstellen und sitzt auch ohne Helm vernünftig. Bei Wind bleibt die Sicht frei, was bei vielen günstigeren Modellen ein Problem ist.
Mit etwa 180 Euro liegt sie im bezahlbaren Bereich für eine Jacke, die wirklich was taugt. Kleiner Tipp am Rande: Die Torrentshell gibt’s oft im Sale – ich habe meine zweite für 120 Euro bekommen.
Zuverlässige Allround-Regenjacke mit fairem Preis-Leistungs-Verhältnis und bewährter H2No-Membran für alle Camping-Situationen.
Decathlon Forclaz MT500 3L – Top Preis-Leistung unter 100 Euro
Ja, ich weiß. Decathlon klingt nicht nach ernsthafter Outdoor-Ausrüstung. Aber die MT500 hat mich überrascht. Für 90 Euro bekommst du eine vollwertige 3-Lagen-Jacke, die auf Wochenendtouren locker mithält.
Die Membran (20.000 mm Wassersäule) ist ordentlich, die Atmungsaktivität könnte besser sein – aber in der Preisklasse meckere ich nicht. Mit 390 Gramm liegt sie im Mittelfeld. Das Packmaß ist kompakter als bei der Torrentshell, was für Ultralight-Trekking-Fans interessant sein könnte.
Die Verarbeitung ist – seien wir ehrlich – nicht auf Patagonia-Niveau. Nach etwa 200 Kilometern zeigten sich bei meinem Testmodell erste Abnutzungsspuren an den Schultern. Für gelegentliche Campingtrips oder als Backup-Jacke im Auto aber eine smarte Wahl.
Solide Einstiegs-Regenjacke mit ordentlicher Wasserdichtigkeit zum kleinen Preis – ideal für Gelegenheits-Camper.
So findest du die richtige Camping Regenjacke im Test
Bevor wir zu den weiteren Modellen kommen – lass uns kurz klären, worauf es wirklich ankommt. Die Outdoor-Branche wirft mit Fachbegriffen um sich, aber vieles ist Marketing-Blabla.
Wassersäule: Wie viel brauchst du wirklich?
Ab 10.000 mm Wassersäule gilt eine Jacke in Deutschland als wasserdicht. Klingt technisch, bedeutet aber nur: Ein 10 Meter hoher Wasserzylinder würde die Membran nicht durchdringen. In der Praxis reichen 15.000 mm locker für Camping und Trekking aus.
Jacken mit 20.000 oder 30.000 mm Wassersäule klingen beeindruckend – du wirst den Unterschied aber kaum merken. Es sei denn, du planst stundenlang im strömenden Regen mit schwerem Rucksack unterwegs zu sein. Dann macht es Sinn.
Atmungsaktivität: Der oft unterschätzte Faktor
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Eine komplett wasserdichte Plane hält dich auch trocken – aber nach 20 Minuten Bewegung schwimmst du in deinem eigenen Schweiß. Die Membran muss Wasserdampf nach außen lassen, während sie Regen abhält.
Gemessen wird das in g/m²/24h – je höher, desto besser. Alles über 10.000 g/m²/24h ist gut, über 15.000 sehr gut. Aber ehrlich? Diese Laborwerte sagen nur bedingt was über die Praxis aus. Wind, Temperatur und deine Aktivität spielen eine größere Rolle.
Aus eigener Erfahrung auf dem Trail: Achte auf Belüftungsreißverschlüsse. Die Pit-Zips (Reißverschlüsse unter den Armen) machen mehr Unterschied als 5.000 g/m²/24h mehr Atmungsaktivität.
2-Lagen vs. 3-Lagen: Was bedeutet das überhaupt?
Bei 2-Lagen-Jacken ist die Membran nur auf der Außenseite mit Stoff verklebt. Innen hängt oft ein loses Mesh-Futter. Diese Jacken sind günstiger und etwas komfortabler, aber auch anfälliger für Schäden.
3-Lagen-Jacken haben die Membran zwischen Außen- und Innenstoff eingeklebt. Robuster, langlebiger, aber oft steifer im Material. Für mehrtägige Touren würde ich immer zur 3-Lagen-Variante greifen.
Weitere Modelle im Test: Camping Regenjacken für jeden Einsatz
Jetzt wird’s konkret. Diese Jacken habe ich getestet und für unterschiedliche Szenarien bewertet:
Arc’teryx Beta LT – Für die, denen Geld egal ist
Mit etwa 550 Euro die teuerste Jacke im Test. Die Gore-Tex Pro Membran ist das Beste was der Markt hergibt. Gewicht: 335 Gramm. Verarbeitung auf einem Level, das fast schon übertrieben ist (jede Naht sitzt perfekt).
Ist sie das Geld wert? Kommt drauf an. Wenn du 50+ Tage im Jahr draußen bist – ja. Für Wochenend-Camper? Overkill. Die Jacke kann nichts, was die Torrentshell nicht auch könnte. Sie macht es nur minimal besser.
Premium-Regenjacke mit Gore-Tex Pro für absolute Höchstleistung – perfekte Verarbeitung rechtfertigt den hohen Preis nur für Vielnutzer.
Marmot Minimalist – Ordentlicher Mittelklasse-Kompromiss
Die Minimalist (nicht zu verwechseln mit der günstigeren PreCip) nutzt Gore-Tex Paclite. Mit 295 Gramm richtig leicht, dabei überraschend robust. Packmaß etwa wie eine Wasserflasche.
Was mir gefällt: Die Kapuze ist auch für größere Köpfe geräumig. Die Ärmelabschlüsse mit Klett statt Gummizug – deutlich angenehmer bei längerem Tragen. Preis um die 250 Euro ist fair für eine Gore-Tex Jacke.
Einziger Kritikpunkt: Keine Pit-Zips. Bei anstrengenden Aufstiegen wird’s innen feucht. Für gemächliches Camping aber völlig okay.
Leichte Gore-Tex-Regenjacke der Mittelklasse mit guter Kapuze – fehlen nur die Belüftungs-Reißverschlüsse für intensivere Touren.
Vaude Yaras 3in1 – Wenn’s auch mal winterlich wird
Eine Kombi-Jacke: Regenjacke außen, Fleece-Innenjacke zum Rauszippen. Zusammen 920 Gramm – ziemlich schwer, aber du hast eben zwei Jacken dabei. Die Ceplex Active Membran von Vaude ist nicht ganz auf Gore-Tex-Niveau, taugt aber was.
Besonders interessant für Camping mit Kindern oder längere Trips, wo du verschiedene Wetter-Szenarien abdecken musst. Bei etwa 280 Euro für beide Jacken zusammen ist das Preis-Leistungs-Verhältnis in Ordnung.
Vielseitige Doppeljacke mit herausnehmbarem Fleece-Inlay für wechselnde Wetterbedingungen – praktisch für Familien-Camping.
Columbia OutDry Ex Eco – Innovative Technik mit Schwächen
Columbia geht einen anderen Weg: Die Membran ist außen, ohne Oberstoff darüber. Dadurch kann sich nichts mit Wasser vollsaugen. Klingt clever, ist aber gewöhnungsbedürftig. Die Jacke fühlt sich an wie… ja, wie eine Membran halt. Etwas klebrig bei Schweiß.
Mit 360 Gramm okay vom Gewicht. Die Atmungsaktivität ist gut, die Wasserdichtigkeit auch. Aber die Haptik hat mich nie überzeugt. Nach einem Tag tragen hatte ich jedes Mal das Bedürfnis, in was Normales zu schlüpfen. Preis etwa 200 Euro.
Ungewöhnliches Membran-außen-Konzept mit guter Performance – die eigenwillige Haptik ist Geschmackssache.
Montane Minimus – Ultralight für Gewichtsfanatiker
Wenn Gewicht deine oberste Priorität ist: 230 Gramm. Das Packmaß ist kleiner als eine Coladose. Die Pertex Shield Membran ist dünn – wirklich dünn. Du merkst jeden Rucksackgurt durch den Stoff.
Für Fastpacking oder als Notfall-Jacke im Trekkingrucksack super. Für mehrtägige Touren mit viel Gepäck zu fragil. Ich habe nach 150 Kilometern schon erste Abnutzung an den Schultern gesehen. Preis um die 180 Euro.
Federleichte Regenjacke für Gramm-Zähler und Minimalisten – allerdings auf Kosten der Langlebigkeit.
Jack Wolfskin Eagle Peak – Solide Hausmannskost
Die Texapore Pro Membran von Jack Wolfskin läuft schon ewig und ist verlässlich. Mit 480 Gramm nicht gerade leicht, dafür robust genug für jeden Tag. Die Jacke sieht weniger „outdoor-technisch“ aus – man kann sie auch in der Stadt tragen.
Gute Taschenanordnung, vernünftige Kapuze, Pit-Zips vorhanden. Nichts Besonderes, aber nichts Schlechtes. Für etwa 200 Euro bekommst du eine Jacke die jahrelang durchhält. Passt auch gut zur Festival-Camping-Ausrüstung, wo Robustheit wichtiger ist als minimales Gewicht.
Robuste Alltagsregenjacke mit unauffälligem Design – funktioniert überall, vom Trail bis zur Stadt.
Mammut Albula HS – Schweizer Qualität zum fairen Preis
Die DryTech Premium Membran ist Mammuts eigene Entwicklung und kommt ziemlich nah an Gore-Tex ran. Mit 395 Gramm im Mittelfeld, Packmaß durchschnittlich. Was die Jacke auszeichnet: Durchdachte Details.
Die Ärmeltaschen sind auch mit Rucksack erreichbar. Die Kapuze hat einen integrierten Helmhalter (falls du auch klettern gehst). Die Reißverschlüsse sind hochwertig und laufen geschmeidig. Preis etwa 280 Euro – für Mammut-Qualität angemessen.
Schweizer Präzision in Jackenform – durchdachte Details und solide Membran für anspruchsvolle Touren.
Rab Downpour Plus 2.0 – Für schmale Budgets
Mit etwa 120 Euro eine der günstigeren Optionen mit vernünftiger Qualität. Die Pertex Shield Membran (2,5 Lagen) ist okay, nicht mehr. Atmungsaktivität lässt bei Anstrengung zu wünschen übrig. Mit 405 Gramm auch nicht gerade leicht.
Aber: Die Jacke hält dicht. Für Camping-Anfänger oder als Backup absolut brauchbar. Wer sein erstes Camping-Abenteuer plant und nicht gleich 300 Euro ausgeben will – hier kannst du nicht viel falsch machen.
Budget-freundliche Regenjacke für Einsteiger – hält dicht ohne das Konto zu leeren, zeigt aber Schwächen bei der Atmungsaktivität.
The North Face Dryzzle Futurelight – Neue Technologie im Test
Futurelight ist North Face’s Antwort auf Gore-Tex. Die Nanospinning-Technologie soll besser atmen als herkömmliche Membranen. Nach meinen Tests: Stimmt tatsächlich. Bei moderater Anstrengung bleibt’s innen trockener als bei vergleichbaren Jacken.
Mit 430 Gramm etwas schwerer. Die Jacke raschelt weniger als andere Hardshells – angenehm auf langen Touren. Preis etwa 320 Euro. Lohnt sich, wenn dir Atmungsaktivität wichtiger ist als minimales Gewicht.
Innovative Futurelight-Membran mit überdurchschnittlicher Atmungsaktivität – spürbar angenehmer bei intensiver Bewegung.
Salewa Puez Aqua 3 PTX – Guter Allrounder für Alpen-Touren
Die Powertex-Membran ist solide, wenn auch nicht auf Premium-Niveau. Mit 380 Gramm und etwa 160 Euro Preis ein fairer Deal. Was mir gefällt: Die Jacke ist speziell für alpine Bedingungen geschnitten – längere Ärmel, hoher Kragen, helmtaugliche Kapuze.
Die Farbgebung ist… gewöhnungsbedürftig (Salewa mag’s gerne bunt). Aber funktional ist die Jacke top. Für Bergtouren und Hochgebirgs-Camping eine gute Wahl. Auch interessant wenn du Winter-Camping planst und eine robuste Außenschicht brauchst.
Alpine-spezialisierte Regenjacke mit guter Performance im Hochgebirge – faires Preis-Leistungs-Verhältnis für Bergfreunde.
Von diesen Modellen rate ich ab
Ehrlichkeit gehört dazu – nicht jede getestete Jacke hat überzeugt. Diese Modelle würde ich nicht kaufen:
No-Name Amazon-Jacken unter 50 Euro
Ich hab’s probiert. Diverse Marken mit klingenden Namen und tollen Bewertungen (die vermutlich eingekauft sind). Das Problem ist nie die erste Tour. Die Jacken halten ein paar Mal Regen stand. Aber nach 3-4 Einsätzen lässt die Imprägnierung nach, die Nähte werden undicht, die Reißverschlüsse haken.
Für einen Tag Stadtbummel bei Regen okay. Für Camping? Finger weg. Wenn du beim Zelt schon aufs Budget achten musst – hier lieber nochmal 50 Euro drauflegen und was Vernünftiges holen.
Hardshell-Jacken ohne Belüftung für aktives Camping
Manche Hersteller sparen sich die Pit-Zips. Vermutlich aus Kostengründen oder weil’s cleaner aussieht. Resultat: Du läufst mit aufgemachtem Frontreißverschluss rum und wunderst dich, warum die teure Regenjacke nicht funktioniert.
Wenn in der Produktbeschreibung nichts von Underarm Vents oder Pit-Zips steht – für Camping und Trekking keine gute Wahl. Für urbane Nutzung mag das gehen, aber nicht wenn du dich bewegst.
Zu stark reduzierte Premium-Jacken
Klingt komisch, oder? Aber wenn eine Arc’teryx oder Patagonia plötzlich 70% reduziert ist – ist das oft ein Auslaufmodell dessen Membran schon ein paar Jahre auf Lager lag. PU-Beschichtungen können mit der Zeit ihre Eigenschaften verlieren.
Ich hab mal eine „neue“ Gore-Tex Jacke für Spottpreis gekauft. Nach dem ersten Regen klebte die Innenbeschichtung. Das Material war einfach zu alt geworden. Bei aktuellen Modellen mit normalem Rabatt (20-30%) ist das kein Problem.
So pflegst du deine Camping Regenjacke richtig
Die beste Membran bringt nichts, wenn die Jacke verdreckt ist oder die DWR-Imprägnierung (Durable Water Repellent) im Eimer ist. Ein paar Tipps aus eigener Erfahrung:
Waschen ist okay – sogar wichtig
Viele haben Angst, ihre Regenjacke zu waschen. Dabei ist Schmutz der größte Feind der Atmungsaktivität. Die Poren verstopfen, Schweiß kann nicht mehr raus. Ich wasche meine Jacken nach etwa jedem fünften Einsatz – bei längeren Touren auch öfter.
Spezialwaschmittel für Funktionskleidung nutzen (z.B. Nikwax Tech Wash). Normales Waschmittel lässt Rückstände in der Membran. Schonwaschgang bei 30°C, keinen Weichspüler, zwei Spülgänge.
Imprägnierung auffrischen
Wenn Wasser nicht mehr abperlt sondern der Oberstoff sich vollsaugt – Zeit zum Imprägnieren. Du merkst es daran, dass die Jacke sich schwer anfühlt und langsam trocknet, obwohl innen noch alles dicht ist.
Einwaschimprägnierung (z.B. Nikwax TX.Direct) direkt nach dem Waschen nutzen. Dann nochmal Schonwaschgang ohne Waschmittel. Alternativ gibt’s Spray-Imprägnierungen – die sind aber mühsamer und weniger gründlich.
Nach dem Waschen und Imprägnieren die Jacke im Trockner bei niedriger Temperatur trocknen (wenn die Pflegeanleitung das erlaubt). Die Wärme reaktiviert die DWR-Schicht. Kein Trockner? Bügeln auf niedrigster Stufe mit einem Handtuch dazwischen geht auch.
Reparieren statt wegwerfen
Kleine Risse oder Löcher sind kein Totalschaden. Reparatur-Tapes (selbstklebende Flicken aus Gore-Tex oder ähnlichem Material) halten jahrelang. Ich hab an meiner alten Torrentshell drei Flicken – die Jacke ist trotzdem dicht.
Bei größeren Schäden bieten viele Hersteller Reparatur-Services an. Patagonia und Fjällräven sind da vorbildlich. Kostet weniger als eine neue Jacke und ist nachhaltiger.
Budget-Rechnung: Wie viel solltest du ausgeben?
Die Preisfrage. Hier meine Empfehlung basierend auf Nutzungsintensität:
Bis 5 Tage Camping pro Jahr: 100-150 Euro reichen. Die Decathlon Forclaz oder Rab Downpour Plus machen den Job. Du brauchst keine 400-Euro-Arc’teryx für zwei Wochenenden im Wald.
10-20 Tage pro Jahr: 180-250 Euro einplanen. Hier lohnt sich die Patagonia Torrentshell oder Marmot Minimalist. Die Jacken halten mehrere Saisons durch und bieten deutlich mehr Komfort als Budget-Modelle.
Über 30 Tage im Jahr draußen: 300-500 Euro investieren. Fjällräven Keb, Arc’teryx Beta oder ähnliche Premium-Modelle. Klingt nach viel, aber runtergerechnet auf Jahre der Nutzung ist es das wert. (Ich trage meine Keb jetzt seit vier Jahren – macht etwa 30 Euro pro Jahr.)
Kleiner Tipp am Rande: Schau nach Vorjahresmodellen. Die Technologie ändert sich kaum, aber du sparst 30-40% nur weil die Farbe nicht mehr aktuell ist. Wer beim Budget für Outdoor-Geschenke sparen muss, kann mit einer guten Regenjacke auch nichts falsch machen.
Häufig gestellte Fragen zu Camping Regenjacken im Test
Wie viel sollte eine gute Camping Regenjacke wiegen?
Für Camping und Trekking sind 350-450 Gramm ein guter Mittelwert. Ultralight-Modelle unter 300 Gramm sind anfälliger für Schäden, Jacken über 500 Gramm werden auf längeren Touren zur Last. Für Gelegenheits-Camper ist das Gewicht weniger kritisch – da zählt Robustheit mehr.
Was ist besser: Gore-Tex oder andere Membranen?
Gore-Tex ist der Standard, aber nicht alternativlos. Moderne Membranen wie Futurelight, Polartec Neoshell oder Dermizax kommen sehr nah ran – manchmal sogar mit besserer Atmungsaktivität. Der Unterschied liegt oft mehr in der Verarbeitung als in der Membran selbst. Gute 3-Lagen-Konstruktion schlägt schlechte Gore-Tex.
Kann ich eine Softshell statt einer Regenjacke nutzen?
Jein. Softshells sind atmungsaktiver und angenehmer zu tragen – aber nur bedingt wasserdicht. Bei leichtem Nieselregen über kurze Zeit okay, bei Dauerregen wirst du nass. Für Tageswanderungen mit guter Wetterprognose eine Option, für mehrtägige Touren brauchst du eine richtige Hardshell als Backup.
Wie lange hält eine Camping Regenjacke?
Kommt stark auf Nutzung und Pflege an. Bei regelmäßiger Nutzung (20+ Tage pro Jahr) halten gute Jacken 3-5 Jahre bevor die Membran nachgibt. Budget-Modelle eher 1-2 Jahre. Mit richtiger Pflege und gelegentlicher Nachimprägnierung kannst du die Lebensdauer deutlich verlängern. Meine Fjällräven läuft jetzt im vierten Jahr – nach zwei Nachimprägnierungen immer noch top.
Brauche ich eine separate Regenhose dazu?
Für längere Touren oder Gebiete mit viel Regen: definitiv ja. Eine Jacke schützt nur die obere Hälfte – bei Wind-Regen-Kombination sind deine Beine schnell durchnässt. Für kurze Camping-Trips bei überwiegend gutem Wetter kannst du die Regenhose weglassen und das Gewicht sparen. Lies dazu auch meinen Guide zur praktischen Camping-Ausrüstung unter 30 Euro – da sind auch günstige Regenhosen dabei.
Was bedeutet „wasserdicht“ und „wasserabweisend“ genau?
Wasserabweisend (water resistant) bedeutet: Leichter Regen perlt ab, aber bei Druck oder längerem Kontakt kommt Wasser durch. Wasserdicht (waterproof) heißt: Die Membran hält dauerhaft Wasser ab. Für Camping brauchst du wasserdicht. Die wasserabweisende DWR-Beschichtung auf der Außenseite ist nur die erste Verteidigungsl