Das erste Zelt zu kaufen fühlt sich manchmal an wie die Wahl deines ersten Autos. Zu viele Optionen, zu viele Fachbegriffe, und überall lauern teure Fehlkäufe. Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Zelt – ein Schnäppchen für 39 Euro, das beim ersten richtigen Regen so dicht war wie ein Sieb. Die Nacht verbrachte ich dann im Auto. Nicht ideal.
Mittlerweile habe ich genug Zelte auf- und wieder abgebaut, um dir zu sagen: Als Anfänger brauchst du kein High-End-Expeditionszelt für 800 Euro. Aber das billigste Teil vom Discounter macht dir auch keine Freude. Die gute Nachricht? Es gibt verdammt gute Zelte für Camping-Anfänger zwischen 100 und 300 Euro, die jahrelang halten und mit denen du nichts falsch machst.
In diesem Ratgeber schauen wir uns an, welches Zelt zu welcher Situation passt. Denn der Solo-Wanderer braucht was anderes als die vierköpfige Familie. Und wer nur im Sommer bei gutem Wetter zeltet, kann andere Prioritäten setzen als jemand, der auch mal im April in die Berge will.
Für deinen ersten Wochenendtrip: Unkompliziert muss es sein
Dein erstes Campingwochenende sollte nicht damit starten, dass du zwei Stunden vor einem Haufen Gestänge sitzt und versuchst, die Aufbauanleitung zu entziffern. Für den Einstieg brauchst du ein Zelt, das sich fast von selbst aufbaut.
Kuppelzelte sind hier meine klare Empfehlung. Die Konstruktion ist selbsterklärend: zwei Stangen kreuzen sich, fertig ist die Grundform. Selbst wenn du noch nie ein Zelt aufgebaut hast, kriegst du das in zehn Minuten hin. Bei Regen vielleicht in fünfzehn.
Achte darauf, dass das Zelt eine Wassersäule von mindestens 3000 mm hat. Alles darunter ist für deutsche Verhältnisse zu wenig. Was oft unterschätzt wird: Der Zeltboden sollte sogar 5000 mm oder mehr haben, weil dort der Druck durch dein Körpergewicht deutlich höher ist.
Zuverlässiges Einsteigerzelt mit einfachem Aufbau und guter Belüftung. Die Apsis bietet genug Platz für Gepäck, und die Verarbeitung ist für den Preis ziemlich solide.
Das Coleman Darwin liegt bei etwa 120 Euro und ist ein ehrlicher Allrounder. Gewicht: rund 4 kg. Packmaß: 54 x 16 cm. Für zwei Personen ausreichend Platz, und die Apsis (der überdachte Bereich vor dem Schlafraum) ist groß genug für zwei Rucksäcke und Schuhe.
Material ist größtenteils Polyester mit PU-Beschichtung – Standard bei dieser Preisklasse. Hält dicht, solange du die Nähte nicht unnötig belastest. Die Belüftung funktioniert gut, sodass du morgens nicht in einem Kondenswasser-Pool aufwachst.
Noch einfacher: Wurfzelte für Ungeduldige
Wenn dir selbst zehn Minuten Aufbauzeit zu viel sind, könntest du über ein Wurfzelt nachdenken. Die Dinger entfalten sich quasi von selbst. Einmal aus der Tasche holen, in die Luft werfen, fertig.
Aufbau in Sekunden, Abbau nach etwas Übung in wenigen Minuten. Ideal für Festival-Camping oder spontane Wochenendtrips, bei denen es schnell gehen muss.
Der Haken? Wurfzelte sind meist schwerer (das hier wiegt 4,5 kg für ein 2-Personen-Modell) und haben ein sperriges Packmaß. Du bekommst sie zwar in eine runde Tasche, aber die hat einen Durchmesser von etwa 80 cm. Im Auto kein Problem, beim Rucksackwandern unpraktisch.
Preis liegt bei rund 90 Euro. Für Festivals oder Campingplatz-Wochenenden aber echt praktisch. Gerade wenn du mit Kindern unterwegs bist und nicht ewig mit dem Aufbau beschäftigt sein willst.
Für längere Touren: Wenn das Zelt zum Zuhause wird
Ab drei, vier Nächten am Stück ändern sich die Prioritäten. Plötzlich ist es nicht mehr nur ein Schlafplatz, sondern dein temporäres Zuhause. Du verbringst dort morgens und abends Zeit, vielleicht sitzt du bei Regen auch mal einen halben Tag drin.
Jetzt brauchst du mehr Platz. Die Apsis sollte groß genug sein, dass du im Sitzen kochen kannst. Der Innenraum sollte so hoch sein, dass du dich umziehen kannst, ohne dir den Kopf zu stoßen. Und Taschen an den Innenwänden sind Gold wert – glau mir, du willst nicht jedes Mal im Rucksack wühlen, um deine Stirnlampe zu finden.
Tunnelzelte bieten hier das beste Raum-Gewicht-Verhältnis. Die längliche Form schafft viel Nutzfläche, ohne dass das Gewicht explodiert. Allerdings: Der Aufbau ist etwas komplexer als bei Kuppelzelten, und du musst sie gut abspannen, damit sie wind-stabil stehen.
Leichtes Tunnelzelt mit gutem Raumangebot. Die zwei Eingänge sind praktisch, und die Qualität ist für den Preis überraschend gut. Einer meiner Favoriten für Trekkingtouren.
Das Naturehike Cloud-Up wiegt nur 1,8 kg und kostet etwa 170 Euro. Packmaß: 40 x 15 cm. Passt also problemlos außen an den Trekkingrucksack. Material ist 20D Silikon-Nylon – deutlich reißfester als das günstige Polyester der Einsteigerzelte.
Was mir besonders gefällt: Die zwei Eingänge. Klingt banal, aber wenn du zu zweit unterwegs bist und nachts raus musst, ist es ziemlich angenehm, nicht über den Zeltpartner klettern zu müssen.
Achte auf das Gewicht pro Person
Bei längeren Touren, wo du alles auf dem Rücken trägst, zählt jedes Gramm. Als Faustregel: Pro Person solltest du maximal 1,5 kg für das Zelt einplanen. Bei einem 2-Personen-Zelt also 3 kg insgesamt.
Falls du tiefer ins Ultralight-Trekking einsteigen willst, gibt es noch leichtere Optionen. Aber für den Anfang ist es wichtiger, dass das Zelt robust genug ist und genug Komfort bietet.
Bei wechselhaftem Wetter: Wenn die Temperaturen fallen
Frühling und Herbst sind tückisch. Tagsüber vielleicht noch 15 Grad, nachts kann es auf dem Zeltplatz schnell einstellig werden. Und der Regen kommt gefühlt immer dann, wenn du gerade dein Zelt aufgebaut hast.
Für diese Bedingungen brauchst du ein Zelt, das mehr kann als nur dicht sein. Die Belüftung muss stimmen, sonst wachst du morgens in einer nassen Tropfsteinhöhle auf. Kondenswasser ist bei kühleren Temperaturen ein echtes Problem – die warme Atemluft kondensiert an der kalten Zeltwand.
Geodät-Zelte sind hier die robusteste Wahl. Die vielen sich kreuzenden Stangen machen sie wind-stabil und sorgen dafür, dass sie selbst bei Schnee nicht zusammensacken. Allerdings sind sie auch teurer und schwerer.
Solides 4-Jahreszeiten-Zelt mit ausgezeichneter Windstabilität. Die Verarbeitung ist top, und die Belüftung funktioniert auch bei Minusgraden gut.
Das Eclipse II liegt preislich bei etwa 400 Euro – schon eine Investition. Gewicht: 3,1 kg. Aber dafür hast du ein Zelt, das dich auch im April in den Alpen nicht im Stich lässt. Die Konstruktion mit drei sich kreuzenden Stangen ist extrem stabil.
Aus meiner Sicht: Wenn du wirklich vorhast, auch bei schlechtem Wetter rauszugehen (und nicht nur, wenn der Wetterbericht Sonnenschein verspricht), lohnt sich diese Investition. Billige Sicherheitsausrüstung ist der falsche Ort zum Sparen.
Doppelwandig ist Pflicht
Bei kühlem Wetter sollte dein Zelt auf jeden Fall doppelwandig sein. Das heißt: Ein Innenzelt aus atmungsaktivem Material und ein Außenzelt (Überdach) aus wasserdichtem Material. Zwischen beiden ist eine Luftschicht, die isoliert und verhindert, dass Kondenswasser auf dich tropft.
Einwandige Zelte aus wasserdichtem, atmungsaktivem Material klingen auf dem Papier gut, aber in der Praxis funktionieren sie bei deutschen Wetterverhältnissen selten wirklich zufriedenstellend. Die Atmungsaktivität reicht meist nicht aus.
Mehr dazu, was du bei Kälte sonst noch beachten musst, findest du in meinem Artikel über Winter-Camping-Ausrüstung.
Für Familien mit Kindern: Platz und Komfort gehen vor
Mit Kindern zu zelten ist wunderbar. Aber du brauchst definitiv mehr Platz, als du denkst. Ein 4-Personen-Zelt für eine vierköpfige Familie ist das absolute Minimum – und selbst dann wird es eng.
Die Realität: Kinder haben viel Gepäck. Spielzeug, Kuscheltiere, vielleicht ein Reisebett für die Kleinsten. Dazu kommt, dass du bei Regen auch mal Zeit im Zelt verbringen musst. Mit gelangweilten Kindern auf engem Raum macht Camping keinen Spaß.
Kabinenzelte sind für Familien die beste Wahl. Die fast senkrechten Wände schaffen viel nutzbaren Raum, und die Stehhöhe ist gold wert. Ja, sie sind schwerer und sperriger – aber ehrlich, mit Kindern fährst du sowieso mit dem Auto zum Campingplatz.
Geräumiges Zelt mit separaten Schlafkabinen und großem Wohnbereich. Der Aufbau geht dank Farbcodierung relativ schnell, und die Qualität passt zum Preis.
Das Outwell Earth 5 kostet rund 450 Euro und wiegt 17 kg. Ja, das ist ein Haufen Geld und Gewicht. Aber du hast 180 cm Stehhöhe im Wohnbereich und zwei getrennte Schlafkabinen. Die Kinder können in der einen schlafen, ihr in der anderen – das ist Luxus auf dem Campingplatz.
Packmaß ist mit 75 x 40 cm schon ordentlich, passt aber in jeden Kofferraum. Der Aufbau dauert zu zweit etwa 20 Minuten, sobald du den Dreh raus hast.
Praktische Details die den Unterschied machen
Bei Familienzelten lohnt es sich, auf Details zu achten. Mehrere Eingänge sind praktisch. Fenster mit Moskitonetzen sorgen für Belüftung und geben den Kindern was zum Rausgucken. Und Kabelschlitze für eine Campinglampe sind komfortabler, als du denkst.
Manche Hersteller bieten auch vormontierte Gestänge an – du musst dann keine einzelnen Stangen zusammenstecken, sondern kannst direkt mit dem Aufbau loslegen. Spart Zeit und Nerven, gerade mit kleinen Kindern, die ungeduldig werden.
Weitere Tipps zum Camping mit Kindern habe ich in einem eigenen Artikel zusammengestellt.
Für Solo-Abenteuer: Kompakt und leicht muss es sein
Alleine unterwegs sein hat was. Du bist flexibel, kannst anhalten wo du willst, und niemand beschwert sich, wenn du morgens um sechs schon wieder losziehen möchtest. Dein Zelt sollte diese Flexibilität unterstützen.
1-Personen-Zelte sind die leichteste Option. Oft wiegen sie unter 1,5 kg, manchmal sogar unter 1 kg. Das macht den Unterschied, wenn du den ganzen Tag mit schwerem Rucksack unterwegs bist.
Allerdings: Solo-Zelte sind eng. Du liegst quasi neben deinem Gepäck. Für eine Nacht kein Problem, aber nach einer Woche kannst du dich auch eingesperrt fühlen. Kommt drauf an, wie viel Platz du zum Wohlfühlen brauchst.
Ultraleichtes 1-Personen-Zelt mit erstaunlich viel Kopffreiheit. Die Verarbeitung ist erstklassig, und trotz des geringen Gewichts ist es überraschend geräumig.
Das MSR Hubba wiegt 1,27 kg und kostet etwa 340 Euro. Packmaß: 46 x 15 cm. Die Zwei-Stangen-Konstruktion schafft es, trotz minimaler Grundfläche Kopffreiheit zu schaffen – du kannst im Zelt sitzen, ohne gebückt zu sein.
Material ist 20D Ripstop-Nylon mit Silikonbeschichtung. Reißfest und leicht zugleich. Die Nähte sind werksseitig versiegelt, was bedeutet: Du kannst das Zelt direkt benutzen, ohne erst noch stundenlang Nahtdichter aufzutragen.
Alternative: Ein 2-Personen-Zelt für dich allein
Ehrlich gesagt nutze ich auch solo meist ein 2-Personen-Zelt. Das zusätzliche halbe Kilo Gewicht nehme ich in Kauf für den deutlich höheren Komfort. Du hast Platz für dein Gepäck neben dir, kannst bequem kochen, und das Gefühl von Enge kommt gar nicht erst auf.
Bei mehrtägigen Touren, wo du morgens und abends Zeit im Zelt verbringst, macht das echt einen Unterschied. Das Naturehike Cloud-Up 2 von oben wäre hier meine Empfehlung – leicht genug für Solo-Trips, aber mit genug Platz zum Leben.
Häufige Anfänger-Fehler beim Zeltkauf
Nach Jahren auf Campingplätzen und in der Wildnis habe ich so ziemlich jeden Fehler gesehen, den man beim Zeltkauf machen kann. Ein paar Klassiker, die du vermeiden solltest:
Zu klein kaufen
Der häufigste Fehler. Wenn ein Zelt als 2-Personen-Zelt verkauft wird, gehen die Hersteller von zwei schlanken Personen aus, die eng nebeneinander liegen und ihr Gepäck draußen lassen. In der Realität ist das unbequem.
Meine Empfehlung: Rechne immer eine Person mehr. Für zwei Personen kaufst du ein 3-Personen-Zelt. Für drei Personen ein 4-Personen-Zelt. Du wirst den zusätzlichen Platz zu schätzen wissen.
Auf die Billig-Variante setzen
Ich verstehe den Reiz. Warum 200 Euro ausgeben, wenn es das Zelt im Supermarkt für 49 Euro gibt? Aber glaub mir: Ein durchgeregnetes Wochenende reicht, um dich ein Leben lang vom Camping abzuschrecken.
Ein vernünftiges Zelt hält bei guter Pflege zehn Jahre oder länger. Auf die Nutzungsdauer gerechnet sind selbst 300 Euro eine überschaubare Investition. Und der Unterschied in Komfort und Zuverlässigkeit ist enorm.
Gewicht ignorieren
Auf dem Campingplatz spielt das Gewicht keine Rolle. Aber sobald du auch nur einen halben Tag wandern musst, um zu deinem Zeltplatz zu kommen, wirst du jedes zusätzliche Kilo verfluchen.
Check vorher, wie du zum Campingplatz kommst. Auto? Dann ist Gewicht egal. Zu Fuß? Dann solltest du auf jeden Fall unter 3 kg bleiben, besser noch unter 2 kg.
Die Wassersäule missachten
Mindestens 3000 mm für das Außenzelt, 5000 mm für den Boden. Das ist kein Nice-to-have, das ist Pflicht. Deutsche Sommer sind regnerisch, und nichts ruiniert einen Campingtrip schneller als ein undichtes Zelt.
Was oft unterschätzt wird: Auch die Nähte müssen abgedichtet sein. Viele Hersteller liefern die Zelte mit versiegelten Nähten aus, bei günstigeren Modellen musst du das manchmal selbst nachholen.
Worauf du beim Aufbau achten solltest
Das beste Zelt hilft nichts, wenn du es falsch aufbaust. Ein paar Basics, die den Unterschied machen:
Die Platzwahl ist entscheidend
Such dir einen ebenen Untergrund. Klingt offensichtlich, aber nachts mit dem Kopf bergab zu schlafen ist die Hölle. Selbst eine leichte Schräge merkst du nach ein paar Stunden.
Meide Senken. Bei Regen sammelt sich dort das Wasser, und plötzlich steht dein Zelt in einer Pfütze. Auch wenn es beim Aufbau trocken ist – überleg dir, wo das Wasser hinlaufen würde.
Und check, ob über dir tote Äste hängen. Klingt paranoid, aber ein herabfallender Ast kann ein Zelt beschädigen. Kommt natürlich drauf an, wo du zeltest, aber in Wäldern lohnt sich der Blick nach oben.
Richtig abspannen
Viele Anfänger spannen ihr Zelt nicht richtig ab. Die Abspannleinen sind nicht nur Dekoration – sie halten das Zelt stabil und straff. Ein locker stehendes Zelt flattert im Wind, die Nähte werden belastet, und das Material kann beschädigt werden.
Spann alle Leinen, auch wenn es windstill ist. Du weißt nie, wann in der Nacht ein Wetterumschwung kommt. Und benutze ordentliche Heringe, nicht die dünnen Dinger die oft mitgeliefert werden. Die kosten nur ein paar Euro extra, halten aber deutlich besser.
Übe den Aufbau vorher
Bau dein Zelt einmal zu Hause auf, bevor du zum ersten Mal damit rausgehst. Im Garten, auf der Wiese, notfalls im Wohnzimmer. Du willst nicht bei strömendem Regen auf dem Campingplatz zum ersten Mal versuchen, die Stangen zusammenzustecken.
Dabei merkst du auch gleich, ob alle Teile da sind und ob du die Anleitung verstehst. Nichts ist frustrierender als festzustellen, dass ein Hering fehlt, wenn du schon am Zeltplatz bist.
Die richtige Pflege: Damit dein Zelt lange hält
Ein gutes Zelt kann dich zehn Jahre oder länger begleiten. Aber nur, wenn du es pflegst.
Immer trocken verpacken
Die wichtigste Regel: Pack dein Zelt nie nass ein und lass es dann tagelang in der Packtasche. Das Material schimmelt, und der Geruch geht nie wieder raus. Glaub mir, ich habe als Anfänger ein Zelt so ruiniert.
Wenn du bei Regen abbauen musst, ist das natürlich schwierig. Dann pack es nass ein, aber bau es sobald wie möglich (spätestens wenn du zu Hause bist) wieder auf und lass es trocknen. Ein paar Stunden auf der Wäscheleine oder im Garten aufgebaut reichen.
Vorsichtig reinigen
Schüttele Schmutz und Gras ab, aber wasch das Zelt nicht in der Waschmaschine. Die Beschichtung kann dadurch beschädigt werden. Bei hartnäckigem Schmutz kannst du es mit einem Schwamm und lauwarmem Wasser abwischen.
Keine Seife oder Waschmittel verwenden – die können die Imprägnierung angreifen. Wenn die Wasserdichtigkeit nachlässt, gibt es spezielle Imprägnier-Sprays für Zelte.
Richtig lagern
Lagere dein Zelt trocken und locker. Nicht in der engen Packtasche, sondern lieber in einem großen Sack oder hängend. Der Dauerdruck in der Packtasche kann das Material belasten und die Beschichtung schädigen.
Ein kühler, trockener Keller oder Dachboden ist ideal. Meide direkte Sonneneinstrahlung – UV-Licht lässt das Material schneller altern.
Welches Zelt ist jetzt das richtige für dich?
Die ehrliche Antwort: Kommt drauf an. Es gibt nicht das eine perfekte Zelt für Camping-Anfänger. Aber es gibt ziemlich sicher ein Zelt, das zu deiner Situation passt.
Wenn du hauptsächlich auf Campingplätzen mit dem Auto unterwegs bist: Setz auf Komfort. Ein Kabinenzelt mit Stehhöhe macht das Leben einfacher. Gewicht ist egal, Platz ist König.
Für Trekkingtouren wo du alles trägst: Gewicht wird zum wichtigsten Faktor. Ein leichtes Tunnelzelt wie das Naturehike Cloud-Up ist hier die beste Wahl. Auf ein paar Zentimeter Stehhöhe kannst du verzichten.
Bei wechselhaftem Wetter oder wenn du auch im Frühjahr und Herbst zelten willst: Investiere in Qualität. Ein stabiles, doppelwandiges Zelt mit guter Belüftung wie das Jack Wolfskin Eclipse zahlt sich aus.
Für Familien: Größe geht vor. Lieber ein Zelt mehr kaufen, als mit entnervten Kindern auf engem Raum zu sitzen. Das Outwell Earth 5 mag teuer sein, aber zwei Wochen Familienurlaub in einem zu kleinen Zelt sind teurer – für deinen Nerven.
Noch unsicher, welcher Zelttyp generell zu dir passt? Schau dir meinen ausführlichen Ratgeber zum Zeltkauf an – da gehe ich detailliert auf die verschiedenen Konstruktionen ein.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel sollte ich als Anfänger für ein Zelt ausgeben?
Für ein solides Einsteigerzelt rechne mit 120-250 Euro. Darunter wird die Qualität oft zu schlecht, darüber zahlst du für Features, die du als Anfänger noch nicht brauchst. Die Ausnahme: Familienzelte sind generell teurer, da kalkuliere eher 350-500 Euro ein.
Brauche ich wirklich ein doppelwandiges Zelt?
Für deutsche Verhältnisse: ja. Einwandige Zelte klingen praktisch, aber das Kondenswasser-Problem ist real. Morgens mit nassem Schlafsack aufzuwachen macht keinen Spaß. Die einzige Ausnahme: Hochwertige einwandige Zelte für über 500 Euro, aber die brauchst du als Anfänger nicht.
Kann ich mit einem 3-Jahreszeiten-Zelt auch im Winter campen?
Im milden Winter vielleicht, aber nicht bei echtem Frost und Schnee. 3-Jahreszeiten-Zelte sind für Frühling, Sommer und Herbst ausgelegt. Für Winter brauchst du ein 4-Jahreszeiten-Zelt mit stabilerer Konstruktion und weniger Mesh-Flächen. Mehr Infos dazu in meinem Artikel zur Winter-Camping-Ausrüstung.
Wie oft muss ich die Imprägnierung erneuern?
Je nachdem, wie oft du zeltest. Bei intensiver Nutzung (mehrere Wochen pro Jahr) etwa alle zwei Jahre. Du merkst es daran, dass Wasser nicht mehr abperlt, sondern aufsaugt. Dann ist es Zeit für neues Imprägnierspray. Die Grundbeschichtung hält aber deutlich länger.
Welche Zusatzausrüstung brauche ich zum Zelt?
Unbedingt nötig: Eine Zeltunterlage (schützt den Boden vor Steinen und Nässe), ordentliche Heringe (oft sind die mitgelieferten zu dünn), und eine kleine Reparatur-Set mit Flicken und Nahtdichter. Optional aber praktisch: Eine Fußmatte vor dem Eingang, damit du nicht ständig Dreck reinträgst. Und wenn du wandern gehst, denk an vernünftige Wanderschuhe – die gehören zur Grundausstattung.