Outdoor-Jacken im Test: Hardshell vs Softshell – Was du wirklich brauchst

Es war ein nasskalter Oktobertag in den Alpen, als mir klar wurde: Ich hatte die falsche Jacke dabei. Während meine Wandergruppe entspannt weiterstieg, stand ich da in meiner teuren Softshell-Jacke und wurde langsam, aber sicher durchgeweicht. Seit diesem Tag schaue ich bei der Jackenwahl deutlich genauer hin – und genau deshalb schreibe ich heute diesen Guide für dich.

Die Frage „Hardshell oder Softshell?“ ist eine der meistgestellten beim Thema Outdoor-Ausrüstung. Die kurze Antwort: Beide haben ihre Berechtigung. Die lange Antwort? Kommt jetzt.

Was ist der Unterschied zwischen Hardshell und Softshell?

Fangen wir mit den Basics an. Eine Hardshell-Jacke ist deine wasserdichte Wetterschutz-Schale. Sie besteht aus mehreren Lagen (meist 2-3) mit einer absolut wasserdichten Membran. Denk an sie wie an eine Regenjacke – nur deutlich robuster und atmungsaktiver.

Die Softshell hingegen ist der Kompromiss zwischen Fleece und Hardshelljacke. Sie ist wasserabweisend (aber nicht wasserdicht!), deutlich elastischer und trägt sich angenehmer. Perfekt für alle, die sich viel bewegen.

Hardshell: Die technischen Fakten

  • Wasserdicht: Wassersäule ab 10.000 mm (oft 20.000-30.000 mm)
  • Atmungsaktivität: RET-Wert unter 13 bei guten Modellen
  • Gewicht: 300-600g je nach Modell
  • Material: Gore-Tex, Dermizax, eVent oder eigenentwickelte Membranen
  • Packmaß: klein bis sehr klein

Softshell: Die technischen Fakten

  • Wasserabweisend: Wassersäule 5.000-10.000 mm
  • Atmungsaktivität: deutlich besser als Hardshell
  • Gewicht: 400-700g
  • Material: Polyester-Elasthan-Mischung mit DWR-Imprägnierung
  • Packmaß: größer, nicht so komprimierbar

Kleiner Tipp am Rande: Die Wassersäule ist nur die halbe Wahrheit. Eine Jacke mit 10.000 mm Wassersäule kann bei Dauerregen trotzdem versagen, wenn die Verarbeitung schlecht ist oder die Imprägnierung nachgelassen hat.

Outdoor-Jacken im Test: Meine Top-Empfehlungen für Hardshells

Nach jahrelangem Testen in verschiedenen Regionen – von schottischen Highlands bis zu Alpenüberquerungen – habe ich meine klaren Favoriten. Lass mich ehrlich sein: Nicht jede teure Jacke ist ihr Geld wert.

Mein absoluter Favorit: Arc’teryx Beta AR

Ja, sie ist teuer. Richtig teuer sogar – um die 600 Euro. Aber nach drei Jahren Dauereinsatz kann ich sagen: Diese Jacke ist jeden Cent wert. Die Passform ist legendär, das Gore-Tex Pro hält einfach alles ab, und die Verarbeitung? Makellos.

Arc’teryx Beta AR Hardshell-Jacke

Die Referenz unter den Alpinjacken. Gore-Tex Pro, perfekte Passform, unzerstörbar. Für anspruchsvolle Mehrtagestouren und alpines Gelände.

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Technische Daten:

  • Gewicht: 455g (Größe M)
  • Material: Gore-Tex Pro 80D
  • Wassersäule: 28.000 mm
  • Packmaß: kompakt, passt in jede Rucksacktasche

Preis-Leistungs-Champion: Mammut Nordwand Advanced

Mit rund 400 Euro deutlich günstiger als die Arc’teryx, aber nur minimal schlechter. Die Nordwand Advanced nutzt Gore-Tex Pro und bietet eine alpintaugliche Kapuze mit gutem Sichtfeld.

Mammut Nordwand Advanced HS Hooded Jacket

Alpinjacke mit Gore-Tex Pro für maximalen Wetterschutz. Robuste Verarbeitung und gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für ambitionierte Bergsteiger.

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Was mir besonders gefällt: Die Belüftungsreißverschlüsse unter den Armen. Bei steilen Aufstiegen gold wert.

Budget-Tipp: Fjällräven Keb Eco-Shell

Für etwa 350 Euro bekommst du hier eine solide Hardshell mit hauseigener Eco-Shell-Membran. Nicht ganz so leicht wie die großen Namen, aber zuverlässig und nachhaltig produziert.

Fjällräven Keb Eco-Shell Jacket

Umweltfreundliche Hardshell ohne Fluorcarbone. Gute Atmungsaktivität und faire Produktion zu einem vernünftigen Preis.

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Kurzer Reality-Check: Die Eco-Shell braucht regelmäßige Nachimprägnierung. Etwa alle 20-30 Tragetage solltest du sie auffrischen.

Ultraleicht-Option: Rab Kinetic Alpine 2.0

Mit nur 280 Gramm eine der leichtesten vollwertigen Hardshells auf dem Markt. Nutzt Rabs eigene Proflex-Membran und ist perfekt für schnelle Alpintouren, wo jedes Gramm zählt.

Rab Kinetic Alpine 2.0 Jacket

Ultraleichte Hardshell mit nur 280g. Ideal für Fastpacking und alpine Klettertouren, wo Gewicht entscheidend ist.

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Ehrliche Warnung: Bei schwerem Gepäck (über 15 kg) wird das 20D-Außenmaterial schnell strapaziert. Für Trekkingtouren mit vollem Rucksack würde ich eher zu 40D oder 80D Material greifen.

Die besten Softshell-Jacken für aktive Outdoor-Fans

Softshells sind meine Lieblinge für 80% meiner Wanderungen. Warum? Sie sind einfach angenehmer zu tragen und für die meisten Tage völlig ausreichend.

Mein Alltagsheld: Patagonia Adze Hybrid

Diese Jacke trage ich tatsächlich am häufigsten. Die Hybrid-Konstruktion kombiniert winddichte Softshell-Partien an Brust und Schultern mit elastischem, atmungsaktivem Material an Rücken und Seiten. Genial durchdacht.

Patagonia Adze Hybrid Hoody

Intelligente Hybrid-Softshell mit gezielter Winddichtigkeit. Perfekt für aktive Bergtouren mit wechselnden Bedingungen.

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Preis: ca. 280 Euro
Gewicht: 510g
Besonderheit: Fair Trade zertifiziert

Für Alpine-Touren: Mammut Ultimate Hoody

Die Ultimate ist eine der robusteren Softshells. Das Material hält auch Kontakt mit Fels gut aus, und die Passform ist alpin-schlank geschnitten.

Mammut Ultimate VI SO Hooded Jacket

Robuste Alpine-Softshell mit guter Abriebfestigkeit. Ideal für Klettersteige und gemischtes Gelände.

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Budget-Champion: Decathlon Forclaz Trek 900

Für rund 100 Euro bekommst du hier eine überraschend gute Softshell. Sie wird keine Alpintour mitmachen, aber für normale Wanderungen und den Alltag taugt sie echt was.

Forclaz Trek 900 Windwarm Softshell

Preiswerte Einsteiger-Softshell mit solider Verarbeitung. Gutes Einstiegsmodell für Gelegenheitswanderer.

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Was fehlt: Helm-taugliche Kapuze, Unterarm-Belüftung. Dafür sitzt sie bequem und sieht nicht nach Billig-Ausrüstung aus.

Wann brauchst du welche Jacke? Der Praxisguide

Aus eigener Erfahrung auf dem Trail: Die beste Jacke nützt nichts, wenn du sie in der falschen Situation trägst. Hier meine Einsatzempfehlungen nach Jahren auf verschiedenen Touren:

Du brauchst eine Hardshell wenn…

  • …du in Regionen mit häufigem Regen unterwegs bist (Schottland, Norwegen, Neuseeland)
  • …du Mehrtagestouren ohne Hütten machst
  • …du im Herbst oder Frühjahr wanderst
  • …du alpines Gelände über 2.500m gehst
  • …du auf dem Jakobsweg oder ähnlich langen Trails unterwegs bist

Eine gute Hardshell gehört auch zur Grundausstattung beim Winter-Camping – kombiniert mit den richtigen Schichten darunter.

Eine Softshell reicht wenn…

  • …du hauptsächlich Tageswanderungen machst
  • …deine Touren in Hüttennähe bleiben
  • …du in trockenen Regionen unterwegs bist (Sommer-Alpen, Spanien, Griechenland)
  • …du dich viel bewegst und schnell schwitzt
  • …du eine vielseitige Jacke für Alltag UND Outdoor suchst

Hybrid-Lösungen: Das Beste aus zwei Welten?

Manche Hersteller kombinieren beide Konzepte. Die Outdoor Research Ferrosi zum Beispiel ist eine Softshell mit wasserdichter Kapuze. Solche Hybrid-Modelle sind interessant, aber oft ein Kompromiss in beide Richtungen.

Outdoor Research Ferrosi Hooded Jacket

Leichte Softshell mit wasserabweisender Behandlung und guter Atmungsaktivität. Vielseitige Allround-Jacke für gemäßigte Bedingungen.

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Worauf du beim Kauf wirklich achten solltest

Die Marketing-Abteilungen der Hersteller überschlagen sich mit Superlativen. Lass dich nicht blenden – diese Punkte sind wirklich wichtig:

Passform über alles

Die beste Membran nützt nichts, wenn die Jacke nicht richtig sitzt. Probiere verschiedene Marken aus – Arc’teryx schneidet anders als Patagonia, Mammut anders als Rab. Manche Marken sind eher für schlanke Figuren (Arc’teryx, Rab), andere für athletische Builds (Patagonia, Haglöfs).

Achte besonders auf:

  • Armlänge (mit angewinkelten Armen testen!)
  • Schulterbreite (Bewegungsfreiheit beim Greifen nach oben)
  • Kapuzen-Volumen (muss über Helm passen, auch wenn du aktuell keinen trägst)
  • Länge der Jacke (sollte den Po bedecken, besonders im Sitzen)

Details die den Unterschied machen

Nach über 20 verschiedenen Jacken in meinem Leben weiß ich: Die kleinen Details trennen die guten von den richtig guten Modellen.

Reißverschlüsse: YKK ist Standard, aber YKK Aquaguard oder wasserdichte Reißverschlüsse sind besser. Große Zipper-Griffe (auch mit Handschuhen bedienbar) sind Pflicht.

Belüftung: Pit-Zips (Reißverschlüsse unter den Armen) sind bei Hardshells Gold wert. Bei Softshells weniger wichtig, da sie von Natur aus atmungsaktiver sind.

Taschen: Mindestens zwei Brusttaschen (über dem Hüftgurt erreichbar) und zwei Handtaschen. Innentaschen sind nett, aber nicht zwingend. Mesh-Taschen innen sind praktisch für nasse Handschuhe.

Kapuze: Muss dreiachsig verstellbar sein (Volumen, Gesichtsöffnung, Schirm). Bei Alpinjacken sollte sie helm-kompatibel sein, auch wenn du aktuell nicht kletterst. Der steife Schirm ist wichtig für die Sicht bei Wind.

Material-Qualität erkennen

Das Außenmaterial wird in Denier (D) gemessen. Je höher, desto robuster – aber auch schwerer:

  • 20D: ultraleicht, anfällig für Abrieb
  • 40D: guter Kompromiss für normale Touren
  • 80D: robust, für alpines Gelände und mit schwerem Rucksack

Bei der Membran selbst gilt: Gore-Tex ist der Goldstandard, aber teuer. Alternativen wie Dermizax (Marmot), eVent oder herstellereigene Membranen (Patagonia H2No, Arc’teryx AC²) sind oft gleichwertig und günstiger.

Finger weg von diesen Jacken-Fallen

Zeit für ehrliche Worte. Es gibt Outdoor-Jacken, die ich nicht empfehlen kann – egal wie gut das Marketing ist:

No-Name-Jacken unter 100 Euro

Ja, Amazon ist voll davon. „20.000mm Wassersäule!“ und „Atmungsaktiv wie Gore-Tex!“ steht da. Die Realität? Nach drei Wanderungen lässt die Imprägnierung nach, die Nähte sind undicht, und die Reißverschlüsse klemmen.

Ich habe es ausprobiert (damit du es nicht musst). Eine Jack Wolfskin für 150 Euro schlägt jede No-Name-Jacke für 80 Euro. Immer.

Überfrachtete „Alles-Könner“

Manche Jacken haben 12 Taschen, abnehmbare Ärmel, integrierte Handschuhe und eine eingebaute Thermoskanne (okay, das letzte nicht). Aber mehr Features bedeuten mehr Gewicht, mehr potenzielle Schwachstellen und meist schlechtere Passform.

Keep it simple. Eine gut gemachte Jacke mit den Basics reicht völlig.

Die „Eierlegende Wollmilchsau“

Jacken die gleichzeitig wasserdicht, super-atmungsaktiv, isoliert, ultraleicht und günstig sein sollen. Physikalisch unmöglich. Du musst Prioritäten setzen.

Wenn eine Jacke alles kann, kann sie meist nichts richtig.

Pflege und Wartung: So hält deine Jacke länger

Eine hochwertige Outdoor-Jacke im Test hält bei richtiger Pflege locker 5-10 Jahre. Hier die wichtigsten Punkte:

Waschen – aber richtig

Entgegen der landläufigen Meinung: Wasche deine Jacke regelmäßig! Schmutz und Körperfett verstopfen die Membran und verschlechtern die Atmungsaktivität.

  • 30°C Schonwaschgang
  • Spezialwaschmittel für Funktionskleidung (ich nutze Nikwax Tech Wash)
  • KEIN Weichspüler (zerstört die Imprägnierung)
  • Alle Reißverschlüsse schließen
  • Zweimal spülen (kein Waschmittel-Rest in der Membran)

Imprägnierung auffrischen

Nach jedem 3.-5. Waschgang solltest du nachimprägnieren. Entweder im Waschgang (Nikwax TX.Direct) oder per Spray (für zwischendurch).

Kleiner Tipp am Rande: Nach dem Imprägnieren die Jacke 20 Minuten bei niedriger Stufe in den Trockner oder vorsichtig bügeln (durch ein Handtuch!). Die Wärme aktiviert die Imprägnierung.

Reparieren statt Wegwerfen

Kleine Risse kannst du mit Reparatur-Tape flicken (Tenacious Tape von Gear Aid). Größere Schäden repariert der Hersteller oft kostenlos oder gegen geringe Gebühr. Arc’teryx und Patagonia sind dafür bekannt, Jacken auch nach Jahren noch zu reparieren.

Die Schichten-Strategie: Jacke ist nicht alles

Eine Outdoor-Jacke im Test funktioniert nie allein. Das Zwiebelprinzip ist entscheidend:

Basisschicht (direkt auf der Haut): Merinowolle oder Synthetik. Baumwolle ist tabu – sie trocknet zu langsam und kühlt dich aus.

Isolationsschicht: Fleece oder Primaloft-Jacke. Bei meinen Touren nutze ich meist eine Patagonia R1 – die perfekte Mittelschicht für Herbst und Frühling.

Außenschicht: Deine Hard- oder Softshell. Sie schützt vor Wind und Wetter.

Für mehrtägige Touren gehört eine komplette Schichtengarderobe in den Trekkingrucksack. Das Gewicht summiert sich schnell – wer Gramm sparen will, findet Tipps in meinem Guide zum Ultralight Trekking.

Spezialfälle: Welche Jacke für welche Tour?

Mehrtages-Trekking in den Alpen

Klare Empfehlung: Hardshell. Die Wetterbedingungen können sich innerhalb von Stunden drastisch ändern. Pack lieber 200g mehr ein, als durchnässt auf der Hütte anzukommen.

Dazu eine leichte Daunenjacke (150-200g) für die Hütte oder Pausen. Zusammen bist du für alles gerüstet.

Tageswanderungen im Sommer

Softshell oder gar nur eine leichte Windbreaker-Jacke. Bei stabiler Wetterlage im Hochsommer reicht oft eine ultraleichte Notfall-Regenjacke im Rucksack.

Klettersteige und alpines Klettern

Softshell mit Stretch-Anteil für maximale Bewegungsfreiheit. Zusätzlich eine komprimierbare Hardshell im Rucksack für Wetterumschwünge.

Wandern mit Hund

Robustes Material ist wichtig – Hundekrallen können selbst gute Jacken beschädigen. Bei Touren mit Vierbeiner (hier gibt’s mehr Tipps zum Wandern mit Hund) setze ich auf 80D-Material oder höher.

Camping und Festival

Für Festival-Camping oder Camping mit Kindern reicht meist eine günstige Regenjacke. Hier muss es nicht das 400-Euro-Modell sein – eine solide Jacke für 100-150 Euro tut’s auch.

Meine persönliche Jacken-Auswahl für verschiedene Budgets

Wenn ich heute mit null Ausrüstung starten müsste, würde ich je nach Budget so vorgehen:

Budget: 150 Euro

Eine solide Hardshell von Jack Wolfskin oder The North Face. Nicht die leichteste, nicht die schickste – aber zuverlässig. Dazu eine No-Name-Softshell für 50 Euro für trockene Tage.

Gesamtinvestition: 200 Euro für beide Jacken.

Budget: 350 Euro

Fjällräven Keb Eco-Shell als Hardshell (350 Euro) und die Decathlon Forclaz Trek 900 als Softshell (100 Euro).

Hier hast du schon richtig gute Qualität für die meisten Einsätze.

Budget: 700+ Euro

Arc’teryx Beta AR (600 Euro) und Patagonia Adze Hybrid (280 Euro). Mit diesem Setup bist du für jede Tour gerüstet – von Tageswanderung bis Alpenüberquerung.

Das ist meine aktuelle Kombination, und ich bereue keinen Cent.

Budget unlimited

Zusätzlich eine ultraleichte Notfall-Jacke (Rab Kinetic Alpine, 280g) für Fastpacking-Touren und eine isolierte Hardshell für Wintertouren. Dazu eine Primaloft-Jacke als zusätzliche Isolationsschicht.

Aber mal ehrlich: Das brauchst du nur, wenn du wirklich extrem vielseitig unterwegs bist.

Nachhaltigkeits-Check: Welche Hersteller produzieren fair?

Ein Thema das mir persönlich wichtig ist: Wie werden die Jacken produziert?

Top-Performer:

  • Patagonia: Fair Trade zertifiziert, transparente Lieferkette, Reparaturservice
  • Vaude: Grüner Knopf Siegel, klimaneutrale Produktion
  • Fjällräven: Fokus auf Langlebigkeit, PFC-freie Imprägnierung

Mittelfeld:

  • Arc’teryx: Gute Qualität und Reparaturservice, aber weniger Transparenz
  • Mammut: Bemüht um Nachhaltigkeit, aber noch Luft nach oben

Kritisch:

  • Viele günstige Marken: Intransparente Lieferketten, fragwürdige Produktionsbedingungen

FAQ: Die häufigsten Fragen zu Outdoor-Jacken

Kann ich eine Softshell als Regenjacke nutzen?

Für kurze Schauer: ja. Für länger als 30 Minuten Regen: nein. Softshells sind wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Bei Dauerregen wirst du durchnässt – garantiert. Ich habe es am eigenen Leib erfahren (siehe Einleitung).

Wie oft muss ich eine Outdoor-Jacke waschen?

Nach etwa 10-15 Tragetagen oder wenn sie sichtbar schmutzig ist. Häufiges Waschen schadet modernen Membranen nicht – im Gegenteil. Schmutz und Körperfett beeinträchtigen die Funktion mehr als regelmäßiges Waschen.

Lohnt sich Gore-Tex oder reichen günstigere Membranen?

Gore-Tex ist top, aber nicht zwingend. Marken wie Dermizax (Marmot), eVent oder Patagonia H2No sind gleichwertig. Bei günstigen No-Name-Membranen würde ich skeptisch sein – hier stimmt oft die Langlebigkeit nicht.

Welche Jacke für den Jakobsweg oder andere Fernwanderwege?

Eine leichte Hardshell ist Pflicht. Der Jakobsweg führt durch wechselhafte Klimazonen – von heißem spanischen Sommer bis nasskaltem Galizien. Eine Jacke mit gutem Packmaß (passt in die Seitentasche deines Rucksacks) und 300-400g Gewicht ist ideal. Mehr Details zur richtigen Ausrüstung findest du in meinem Jakobsweg-Guide.

Hardshell im Sommer – macht das Sinn?

Kommt drauf an wo du unterwegs bist. In den Alpen über 2.500m: ja. Für Mittelgebirge im Hochsommer: nein. Eine leichte Windbreaker-Jacke reicht da meist. Im Zweifelsfall: Lieber dabei haben. Eine zusammengerollte Hardshell wiegt 300-400g und passt in jede Rucksacktasche.

Fazit: Hardshell UND Softshell – oder doch nur eine?

Nach all den Tests und Jahren auf verschiedenen Trails ist meine ehrliche Meinung: Die meisten ambitionierten Wanderer brauchen langfristig beide Jackentypen.

Start mit einer guten Hardshell. Sie ist die Versicherung gegen schlechtes Wetter und funktioniert in 90% aller Situationen. Eine Arc’teryx Beta AR oder Mammut Nordwand Advanced hält locker 10 Jahre durch bei guter Pflege.

Wenn das Budget da ist, ergänze mit einer Softshell für die schöneren Tage. Die Patagonia Adze Hybrid ist mein persönlicher Favorit – angenehm zu tragen und vielseitig einsetzbar.

Aus eigener Erfahrung auf dem Trail kann ich sagen: Eine hochwertige Outdoor-Jacke im Test zu finden lohnt sich. Die teuren Modelle sind ihr Geld wert – nicht wegen des Markennamens, sondern weil sie einfach funktionieren. Jahr für Jahr, Tour für Tour.

Und noch ein letzter Gedanke: Die perfekte Jacke ist die, die du dabei hast wenn du sie brauchst. Eine 600-Euro-Arc’teryx zuhause im Schrank hilft dir nicht, wenn du im Regen stehst. Manchmal ist die zweitbeste Jacke im Rucksack besser als die beste Jacke daheim.

Egal für welche Jacke du dich entscheidest – sie sollte zu deinen Touren passen, nicht zu den Touren die du vielleicht irgendwann mal machen willst. Sei ehrlich zu dir selbst über deine tatsächlichen Anforderungen.

Viel Spaß beim Aussuchen – und vor allem: Viel Spaß draußen, egal bei welchem Wetter!